Rock im Duett mit Sonnenuntergang

Grindelwald

Grosse Show auf und vis-à-vis der Bühne: Das zweitägige Eiger Rock und Folk Festival in Grindelwald punktete mit einem breiten Fächer Live-Musik.

The Two Romans aus Thun: Samuele (links) und Mattia Zanella. Sie spielen gefühlvollen Rock mit einem Touch Italianità.

The Two Romans aus Thun: Samuele (links) und Mattia Zanella. Sie spielen gefühlvollen Rock mit einem Touch Italianità.

(Bild: Anne-Marie Günter)

Das Eiger Rock and Folk Festival hatte Wetterglück und ein wenig Wetterpech. Am Freitag war der Einblick hinein in die Fels-, Gletscher- und Sommerwolkenwelt zwischen Mättenberg und Mittellegigrat fantastisch. Sehr heiss war es, als die Grindelwalder Schülerband «Black Squad» spielte. Und heiss wars auch noch, als «Frost and Fog» auftrat. Der Bandname war gewissermassen eine Antithese zur Sommerhitze.

Er ist aber nicht Programm für nebelfrostige Musik, auch wenn einer der Songs «Snow White Snow» hiess: Karen Frauchiger und Adrian Graf verbanden 2013 bei der Namensgebung für ihr Duo ihren nebligen Wohnort Thun und seinen kalten Wohnort Goldiwil. In Grindelwald traten sie mit Band, neu mit E-Bassist Christoph Buchs, und im Duett auf. Die Thuner Band «The Two Romans» spielte dann synchron mit dem Sonnenuntergang, und die farbige Bühnenbeleuchtung setzte sich langsam gegen das Farbschauspiel am Himmel durch.

Auf der Bühne war die «Italianità» der Brüder durchaus präsent. Rein äusserlich bei den weit offenen Sommerhemden, in der Art, wie sie sich zum Rock-Beat bewegten und vor allem in ihren perfekt harmonierenden Stimmen: Athmosphären-Rock mit einer Spur Belcanto. Endgültig lösen von den Sitzen liess sich das Publikum dann von der «Sex, Drugs & Rock’n’Roll» auf Schweizer Art zelebrierenden und persiflierenden Bieler Party-Band «QL». Sie startete cool mit Göläs Schwan.

Ein Festival-Trio

Gestartet hat das Eiger Rock and Folk am 50. Geburtstag von Daniel Heller, und er organisierte das Festival jetzt zum vierten Mal zusammen mit Daniel Graf, der für ein gelungenes Verplegungskonzept zuständig ist, und Daniel Kandlbauer, der das Musikprogramm zusammenstellt. Die Kriterien für die Auswahl der Bands? «Wir haben nur gute Musik», sagt Kandlbauer. «Sie muss aber bezahlbar sein».

Der Ticketpreis war mit 10 Franken für einen und 16 Franken für beide Festivaltage sehr bescheiden. Kinder waren gratis, und sie spielen auch bei der Wahl des Festivaldatums eine Rolle, denn es ist auf den Examens-Tag in Grindelwald, den letzten Schultag vor den Sommerferien festgelegt. Mit den rund 450 Besuchern am Freitag ist Daniel Heller zufrieden. Nicht so gut funktioniert hat der Einbezug von Grindelwalds Gästen, viele hörten aussen an der Absperrung mit. Am Samstag war das Publikum um rund 100 Personen kleiner, was Heller auch auf den vorübergezogenen Sturm zurückführt.

Als Top-Act trat das Tessiner Duo «Make Plain» auf, das regelmässige Auftritte an den grossen Festivals der Schweiz hat. Angekündigt war es als Überraschungsgast, weil bei der Programmierung noch nicht feststand, ob der Auftritt klappt. Das Samstagsprogramm ging eher in Richtung Folk, wobei neben der Band Nantathren und dem Swiss-Folkrocker Adamo mit den Siblerhornörgelern auch die mit V geschriebene Volksmusik dabei war.

Berner Oberländer

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