Rekordjahr für die Berner Bergretter

Oberland

Von den landesweit 861 Bergrettungseinsätzen des letzten Jahres fielen mehr als ein Viertel auf die Berner Bergretter.

Funkruf im Schneesturm: Der Labrador hat einen Lawinenverschütteten geortet.

Funkruf im Schneesturm: Der Labrador hat einen Lawinenverschütteten geortet.

(Bild: Bruno Petroni)

Bruno Petroni

Ausserordentlich hohe Frequenzen brachte das Schönwetterjahr 2018 nicht nur den SAC-Hütten, sondern auch den gut 500 Rettungsspezialisten der Alpinen Rettung Bern, der Arbe. Nicht weniger als 235-mal rückten sie aus – so oft wie nie zuvor, und 60 Prozent öfter als im Vorjahr. Die Anzahl Einsätze der Helikopterrettungsspezialisten (RSH) war mit 148 drei Fünftel höher als im bisherigen Rekordjahr 2011 (87).

Die 16 Rettungsstationen der Arbe retteten vor allem Bergsteiger und Wanderer; auf sie fielen 58 Prozent aller Rettungen. Der Betriebsaufwand der Organisation beläuft sich auf 1,1 Millionen Franken. Am meisten zu tun gab es für die Rettungsstation Lauterbrunnen mit 41 Einsätzen, gefolgt von Grindelwald mit 29, Oberhasli mit 28 und Kandersteg mit 26 Einsätzen. Mit nur 2 Bergrettungseinsätzen rückten die Zweisimmner am wenigsten oft aus.

Am meisten Einsätze mit Suchhunden hatten Gstaad und Oberhasli mit je 3. Laut Hundeobmann Michael Nydegger verfügt die Arbe zurzeit über 18 einsatzfähige Lawinensuchhunde und 11 Geländesuchhunde. «Die Nachwuchssorgen bestehen immer noch, sind aber nicht mehr so akut wie vor einem Jahr. Trotzdem sind wir immer noch auf der Suche nach engagierten Hundeführern für die Bergrettung», sagt Nydegger.

Apropos Hunde: 2018 stand ganz im Zeichen des 75-Jahr-Jubiläums der alpinen Rettungshunde. Als Geburtsstunde des Lawinensuchhundes galt im Winter 1938 ein Lawineneinsatz am Schilthorn. 17 verschüttete Personen konnten dort verhältnismässig rasch geborgen werden – bis auf eine. Es war ein Dackelmischling, der auch diese fehlende Verschüttete ortete, die schliesslich lebend gerettet werden konnte. Während des Zweiten Weltkriegs begann die gezielte Ausbildung von Lawinenhunden durch die Armee, ab 1945 übernahm der SAC diese Aufgabe.

Berner Oberländer

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