Regionalgericht verurteilt zwei Drogenhändler

Oberland

Zwei Männer haben in Interlaken mit Kokain gehandelt und wurden zu Freiheitsstrafen verurteilt.

Beide Beschuldigten waren zur Zeit der Verbrechen selber drogenabhängig. Sie gaben an, die Hälfte des Stoffes, den der Algerier lieferte, selber konsumiert zu haben (Symbolbild/Keystone).

Beide Beschuldigten waren zur Zeit der Verbrechen selber drogenabhängig. Sie gaben an, die Hälfte des Stoffes, den der Algerier lieferte, selber konsumiert zu haben (Symbolbild/Keystone).

Die beiden Männer, ein 33-jähriger algerischen Asylsuchender und ein 41-jähriger Schweizer, haben von Dezember 2015 bis April 2016 gemeinsam in der Wohnung des Schweizers Drogen abgepackt und anschliessend verkauft. Der Algerier brachte die Drogen in die Wohnung und benutzte zum Verkauf sogenannte Läufer. Der Schweizer half beim Abpacken und lieferte Ware aus, die bestellt worden war.

Höhere Stufe

Bei der Strafzumessung berücksichtigte das Kollegialgericht nicht nur die gehandelte Menge, sondern auch die Stellung innerhalb der Szene. Der Algerier war klar auf einer höheren Stufe als der Schweizer. Er kannte die Lieferanten, konnte praktisch zu jeder Zeit Kokain liefern, organisierte die Läufer und verhielt sich so, dass bei ihm selber nie Drogen gefunden wurden.

Der Schweizer stellte seine Wohnung zur Verfügung und verkaufte direkt an die Süchtigen. Beide waren zur Zeit der Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz selber drogenabhängig. Sie gaben an, die Hälfte des Stoffes, den der Algerier lieferte, selber konsumiert zu haben.

Differenzierte Urteile

Der Algerier wurde am Donnerstag vom Regionalgericht Oberland in Thun zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. 24 Monate sind unbedingt zu vollziehen, die restlichen 6 Monate wurden bedingt ausgesprochen. Das Kollegialgericht ging davon aus, dass er mindestens 450 Gramm Kokaingemisch abgepackt und verkauft hat. Dazu kommen sexuelle Belästigung, Diebstahl und Hehlerei. Von den Vorwürfen betreffend Vergehen gegen das Waffengesetz und Nötigung wurde er freigesprochen. Für diese beiden Delikte fand das Gericht keine Beweise.

Der Schweizer wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten verurteilt. Die Probezeit beträgt 3 Jahre. Er wurde wegen Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz bestraft. Er soll mit mindestens 50 Gramm Kokaingemisch gehandelt haben. Das Zur-Verfügung-Stellen der Wohnung gilt als Gehilfenschaft und wurde ebenfalls bestraft. Wegen des Eigenkonsums erhielten beide Beschuldigten eine Busse.

Der Algerier, der sich seit mittlerweile 18 Monaten in Untersuchungshaft befindet, geht zurück ins Gefängnis. Bei ihm bestehe Fluchtgefahr, begründete die Gerichtspräsidentin den Entscheid. Der Schweizer bleibt, wie bei bedingen Strafen üblich, in Freiheit.

Berner Oberländer

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