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Pfadfinder suchen ein neues Zuhause

Die Pfadi Meiringen denkt auch über einen Neubau nach, doch die Finanzierung ist schwierig.

Im Sommer sind Zeltlager, so wie beispielsweise Sola 2011 Zürich, ein Ersatz für das fehlende Pfadiheim.
Im Sommer sind Zeltlager, so wie beispielsweise Sola 2011 Zürich, ein Ersatz für das fehlende Pfadiheim.
zvg

«Die Pfadfinderbewegung ist die grösste internationale Jugendorganisation. Sie wurde 1907 vom Briten Robert Baden-Powell gegründet und hat zum Ziel, junge Menschen durch altersgerechte Betätigung und Erlebnisse in der Natur zu verantwortungsvollen und kritischen Erwachsenen zu erziehen. Pfadfinderinnen und Pfadfinder sollen naturgemässe Lebensführung, soziale Hilfsbereitschaft, Toleranz und internationale Verständigung leben und erleben.» Diesem Grundsatz leben auch die «Biber», «Wölfli», «Pfader», «Pios» und «Rover» Meiringen-Brienz seit ihrer Gründung anno 1958 konsequent nach.

Der Traum vom neuen Heim

Die Pfadi Meiringen braucht ein neues Pfadiheim. Das ehemalige Lokal an der Amtshausgasse mussten die gut 130 Kinder, Leiter und Vorstandsmitglieder im Herbst 2017 verlassen. Der Standort wurde für das Bauprojekt des neuen Kindergartens benötigt. Der vierte Standortwechsel seit der Gründung.

Zurzeit haben die Pfadfinder keinen festen Treffpunkt. Es fehlt die Basis, das Zentrum für viele Aktivitäten. Sie haben auch keine Beherbergungsmöglichkeit mehr für andere Pfadigruppen, Ausbildungskurse und Gemeinschaftswochen. Das gesamte Lagermaterial, Zelte, Planen, Koch- und sonstige Gerätschaften, musste extern untergebracht werden. Der Outdoorbetrieb mit Spiel, Sport und gesellschaftlichen Anlässen findet hauptsächlich im Freien statt. Und dies bei Wind und Wetter – Pfadfinder sind keine Weicheier.

Hohe Anforderungen

Ein Blick in den Kriterienkatalog, den die Pfader an ihr neues Heim stellen, macht sofort klar: Irgendeine Hütte oder Baracke am Waldrand entspricht nicht der Zielsetzung. Das zonenkonforme Heim soll Raum bieten für Spiele im Haus und in der Umgebung. Die Distanz zum Bahnhof, zu den Bergbahnen sowie den Sportanlagen sollte zumutbar sein.

Eine weitere Herausforderung ist die Kubatur des Gebäudes: Die Pfadfinder pflegen einen regen Kontakt mit andern Gruppen, sie wollen ihr Heim auch vermieten können und somit Erträge für die Finanzierung und den Unterhalt erzielen, so wie bisher. Die Liegenschaft muss also in der Bauzone liegen, Räume zum Schlafen, Kochen und für Aufenthalte bieten. «Nebst einem bestehenden Gebäude wird auch ein einfacher Neubau in Erwägung gezogen», sagt Kari Jaggi, Präsident der Trägerschaft «Verein Pfadiheim St. Christophorus».

Jeder Franken zählt

Die Pfadfinder sind sich bewusst, dass die Finanzierung ihres Traumes die grösste Knacknuss darstellt. Sie haben darum schon seit Jahren jede Gelegenheit genutzt, um nebst den Einnahmen aus der Vermietung weitere Erträge bei Anlässen oder Spendenaufrufen zu sammeln: beispielsweise der Betrieb der ­Rover-Bar am «Ubersitz», der Burger-Bar am Brienzer Märt oder einer Wirtschaft am Dorfabend Meiringen.

«Für ein fertig saniertes oder neu erstelltes Gebäude rechne ich mit Gesamtinvestitionen bis zu 1,2 Millionen Franken.»

Kari Jaggi

Das Eigenkapital des Vereins mit einer tiefen sechsstelligen Zahl wird aber für eine Altliegenschaft mit Umbaukosten oder einen Neubau nicht ausreichen, ist sich Jaggi bewusst. «Für ein fertig saniertes oder neu erstelltes Gebäude rechne ich inklusive Land mit Gesamtinvestitionen bis zu 1,2 Millionen Franken. Unser wichtigster Beitraggeber wäre der Lotteriefonds. Auch andere Spender wie Gemeinden, Firmen, Private, Stiftungen sind als Sponsoren für die Erstellungs- oder Umbaukosten zu gewinnen», ist Jaggi zuversichtlich. Einige namhafte Einzelspenden sind laut Jaggi bereits eingegangen oder zugesichert worden.

Um auf die Bedürfnisse der Pfadi in der Öffentlichkeit stärker aufmerksam zu machen, hat der Vorstanddes Trägervereins «Pfadiheim St. Christophorus» mit einem Flyer eine Mitgliederaktion gestartet. Ab dem Januar 2020 wollen sich die Pfadfinder vermehrt der Bevölkerung vorstellen und die Aufmerksamkeit auf ihr grosses Anliegen lenken. Das vordringliche Ziel des Vereins ist es, Ende 2022 ein neues Pfadiheim zu beziehen.

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