Zum Hauptinhalt springen

Neuer Schutz für Neue Matte

Nachkredit genehmigt: Der Oberländische Fischereiverein Interlaken darf den Uferschutz für seine Aufzuchtanlage in der Neuen Matte erneuern.

Die Baumstämme, welche die Fischteiche vor Überschwemmungen schützen, sind morsch geworden und sollen ersetzt werden.
Die Baumstämme, welche die Fischteiche vor Überschwemmungen schützen, sind morsch geworden und sollen ersetzt werden.
Sibylle Hunziker

Vor einem Jahr befürchtete der Oberländische Fischereiverein Interlaken (OFVI) noch, einen neuen Standort für die Aufzucht seiner Fische suchen zu müssen. Denn damals sah es so aus, als ob der Verein keine Bewilligung für die Erneuerung seiner morschen Ufersicherung erhalten würde.

Unterdessen aber liegt eine Baubewilligung vor, wie Präsident Thomas Gerber an der Hauptversammlung vom vergangenen Freitag in Wilderswil berichtete – ein Projekt, das auch dank der Vermittlung von Gemeinde, Burgergemeinde, Schwellenkorporation und Fischereipachtvereinigung zustande gekommen sei.

Kredit bewilligt

Einen Kredit für den Ersatz der alten Fichtenstämme, die bisher die Aufzuchtteiche vor Überschwemmungen durch die Lütschine sichern, sprach eine ausserordentliche OFVI-Versammlung im Sommer. Da auf Anraten von Fachleuten neu haltbarere und auch etwas teurere Weisstannenstämme verwendet werden sollen, sprach die Versammlung am Freitag zudem einen Nachkredit von 8000 Franken. Damit kostet das Projekt insgesamt 40'000 Franken. Den Betrag kann der Verein dank seinem Eigenkapital, Rückstellungen und Spenden von 4000 Franken stemmen, wie Kassier Thomas Wolf erläuterte.

Keine Option war für den Vorstand Freiwilligenarbeit als Sparmassnahme. «Für diese Arbeit braucht es grosse Maschinen, die von Profis geführt werden», erläuterte Thomas Gerber. «Alles andere wäre viel zu gefährlich.» Die Bauarbeiten beginnen in den nächsten Tagen; für den Schutz der Fische vor Wassertrübungen kann die Wasserrückhaltung verwendet werden, die für die Sanierung der BOB-Linie am gegenüberliegenden Ufer eingerichtet wurde.

Unermüdliche Freiwillige

Alle anderen Vereinsaufgaben werden von Freiwilligen erledigt: Dazu gehört das tägliche Füttern der Forellen, die der OFVI im Auftrag des Kantons für den Besatz der Lütschine und anderer Bäche aufzieht, ebenso wie die Pflege der Anlage, die Bewirtschaftung der Pachtgewässer, die Organisation von Kursen und geselligen Anlässen sowie der Einsatz für fischfreundliche Gewässer und Renaturierungen.

Die Zahl der Mitglieder wuchs dank elf Neueintritten auf 245. Präsident, Vorstand und Revisoren wurden von der Versammlung mit Applaus für eine weitere Amtszeit bestätigt. Reto Feuz, Urs Grossniklaus und Markus Linder wurden nach 25 Jahren im Verein als Veteranen geehrt.

Fische besser geschützt

Fischereiaufseher Martin Flück erläuterte gesetzliche Neuerungen, besonders auch den besseren Schutz von Bachforellen und Äschen. So dürfen pro Jahr höchstens noch 50 Bachforellen behändigt werden. Und für Äschen in der Bödeliaare wurde die Schonzeit über die Sommermonate bis zum 31. August verlängert und das Fangmindestmass auf 40 Zentimeter heraufgesetzt. Für alle Fische gilt ein neues Schongebiet im obersten Teil des Interlakner Schifffahrtskanals.

Unterwasserriffe im Test

Auch die Lebensräume der Fische werden zum Teil wieder verbessert. So wird vielleicht schon im Herbst 2020 die Sperre im Sandweidli durch 14 Sperren ersetzt, damit grössere Forellen wieder bis nach Lauterbrunnen wandern können. Und für die Förderung von Weissfischen werden derzeit künstliche Unterwasserriffe in den Seen ge­testet.

Weiter berichtete Martin Flück über die Zählung von Seeforellen, die zum Laichen in die Hasliaare aufsteigen, mit elektronischen Schwellen und Filmkameras (wir berichteten). Die Methode soll künftig auch in der Lütschine angewandt werden, über deren Forellenbestand man nur wenig weiss. Die Forelle, eine wichtige Zeigerart für Gewässerqualität, ist Fisch des Jahres 2020.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch