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Neue Nutzung für den Flugplatz

Die Mitwirkung für die zivile Umnutzung des brachliegenden Armeeflugplatzes in St. Stephan läuft. Die Verantwortlichen informierten an einem öffentlichen Orientierungsabend über das komplexe Verfahren.

Für die Prospective Concepts Aeronautics AG ist die langfristige Entwicklung als Betriebsgesellschaft zusammen mit der Gemeinde von Bedeutung.
Für die Prospective Concepts Aeronautics AG ist die langfristige Entwicklung als Betriebsgesellschaft zusammen mit der Gemeinde von Bedeutung.
Fritz Leuzinger

«Damit das brachliegende Wertschöpfungspotenzial des Flugplatzareals von St. Stephan genutzt werden kann, erfordert es Planungssicherheit. Mit der Überbauungsordnung bekommen wir eine Chance zur wirtschaftlichen Entwicklung.» Mit diesen Worten eröffnete Gemeindepräsident Albin Buchs den Orientierungsabend in der Mehrzweckhalle Moos.

Die zivile Umnutzung des Flugplatzes St. Stephan war das Kernstück der öffentlichen Orientierung. In diese integriert war auch das Hochwasserschutzprojekt mit geplanten Korrekturen der Simme entlang des Flugfeldes.Die raumplanerischen und volkswirtschaftlichen Interessen zur Umnutzung des Flugplatz­geländes nehmen über St. Stephan hinaus regionale Formen an. Gegen 150 Personen liessen sich informieren.

Zu den Einheimischen gesellten sich Delegationen der Bergregion Obersimmental-Saanenland mit Geschäftsführer Andreas Grünig sowie Mitglieder der Behörden der Nachbargemeinden Lenk und Zweisimmen. Vertreten waren auch das Gewerbe und der Tourismus.

Viele Bewilligungen nötig

Aus den Informationen der Referenten und Projektleiter von Berner Planungsunternehmen zur Raum- und Ortsplanung ging eine nahezu unüberschaubare Komplexität hervor. Zum einen ist die aviatische Nutzung durch die Prospective Concepts Aeronautics AG mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft bis 2025 vertraglich geregelt.

Für eine langfristige Entwicklung sieht die Investorenfamilie Urs Baumann, der 77-jährige Textilunternehmer aus Langenthal, mit der Gemeinde St. Stephan die Bildung einer Betriebsgesellschaft vor. Wie vom VBS-Vertreter Simon Flückiger zu vernehmen war, könnte das Gelände bis in zwei Jahren veräussert werden. Für die zivile Aviatik ist dazu eine Bewilligung nach dem eidgenössischen Luftfahrtgesetz erforderlich.

Im nicht aviatischen Bereich erteilt die kantonale Gesetzgebung die Zustimmung für Nutzungen mit volkswirtschaftlicher Bedeutung. Davon betroffen sind die Landwirtschaft, das Gewerbe oder der Tourismus nach kantonalem Recht. Zur gewerblichen Nutzung gehören unter anderem der Kiesabbau und Kiestransporte durch die Firma Vigier sowie die Beowab-Fahrkurse und die Kurse Kristal. Der touristischen Nutzung der bestehenden Infrastruktur für Events sollte nichts im Weg stehen.

Mitwirkung läuft

Die nun bis zum 15. Januar aufliegende öffentliche Mitwirkungsvorlage umfasst die gesamte Planung zur Umnutzung des Flugplatzgeländes. Diese beinhaltet die Überbauungsordnung und den Teilzonenplan im Gewässerraum zum Flugplatz St. Stephan. Dazu kommen die Zonenplanänderung in die Empfindlichkeitsstufe III im Quartier Oey/Matten sowie die Baureglementsänderung zum Raumbedarf für Gewässer. Gemeindepräsident Buchs abschliessend: «Wir erwarten über das Mitwirkungsverfahren Reaktionen aus der Bevölkerung und sind zu Diskussionen bereit. Nur als Region sind wir stark.»

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