Monolithbrunnen bröckelt

Interlaken

Am Donnerstagabend ist die Seitenwand vom Monolithbrunnen in Interlaken abgebrochen. Das «Kunstwerk» wurde vor 16 Jahren gebaut und hat eine halbe Million Franken gekostet.

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Der vor 16 Jahren für eine halbe Million Franken erbaute grosse Wassersteinbrunnen auf dem Bahnhofplatz in Interlaken Ost scheint in marodem Zustand zu sein: Am Donnerstagabend gegen 21 Uhr ist an der 35 Meter langen Südwand des «Kunstwerks» die knapp zehn Zentimeter dicke, ein Meter hohe Seitenwand auf einer Länge von rund 15 Metern abgebrochen.

Wie Augenzeugen berichteten, hat sich der Vorgang langsam abgespielt, und für die anwesenden Personen habe zu keiner Zeit Gefahr bestanden.

Das Bauamt der Gemeinde Interlaken hat die Bruchstelle umgehend abgesichert und das Wasser des Brunnens abgestellt. In den nächsten Wochen wird das weitere Vorgehen durch die zuständigen Stellen besprochen.

«Als erstes geht es nun darum, Sofortmassnahmen zu treffen, damit wir den Brunnen raschmöglichst wieder in Betrieb nehmen können», sagt Gemeindepräsident Urs Graf auf telefonische Anfrage. Über das weitere Vorgehen wie Reparaturen und dergleichen werde im Verlaufe der nächsten Woche debattiert. Über die Schadenhöhe kann Graf keine Angaben machen: «Hier zeigen sich nun halt mal gewisse Altersschäden, und wir müssen darüber reden.»

Schon lange ein Sorgenkind

Bereits vor sieben Jahren kamen mehrere Risse zum Vorschein, einige Platten aus dem schwarzen Ringgenberger Kalkstein, die den Betonsockel umhüllen, waren damals bereits beschädigt. Die für den Bau zuständige Architektin Silvia Schenker kritisierte damals die Gemeinde, der Unterhalt des Brunnens sei nicht gemäss Konzept erbracht worden, und unter anderem sei auf dem Block im Winter gelegentlich auch der geräumte Schnee gelagert worden. Vonseiten der Planung sei jedenfalls damals nicht gepfuscht worden.

Berner Oberländer

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