Mini-Festival vor Bewährungsprobe

Brienz

Das Openair Tiefental findet zum 25. Mal statt. Zum Jubiläum gibt es ein dreitägiges Programm.

Ralph Fischer (links) und Max Reichmuth organisieren das 25. Festival Tiefental. Links der Eingang zum Laufstall, in dem die Bühne aufgebaut wird. Foto: Christoph Buchs

Ralph Fischer (links) und Max Reichmuth organisieren das 25. Festival Tiefental. Links der Eingang zum Laufstall, in dem die Bühne aufgebaut wird. Foto: Christoph Buchs

Vergilbte Fotos hängen an den Wänden von Fischers Bauernhof im Tiefental. Sie zeigen einen Festplatz auf einer grünen Wiese, einen Verpflegungsstand und eine Bühne jeweils unter einem Zelt. Housi Wittlin, eine Kultfigur des Berner Rocks, klemmt eine Zigarette zwischen die Saiten seiner Gitarre. Die Kleidung seiner Zuhörerschaft verrät, dass diese Schnappschüsse aus den 90er-Jahren stammen.

Als 1995 das erste Openair Tiefental stattfand, war Ralph Fischer gerade mal dreijährig. Und der Anlass war eigentlich nichts weiter als ein grösseres Geburtstagsfest für einen Cousin von Bruno Michel, einem Freund von Tiefental-Hausherr Peter Fischer, der hierzu sein Land zur Verfügung stellte. Obwohl es in Strömen regnete und die Organisation ziemlich chaotisch war, herrschte Wiederholungsbedarf.

Das Openair Tiefental fand fortan jedes Jahr im August statt. Und hatte zuweilen ziemliche Kracher der Schweizer Musikszene im Programm. So fanden beispielsweise Patent Ochsner und Polo Hofer mehrmals den Weg ins beschauliche Tiefental zwischen Brienz und Axalp. Im Jahr 2014, nach dem 20. Openair, übernahm Ralph Fischer die Organisation.

Make Plain und Baze

Der heute 27-jährige schrieb mit einem jungen Team die Geschichte des Openairs weiter. Einfach war es nicht. «Finanziell waren wir in den letzten vier Jahren knapp dran», sagt er. Das verhältnismässig kleine Budget im tiefen fünfstelligen Bereich lässt es nicht zu, Topstars auf die Tiefental-Bühne zu holen - was wiederum einen Einfluss auf die Besucherzahl hat. «Natürlich steht die Freude am Anlass im Vordergrund», sagt Fischer. «Aber wenn wir zum Schluss im Minus-Bereich sind, ist es schon hart.»

Zum Jubiläum präsentiert Fischer erstmals in der Tiefental-Geschichte ein Programm über drei Tage, wofür auch das Budget minimal erhöht worden ist. Hochkarätige Acts eröffnen das Festival am Freitag: The Rising Lights, eine aufstrebende Pop-Rock-Band aus Frauenfeld, gefolgt vom Tessiner Duo Make Plain, das zu zweit fünf Instrumente bedient und dazu noch singt, sowie Baze, einer der erfolgreichsten Hip-Hopper hierzulande.

Im Samstagsprogramm sticht das Saint City Orchestra heraus, das im Januar am «Touch the Mountains»-Festival in Interlaken vor einem grossen Publikum aufgetreten ist. Das vollständige Programm soll mindestens 300 Besucher ins Tiefental bringen. «Dann wären wir finanziell im Bereich der schwarzen Null», sagt Max Reichmuth. Der Sempacher unterstützt Ralph Fischer in der Organisation.

Vom Openair zum Festival

Ein paar Änderungen im Vergleich zu den Vorjahren gibt es. Die Wesentlichste: Der Anlass wurde um einen Monat vorverschoben. «Mitte August ist es schon ein paar Grad kälter als Mitte Juli», begründet Ralph Fischer; zudem gab es immer eine Terminkollision mit dem Openair Gampel. Und das bisherige Openair Tiefental heisst neu Festival Tiefental, weil der Begriff «Openair» irreführend ist: Bühne und Zuschauerraum befinden sich nicht im Freien, sondern unter dem Dach des Laufstalls.

Bewährt hat sich das Verpflegungsangebot. Aus Fleisch und Käse vom eigenen Hof gibt es Hamburger und Chäsbrätel, dazu selbstgemachte Pommes Frites, Salat und Risotto. Und natürlich gibt es einen Barbetrieb.

Das 25. Openair Tiefental ist wegweisend für die Zukunft, sagt Ralph Fischer. «Es sollte endlich mal fruchten.»

Infos Festival & Tickets:www.tiefental.ch

Berner Oberländer

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