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Lob und Tadel für Spiezer Terrasse

Gefällig, aber (zu) teuer: Die Kreditabrechnung der mit total 615'000 Franken zu Buche schlagenden Spiezer Terrasse am Bahnhof erfolgte im Grossen Gemeinderat nicht ohne Nebengeräusche.

Das Trottoir an der Bahnhofstrasse wurde um 1,8 Meter verbreitert, daher auch der Name «Terrasse».
Das Trottoir an der Bahnhofstrasse wurde um 1,8 Meter verbreitert, daher auch der Name «Terrasse».
Jürg Spielmann

Die Fraktionen von BDP und SP erhoben den verbalen Mahnfinger, ehe das Gemeindeparlament am Montagabend die Abrechnung der Spiezer Terrasse genehmigte. «Man sollte die Kosten von Beginn an im Auge behalten», fand Patrick Bürchler (BDP) und fragte: «Braucht Spiez immer die Rolls-Royce-Variante?»

Bürchler lobte aber auch: «Es ist ein gelungenes Projekt, das Geländer oder die Bepflanzung durch den Werkhof sind eine Augenweide. Die Verbreiterung des Trottoirs ist sinnvoll, sie wird von Chinesen rege zum ‹Fötele› der Bucht genutzt.»

Kritik an den Unterlagen

Diesen Ausführungen konnte sich Mario Dermon namens der SP anschliessen. Aber: Bei der Begründung der Mehrkosten von gut 35'000 Franken habe er «einen Chnüppu becho». Er wünschte sich exaktere Begründungen. Für ihn waren die Angaben im gemeinderätlichen Antrag nicht alle nachvollziehbar.

Bereits GPK-Sprecher André Sopranetti (SP) hatte eingangs darauf hingewiesen, die Unterlagen hätten «noch etwas Luft nach oben» gehabt. Die Spiezer Terrasse entlang der Bahnhofstrasse ist ursprünglich aus der Not heraus entstanden: Beim Umbau des über 100-jährigen Bahnhofes musste 2010 auch die Decke sprich die Strasse über der ehemaligen Buffetküche saniert werden.

In dem Bereich wurde das Trottoir um 1,8 Meter gefällig verbreitert. Die Mehrkosten für die erste Etappe der Spiezer Terrasse hatte die Gemeinde zu berappen; mit der Bauherrin BLS AG waren pauschal 145'000 Franken ausgehandelt worden.

Im Herbst 2012 wurde im Zug der Sanierung der Bahnhofstrasse eine zweite Etappe als Verlängerung ausgearbeitet. Der vom Grossen Gemeinderat (GGR) abgesegnete Kredit über 434'000 Franken wurde um die erwähnten 35'617 Franken überschritten. Begründung: unvorhergesehene Arbeit (22'000 Franken), Winterbaumassnahmen und dadurch zusätzliche Honorare für Ingenieur und Architekt (je 7000 Franken) und Fugenabdichtung wegen Wassereinbruchs im Bereich Blues- und Rockbar.

Den Nachkredit (8,2% des Verpflichtungskredites) hat der Gemeinderat in eigener Kompetenz genehmigt. «Es ist ein relativ altes Geschäft, in das einzig Leute involviert waren, die nicht mehr bei der Gemeinde arbeiten», erklärte Rudolf Thomann (SVP) als neuer Bauvorsteher. Darum sei Diverses im Nachhinein nur schwerlich nachzuvollziehen.

Bucht-Steg war günstiger

Ebenfalls einstimmig, aber ohne jede Wortmeldung winkte der GGR die Abrechnung des sanierten Fussgängerstegs in der Bucht durch. Das Teilstück Seegarten–Ländte kostete 224'184 Franken. Der Verpflichtungskredit von 265'000 Franken wurde um knapp 41'000 Franken unterschritten. Einerseits waren die Arbeiten günstiger ausgefallen als offeriert. Andererseits sei der Posten Reserve nicht beansprucht worden, begründete der Gemeinderat.

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