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Gletschersee lief «gemächlich» aus

Per SMS wurde die Bevölkerung am Samstagmorgen informiert, dass sich der Gletschersee oberhalb der Lenk entleert.

Der Faverge-Gletschersee auf der Plaine-Morte-Ebene läuft aus.
Der Faverge-Gletschersee auf der Plaine-Morte-Ebene läuft aus.
Bruno Petroni

Übers Wochenende entleerte sich der Gletschersee oberhalb der Lenk zu grossen Teilen. Am Samstagmorgen um drei Uhr wurden die Einwohnerinnen und Einwohner des Dorfes per SMS alarmiert. Entlang des Trübbachs und der Simme sei grösste Vorsicht geboten, mahnten die Behörden. Flutwellen seien nämlich nicht auszuschliessen, hiess es auf der Website der Gemeinde Lenk.

Wasser floss langsam ab

Im Vergleich zu anderen Jahren ging die Entleerung allerdings recht gemächlich vonstatten, sagte Wasserbauingenieur David Hodel bereits am Samstag. Von Freitag auf Samstag sei der Seepegel um 2,5 Meter gesunken, was etwa einem Ausflussvolumen von 200'000 Kubikmetern Wasser entspreche. Diese Abflusswerte seien in der Lenk unten fast nicht spürbar, so David Hodel. Die Hochwasserwarnung an die Einwohnerinnen und Einwohner sei lediglich erfolgt, damit diese in gefährdeten Gebieten allenfalls Schutzmassnahmen hätten treffen können.

Als sich der Favergesee zu entleeren begann, befanden sich darin noch rund eine halbe Million Kubikmeter Wasser, das sich verhältnismässig langsam in eine neue Gletschermühle ergoss.

Kanal bewährt sich

Hans-Ueli Hählen, zuständig für den Unterhalt der technischen Messgeräte und Infrastrukturen auf dem Plaine-Morte-Gletscher, unterstrich derweil den Nutzen des Entlastungskanals: Es be­stätige sich, dass sich der grosse Aufwand mit dem Entlastungskanal gelohnt habe, schrieb er am Samstag auf Facebook.

Durch den Kanal habe die Wasser­menge vor dem Ausbruch deutlich re­duziert werden können, sagte am Sonntag auch Peter Zeller, Prä­sident der Schwellenkorporation Lenk. Vor Inbetriebnahme des Kanals habe das Wasservolumen über 1,5 Millionen Kubikmeter betragen. Weil die verbleibenden 500'000 Kubikmeter Wasser nun recht langsam abflossen, sei alles ohne Probleme verlaufen. Gefährlich hätte es nur werden können, wenn die Entleerung innerhalb weniger Stunden passiert wäre, so Zeller.

In früheren Jahren schwappte der Gletschersee auf der Plaine Morte regelmässig über, und es kam zu Hochwasser. Auf diesen Sommer hin wurde ein Entlastungskanal gebaut, der den Abfluss des Wassers berechenbarer machen soll.

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