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Kündigung: Gericht pfeift Gemeinde zurück

Eine Gemeinde in der Region Thun hat einer Verwaltungsangestellten zu Unrecht gekündigt. Das stellt das Verwaltungsgericht fest. Die Gemeinde muss die Frau weiterbeschäftigen – oder gelangt ans Bundesgericht.

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Zu Unrecht gekündigt: Gemäss Urteil des Verwaltungsgerichts muss die Gemeinde die Frau weiterhin anstellen.
Zu Unrecht gekündigt: Gemäss Urteil des Verwaltungsgerichts muss die Gemeinde die Frau weiterhin anstellen.
Keystone

Arbeitsverhältnisse können sich bisweilen schwierig gestalten – das gilt für den privaten Sektor genauso wie für die Verwaltung. Dieser Fall aus einer Gemeinde in der Region Thun beschäftigte kürzlich das bernische Verwaltungsgericht: Vor drei Jahren trat eine Frau eine Stelle im Finanzbereich an und war zunächst dem Gemeindeverwalter unterstellt.

Dieser verliess aber kurz darauf die Gemeinde, laut dem schrift­lichen Urteil des Verwaltungs­gerichts handelte es sich damals «unstrittig um eine turbulente Zeit». Die Gemeindeverwaltung sei durch einen Stellvertreter geführt, eine externe Finanzverwalterin angestellt worden.

Autoritäres Verhalten?

Dann beschloss der Gemeinderat, die Funktion des Gemeindeverwalters auf zwei Stellen (Gemeindeschreiberin und Finanzverwalterin) zu verteilen. Die neue Finanzverwalterin und die Angestellte hatten aber das Heu nicht auf der gleichen Bühne: «Die Arbeitsbeziehung zwischen der Beschwerdeführerin und der Finanzverwalterin entwickelte sich ungünstig», hält das Verwaltungsgericht fest.

Die Beschwerdeführerin habe geltend gemacht, unter dem autoritären Verhalten und zahllosen ungerechtfertigten Vorwürfen seitens der Finanzverwalterin gelitten zu haben.

Fehlender Wille?

Diese ihrerseits habe fehlenden Willen und Entgegenkommen seitens der Angestellten moniert. Beide Parteien gelangten schliesslich mit gegenseitigen Beschwerden über die Arbeitsweise der jeweils anderen Person an die Gemeindeschreiberin. In mehreren Gesprächen versuchten die Parteien, das belastete Verhältnis zu entspannen – vergeblich, die Gemeinde kündigte das Arbeitsverhältnis.

«Pauschal und unbestimmt»

Das liess die Angestellte nicht auf sich sitzen und gelangte an den Regierungsstatthalter. Ihr sei keine Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt worden – und die Gemeinde sei ihrer Aktenführungspflicht nicht gehörig nachgekommen. Das sah der Regierungsstatthalter anders und wies die Beschwerde ab. Worauf die Frau ans Verwaltungsgericht gelangte – und nun gewann: Konkretes Fehlverhalten seitens der Beschwerdeführerin oder einzelne Vorkommnisse seien kaum dokumentiert, die Vorwürfe der Gemeinde gegenüber dieser «pauschal und unbestimmt» geblieben.

Entscheidet Lausanne?

Deshalb sei die Beschwerde der Frau gutzuheissen, die Kündigungsverfügung und der Entscheid des Regierungsstatthalters aufzuheben. Damit tritt laut Verwaltungsgericht der personalrechtliche Grundsatz der Weiterbeschäftigung in Kraft. Die Gemeinde kann innert 30 Tagen Beschwerde ans Bundesgericht führen.

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