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Kirchhöre war die Wiege der Amtsschützengesellschaften

Vor zweihundert Jahren erliess die Berner Obrigkeit ein Dekret zur Gründung von Amtsschützengesellschaften. Die Kirchhöre Gsteig war mit der Gründung ihrer Unterabteilung die erste Schützengesellschaft im Amtsbezirk Interlaken.

Eine Zeichnung von Rudolf Münger zeigt die Amtsschützen von Bern, Biel, Aarwangen, Wangen, Trachselwald und Konolfingen.
Eine Zeichnung von Rudolf Münger zeigt die Amtsschützen von Bern, Biel, Aarwangen, Wangen, Trachselwald und Konolfingen.
Hans Heimann

«Mit dem Einmarsch der französischen Truppen in die Schweiz 1798 und dem Untergang der alten Eidgenossenschaft war das seit Jahrhunderten gepflegte Schiesswesen völlig zusammengebrochen. Erst nach dem Wiener Kongress von 1815, welcher der Schweiz die Anerkennung der Neutralität gebracht hatte, reaktivierte die bernische Regierung das Schiesswesen», blendet Dr. Re­gula Berger, Direktorin des Schützenmuseums in Bern, zurück.

«Am 7. Juli 1818, also vor zweihundert Jahren, verordneten der Schultheiss und der Kriegsrat der Stadt und Republik Bern per Dekret, dass in jedem Amtsbezirk eine Amtsschützengesellschaft zu gründen sei.» Es konnten so viele Unterabteilungen gebildet werden, als der Bezirk Kirchgemeinden zählte.

Einheitliches Reglement

Schon kurz nach dem Erlass kam es zur Gründung der ersten Schützengesellschaft im Amtsbezirk Interlaken. Dies war die Unterabteilung Kirchhöre Gsteig mit Schützenmeister Peter Balmer von Wilderswil.

Weitere Unterabteilungen entstanden in Unterseen und Brienz. Jede Abteilung hatte ein Schiessreglement zu erstellen. Diese fielen darum verschiedenartig aus, die Regierung ordnete Korrekturen zu einheitlichen Reglementen an.

Dasjenige der Kirchhöre Gsteig wurde erst am 2. April 1819 fertig erstellt und ist bis heute erhalten geblieben. Gemäss Reglement musste jede Amtsschützengesellschaft pro Jahr mindestens zwei und die Unterabteilungen mindestens sechs Übungen abhalten. Geschossen werden musste stehend mit freier Hand, auf eine Distanz von 500 Schuh.

Aufgelöst und neu gegründet

Als Folge der Zentralisation des Militärwesens wurden die Amtsschützengesellschaften 1856 offiziell aufgelöst. Einige Unterabteilungen blieben als eigenständige Schützengesellschaften bestehen wie etwa diejenigen in Saanen, Frutigen und Fraubrunnen, die den Namen Amtsschützen bis heute verwenden.

Es bildeten sich aber auch neue Vereine wie etwa die Feldschützen Bönigen, die 1863 ins Leben gerufen wurden, mit ihrem ersten Präsidenten Hans Mühlemann. Die Feld­schützengesellschaft Matten besteht seit 1862, die Feldschützen Därligen seit 1872, und 1874 ist das Gründungsjahr der Unspunnenschützen Wilderswil. Der heutige Bestand des Kantonalschützenvereins Bern umfasst über 700 Gesellschaften.

Ausstellung: Das Schweizer Schützenmuseum in Bern zeigt in einer Sonderausstellung ab 18. August die Geschichte der Stadtschützen Bern, deren Gründung ebenfalls auf das Dekret von 1818 zurückgeht.Mehr Informationen unter www.schuetzenmuseum.ch.

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