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Sturmwinde bremsen Rekordjagd der Jungfraubahn

Gut eine Million Menschen fuhren 2019 auf das Jungfraujoch. Im Vorjahr waren es aber mehr gewesen.

Über eine Million Gäste auf dem Jungfraujoch: Zum vierten Mal in der Unternehmensgeschichte wurde diese Grenze überschritten.
Über eine Million Gäste auf dem Jungfraujoch: Zum vierten Mal in der Unternehmensgeschichte wurde diese Grenze überschritten.
Adrian Moser

Bis im November war die Jungfraubahn auf Kurs für einen neuen Jahresrekord an Fahrgästen. Doch dann sorgten Sturmwinde dafür, dass der Betrieb an mehreren Tagen ruhen musste. Die Zahl der Besucher auf dem Jungfraujoch nahm deshalb 2019 ab.

Der Rückgang beträgt gegenüber dem Rekordwert aus dem Vorjahr ein Prozent auf 1,056 Millionen Personen, wie die Jungfraubahn-Holding gestern mitteilte. Dennoch resultierte der zweithöchste Wert in der Geschichte. Und zum vierten Mal wurde die Zahl von einer Million Besuchern übertroffen. Dies erneut insbesondere wegen der vielen Touristen aus Asien.

Es wäre noch mehr möglich gewesen. Wegen Sturmwinden war im letzten Jahr aber an insgesamt 15 Tagen der Bahnbetrieb auf das Jungfraujoch eingestellt. Das waren so viele sturmbedingte Ausfalltage wie noch nie, wie Geschäftsleiter Urs Kessler zu dieser Zeitung sagte.

Doch die Sicherheit gehe vor. Schliesslich ist die Bergbahnengruppe vom berüchtigten Guggiföhn schon mehrfach getroffen worden. Im letzten November beschädigten Orkanböen die Bar neben dem Starthäuschen der Lauberhornabfahrt schwer.

Andrang über die Festtage

Wetterbedingt konnte sodann die Jungfrau-Skiregion, die zur Mehrheit der Jungfraubahn-Holding gehört, nicht so früh wie erhofft in die Saison starten. Trotzdem lief der Verkauf des Top-4-Skipasses für die Regionen Adelboden-Lenk, Gstaad, Jungfrau und Meiringen-Hasliberg besser als im Vorjahr.

42'198 Top-4-Skipässe konnten bis zum Ende des Vorverkaufs am 15. Dezember zum Vorzugspreis von 666 Franken abgesetzt werden. 2018 waren es lediglich 38'000 gewesen.

Auf Interesse und viele neugierige Wintersportgäste seien die Teileröffnung des Trminals Grindelwald und die neue Männlichenbahn mit der neuen Bahnhaltestelle direkt bei der Talstation gestossen, hiess es. So verzeichnete die Jungfrau-Skiregion vom Saisonstart bis zum 31. Dezember 165300 Skigäste. Das sind 8 Prozent mehr als in der gleichen Vorjahresperiode.

Sehr gut lief das Skigeschäft über die Festtage. Allerdings war neben anderen Skigebieten auch die Jungfrau-Skiregion von den IT-Problemen der österreichischen Systembetreiberin Axess betroffen. Weil offenbar die Server überlastet waren, konnten die im Vorverkauf erworbenen Skipässe an den Talstationen vorübergehend nicht aktiviert werden. Das führte vor allem am Tag vor Silvester zu Wartezeiten.

Trotzdem tummelten sich an einzelnen Tagen auf den Pisten oberhalb von Wengen und Grindelwald gar über 17800 Skifahrerinnen und Skifahrer. Damit wurde jene Marke übertroffen, die Jungfraubahn-Chef Kessler ab der Saison 2020/2021 als Limite angekündigt hat. Erreicht der Ansturm diese Zahl, sollen keine Skipässe mehr verkauft werden. Mit der Limitierung gehe es darum, den Leuten Qualität zu bieten, sagte Kessler.

Saisonale Tarife

An eine Erhöhung der Tagespreise bei schönem Wetter und viel Andrang denkt Kessler nicht. Geprüft würden aber saisonal unterschiedlich hohe Preise. Der Skipass wäre damit in den Weihnachtsferien und in den Sportwochen im Februar teurer als im Januar. Saisonal unterschiedlichen Tarife gelten bereits für die Bahnbillette auf das Jungfraujoch. Ebenso ist der Zugang auf das Joch auf 5500 Personen pro Tag limitiert.

Kessler will aber keine Kunden abweisen, sondern ihnen andere, attraktive Angebote unterbreiten, wie er sagte. Eine immer beliebtere Alternative ist die Fahrt auf den Harder bei Interlaken. Die Standseilbahn steigerte letztes Jahr die Frequenzen um 11,7 Prozent. Erstmals konnten über 300'000 Gäste begrüsst werden. Aber auch hier gab es hin und wieder Warteschlangen.

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