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Jahrbuch schreibt Oberländer Geschichte

Chalet- und Parkettfabrik, Generalstreik 1918 und Hornussen: Das Jahrbuch des Uferschutzverbandes Thuner- und Brienzersee überrascht mit Geschichten über Handwerk, Kultur und Landschaft.

Chalet Diana am Höheweg in Interlaken: Das Holzhaus aus der Blütezeit der Chaletfabrik Unterseen hat es als gut erhaltenes Schmuckstück bis in unsere Zeit geschafft. Foto: Peter Wenger
Chalet Diana am Höheweg in Interlaken: Das Holzhaus aus der Blütezeit der Chaletfabrik Unterseen hat es als gut erhaltenes Schmuckstück bis in unsere Zeit geschafft. Foto: Peter Wenger

Kurz vor der Generalversammlung des Uferschutzverbandes Thuner- und Brienzersee (UTB) erscheint deren Jahrbuch mit einem Strauss an spannenden Artikeln. Berichte über die Lebensweise, wie sich die Bergbevölkerung im kargen Berggebiet über Wasser halten konnte, Studien, wie es die Natur geschafft hat, trotz fremden Einflüssen zu überleben. Kurz, ein Werk, das die Vielfalt unserer Region auf überraschende Art beschreibt. Auch dieses Jahr gelingt es dem Redaktionsteam – Gisela Straub, Sibylle Hunziker und Stefan Seiler –, mit spannenden Themen zu überraschen.

Chalets für die Welt

Wer sich an die Sechzigerjahre erinnert, dem kam das weitläufige Areal wie ein grosser Moloch vor. Viele verschlungene Wege führten an hohen Holztürmen, Lagerhallen, einer Sägerei, einem Hobelwerk und Montagehallen vorbei. Die Anlagen dienten von 1850 bis zum Zeiten Weltkrieg der Herstellung von Oberländer Chalets. Im Baukastensystem vorfabriziert, fanden die «Schweizerhäuser» Liebhaber in aller Welt. Eine besondere Spezialität war die Herstellung von Parkettböden aus ausgesuchten Hölzern. 1935 wurde aus der «Pargetti» die HTI Hoch- und Tiefbau AG Interlaken.

Warum fanden die Holzhäuser Liebhaber in der weiten Welt? Weshalb entstand auf dem Bödeli eine Chalet- und Parkettfabrik? Martin Fröhlich erzählt die bewegte Geschichte des industriellen Holzbaus im 19. Jahrhundert und untersucht dabei die wirtschaftliche Bedeutung für das Berner Oberland auf spannende Art. Martin Fröhlich hat Architektur an der ETH Zürich studiert und war danach Dozent an der Berner Fachhochschule für Architektur und Denkmalpflege.

Jael Apperts Maturaarbeit befasst sich mit Milchschafen. Der Einfluss einer gezielten Fütterung gewinnt zunehmend an Bedeutung. In Jael Apperts Arbeit werden die Erfahrungen und Resultate auf einem Biobetrieb dargestellt. Beim Versuch wurde die Menge des Kraftfutters halbiert und durch Luzerne, eine Klee-Art, ersetzt. Mit dem Resultat, die Milchmenge ging leicht zurück, jedoch nahm der Fett- und Eiweissgehalt der Milch zu. Jael Appert – ein Grindelwalder – hat seine Maturaarbeit am Gymnasium Interlaken vorgestellt. Seine Zukunftspläne: ein Studium als Veterinärmediziner an der Universität Bern.

Alles steht still

Wenn man den Beitrag «Hornussen im Wandel der Zeit» von Lukas Staub über den ländlichen Volkssport gelesen hat, kann man mit viel Fachkenntnis im Rucksack ruhig das nächste «Eidgenössische» besuchen. Gut gerüstet, wird der Spass doppelt so gross sein. Lukas Staub ist im Emmental aufgewachsen und seit 12 Jahren in Lauterbrunnen zu Hause. Nach der Matura am Gymnasium Interlaken absolvierte er eine Zusatzlehre als Landschaftsgärtner.

Leonie Stalder, ihr Beitrag befasste sich mit dem einen geschichtlichen Thema, das politische Auswirkungen bis ins Oberland hatte: dem Landesstreik 1918. Hundert Jahre sind es her, der Erste Weltkrieg kaum beendet, eine Teuerung und soziales Elend waren die Folgen. An der Spanischen Grippe – nicht zu verwechseln mit Infektionskrankheiten heutiger Zeit – starben allein in der Schweiz 25'000 Menschen. Leonie Stalder ist in Gsteigwiler aufgewachsen. Nach der Matura wartet ein Studium als Bauingenieurin an der Fachhochschule Nordwestschweiz.

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