Im zweiten Anlauf ein Ja zum Dienstleistungszentrum

Wilderswil

Die Gemeindeinitiative für ein Betriebsgebäude in Wilderswil samt 2. Stock für die Gemeindeverwaltung erhielt 480 Stimmen – 113 mehr als die Initiative, die den Verzicht auf den 2. Stock forderte.

So soll das Betriebsgebäude dereinst aussehen. Illustration: PD

So soll das Betriebsgebäude dereinst aussehen. Illustration: PD

47,24 Prozent der Wilderswiler Stimmberechtigten gingen bis am Sonntag zur Urne. 55,75 Prozent von ihnen sagten Ja zur Gemeindeinitative «Verschleudern von Steuergeldern vermeiden», die forderte, dass das Betriebsgebäude für Feuerwehr, Gemeindebetriebe und Werkhof für 7,75 Millionen Franken genau so gebaut wird, wie es geplant und bewilligt ist, und dass die Gemeindeverwaltung in den2. Stock zieht.

Mit der Initiative hatten Beat Brunner und seine Mitstreiter auf die Gemeindeinitiative «Verzicht auf Drittnutzung im Betriebsgebäude» reagiert. Damit forderten Eduard Schild und seine Mitinitianten den Verzicht auf das Bürogeschoss, nachdem die Bürger 2018 an der Urne einen Umzug der Gemeindeverwaltung ins Betriebsgebäude am Dorfrand noch abgelehnt hatten.

Neue Entwicklungen

Allerdings rechnete der Gemeinderat in der Abstimmungsbotschaft vor, dass die Einsparung so gering wäre, dass die Folgekosten höher lägen, als wenn die Gemeinde das Bürogeschoss selber für die Gemeindeverwaltung ausbauen und dafür die bisherige Miete einsparen könne. Und es wurde bekannt, dass die Spitäler fmi einen Rettungsstützpunkt ans Betriebsgebäude anbauen möchten und dass die Zivilschutzorganisation Jungfrau ernsthaft prüft, sich neben der Gemeindeverwaltung einzu­mieten.

Er mache sich nach wie vor ­Sorgen, was die grosse Investition für den Steuerfuss, den finanziellen Spielraum der Gemeinde, den Unterhalt der Infrastruktur und die wachsende Schule bedeute, sagte Eduard Schild am Sonntag, als das Resultat der Abstimmung feststand. «Aber der Entscheid ist demokratisch und deutlich, und ich habe keine Mühe, ihn zu akzeptieren.»

«Ich freue mich über das Ja und die hohe Stimmbeteiligung, und ich freue mich, dass Wil­derswil nun ein modernes Dienstleistungszentrum bekommt», sagte Beat Brunner. Und er ist zuversichtlich, dass sich der Gemeinderat für eine gute Erschliessung des Standortes, insbesondere auch mit einer Bushaltestelle, einsetzt.

Baubeginn im Herbst

Gemeindepräsidentin Marianna Lehmann zeigte sich erleichtert, dass das Betriebsgebäude nun gebaut werden kann – voraussichtlich von Herbst 2019 bis Herbst 2020. Vielleicht finde die nicht ständige Kommission Betriebsgebäude sogar eine Lösung, wie das Material aus dem alten Feuerwehrmagazin vorzeitig und ohne Provisorium gezügelt werden könne; denn das alte Magazin wird 2020 für den Bau der Dorfumfahrung abgerissen. Zudem suche die nicht ständige Kommission Schule eine Lösung für die Tagesschule, die bisher im Feuerwehrmagazin untergebracht ist.

«Die Entwicklung der Gemeindefinanzen behält der Gemeinderat genau im Auge»,versichert die Gemeindepräsidentin. So seien verschiedene Massnahmen geplant – etwa der Verkauf von Liegenschaften, welche die Gemeinde für ihre Aufgaben nicht mehr brauche. Doch nach aktuellem Stand rechne der Finanzplan selbst nach 2021 mit positiven Rechnungsergebnissen. «Und auch in der Investitionsplanung für die nächsten zehn Jahre deutet bisher nichts auf eine Steuererhöhung hin.»

Im Schulkeller geben die Dorfvereine Lagerräume für die Schule frei, die so aus bisherigen Materialräumen zusätzliche Gruppenräume machen kann. «Das kostet 150000 Franken, und wir sind zu Beginn des neuen Schuljahres im August bereit», sagt Marianna Lehmann. Sollten die Schülerzahlen weiter steigen, werde die Gemeinde nach Bedarf die Optionen der Machbarkeitsstudie umsetzen, die an der letzten Altjahrsversammlung vorgestellt wurde.

Berner Oberländer

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