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Hochwasserschutz wird günstiger

Mit dem aktuellen Projekt für die Dorfumfahrung Wilderswil wird der Hochwasserschutz günstiger. Die Schwellenkorporation Bödeli Süd genehmigte am Donnerstag die entsprechenden Änderungen des Wasserbauplans.

Im Frühling 2018 soll der Grosse Rat des Kantons Bern über einen Kredit von 7 Millionen Franken für den Wasserbauplan Lütschine entscheiden – zugleich mit dem Beschluss über die Dorfumfahrung Wilderswil. Denn die beiden Projekte sind punktuell verknüpft: Der geplante Strassentunnel im Bereich des Bahnhofs Wilderswil ist zugleich auch als Entlastungsstollen für extrem grosse und seltene Hochwasser vorgesehen. Wegen der Verknüpfung mit der Umfahrung war dieser Teil noch ausgenommen gewesen, als der Grosse Rat 2016 den insgesamt 38,2 Millionen Franken teuren Wasserbauplan Lütschine genehmigte.

1,2 Millionen Franken sparen

Das Warten hat sich gelohnt, wie der zuständige Ingenieur Rolf Künzi an der ausserordentlichen Versammlung der Schwellenkorporation Bödeli Süd am Donnerstag in Matten erläuterte. Denn unterdessen ist das Projekt günstiger geworden. So mündet der Umfahrungstunnel nach den aktuellen Plänen nicht mehr westlich des Bahntrassees in die Kantonsstrasse Richtung Interlaken, sondern östlich in einen Seitenarm des künftigen Autobahn­direktanschlusses für die Gewerbezone.

Damit führt er direkt auf den ehemaligen Flugplatz – genau dorthin, wo auch das Wasser bei einem extremen (mehr als 300-jährlichen) Hochwasser fliessen soll. «Die Schwelli kann sich also den Bau des ursprünglich vorgesehenen Ausleitwerks sparen», sagte Künzi. Neu muss das Gelände beim Direktanschluss modelliert werden, damit das Wasser nicht nach Matten oder auf die Autobahn geleitet wird, sondern wie geplant einen See auf dem Flugplatz bildet, der später abgepumpt werden kann. Ähnlich wie schon zum Schutz der Bahnlinie sind sehr flache, 50 bis 80 Zentimeter hohe Dämme vorgesehen, welche die Bewirtschaftung des Kulturlandes nicht behindern. «Weil aber das Ausleitwerk wegfällt, werden netto 1,2 Millionen Franken eingespart», sagte Künzi.

Keine Gegenstimmen

Die zweite Änderung betrifft das Rotebächli, das am oberen (südlichen) Ende von Wilderswil in die Lütschine mündet. Weil der Kreisel, mit dem die Dorfumfahrung in diesem Bereich an die Strasse Richtung Lütschinentäler angeschlossen werden soll, nun etwas weiter südlich geplant ist als ursprünglich vorgesehen, muss das Bächlein an dieser Stelle nicht verlegt werden. Dafür kann es 30 Meter weiter flussabwärts als heute in die Lütschine geleitet werden. «Dadurch wird das Wasser im Rotebächli weniger hoch zurückgestaut, und es braucht weniger hohe Dämme», erklärte der Ingenieur.

Diese Änderungen seien insgesamt kostenneutral. Bei der öffentlichen Auflage, die im Juli zu Ende gegangen war, hatte es keine Einsprachen gegen die Änderungen gegeben, und in der Versammlung vom Donnerstag wurden sie ohne Gegenstimme genehmigt.

Unterirdische Hindernisse

An der Versammlung kam auch die Planung von Car- und Anhängerparkplätzen auf dem Flugplatz zur Sprache, die aber Sache der Regionalkonferenz ist. Und aus der Versammlung wurde darauf hingewiesen, dass im Lütschinendamm ob der Saxetbachmündung, auf dem die Schwellenkorporation einen Reckweg plant, diverse Leitungen verlaufen und dass in dem Gebiet zudem Altlasten von einer früheren Abfalldeponie lagern.

Präsident Matthias Ritschard erklärte, dass sich die Schwelli der beiden Schwierigkeiten bewusst sei, sie aber einen südseitigen Zugang zum Saxetbachdelta brauche, damit Geschiebe abgeführt werden könne. Denn die Bagger, die es am Ort gebe, seien zu klein, um von Norden her das Material von der ganzen Breite des Saxetbachdeltas zu entfernen.

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