Heute gehts los: Fliegend und zu Fuss von Hütte zu Hütte

Grindelwald

Am Mittwoch wird im Dorfzentrum von Grindelwald das viertägige Gleitschirmrennen Eigertour gestartet.

Wie hier Chrigel Maurer hoch über dem Oberen Eismeer werden an der 2. Eigertour in den nächsten vier Tagen 77 Piloten von Hütte zu Hütte quer durch das Oberland fliegen – und laufen. Foto: Bruno Petroni

Wie hier Chrigel Maurer hoch über dem Oberen Eismeer werden an der 2. Eigertour in den nächsten vier Tagen 77 Piloten von Hütte zu Hütte quer durch das Oberland fliegen – und laufen. Foto: Bruno Petroni

Ab Mittwoch Mittag werden sie wieder den Himmel über Grindelwald mit zahlreichen bunten Punkten beleben und in einem Dutzend Oberländer Berghütten für Action und Unterhaltung sorgen: 77 Piloten aus 15 Nationen. Das sind mehr als doppelt so viele wie bei der Premiere vor einem Jahr. Sie alle starten um 12 Uhr mittags auf dem Eiger+-Platz in Grindelwald zum viertägigen Gleitschirmrennen kreuz und quer durch das ganze Berner Oberland.

Die 2. Eigertour gilt auch ein bisschen als X-Alps-Revanche. Bekanntlich hat vor zwei Wochen der Frutiger Christian «Chrigel» Maurer das X-Alps zum sechsten Mal gewonnen; sein zwölf Jahre jüngerer Freund Patrick von Känel erreichte das Ziel in Monaco im international topbesetzten X-Alps-Feld als Achter. Wie schon letztes Jahr stehen die beiden Frutiger heute auch wieder an der Eigertour am Start.

Küken gegen Mentor

Nun hat von Känel also die grosse Chance, seinem eigenen Mentor und Förderer endlich mal den Rang abzulaufen. Letztes Jahr war es am letzten Renntag der Eigertour schon mal sehr knapp geworden. War doch von Känel Maurer stets dicht gefolgt und zeitweise gar in Führung, ehe Letzterer in den letzten Stunden des Rennens durch einen geschickten taktischen Zug bei äusserst schwierigen Flugbedingungen die Entscheidung zu seinen Gunsten herbeigeführt hat und gewann.

Selfie als Beweismittel

Das Regelwerk der Eigertour ist recht simpel und spontan, so wie die Athleten dieser stark aufkommenden Hike-&-Fly-Szene in der Regel selber auch: In einer definierten Reihenfolge müssen die Teilnehmer 14 in den Berner Alpen liegende Berghütten besuchen. Vor jeder Hütte müssen sie ein Selfie machen, auf dem sowohl die Hütte als auch sie selber und ihre Ausrüstung zu sehen sind. Aus Sicherheitsgründen herrscht jeweils zwischen 21 und 5.30 Uhr obligatorische Ruhezeit; während dieser dürfen sich die Athleten maximal 250 Meter vom definierten Ruhepunkt entfernen.

Wo sie die Nacht verbringen, bleibt ihnen überlassen. Jeder trägt rund um die Uhr einen Transponder auf sich, welcher der Jury zur Kontrolle dient und gleichzeitig dem interessierten Publikum ermöglicht, das Rennen im Internet in Echtzeit live mitzuverfolgen.

Zuerst auf die First

Am Dienstagabend um 20 Uhr gab Initiant und OK-Chef Michael Witschi, Sportchef des einheimischen Deltaclubs Jungfrau Tächi die Reihenfolge der zu besuchenden Berghütten bekannt. Dies sind das Berghaus First, dann Tierberg-, Gauli- und Lobhornhütte und das Berghaus Niesen Kulm.

Ab hier trennen sich die Kategorien: Die 12 angemeldeten Profis ziehen weiter via Fluhsee-, Balmhorn-, Doldenhorn-, Fründen-, Blümlisalp-, Schmadri-, Schiltalp und Bäregghütte. Das 65-köpfige Feld der Challenge-Kategorie visiert ab Niesen die Doldenhorn-, Schmadri- und Bäregghütte an. Wer als erster in Grindelwald eintrifft, auf den warten Zusatzrunden via Gleckstein-, Bäregg-, Schiltalp- und Lobhornhütte (Challengeklasse ohne Schiltalp).

Extrem anspruchsvoll

Die grösste Herausforderung für die Startenden ist das möglichst direkte Anfliegen der Hütten ohne mühsamen und zeitraubenden Aufstieg zu Fuss. Das Benützen jeglicher Transportmittel oder Bahnen ist natürlich untersagt. Das Landen im hochalpinen Gelände im Hüttenbereich erfordert viel Erfahrung und ist unter Wettkampfstress und aufkommenden Müdigkeitserscheinungen nicht ungefährlich, gab es doch bei der Premiere bei 37 Gestarteten je einen Arm- und Fussbruch sowie eine Knieverletzung zu beklagen.

Livetracking: www.eigertour.rocks

Berner Zeitung

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