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Grönemeyer-Show am Seaside Festival

Der deutsche Superstar Herbert Grönemeyer überzeugte am Openair in der Spiezer Bucht nicht nur mit Gesang, er äusserte sich auch unmissverständlich gegen Rechtspopulismus.

Blendend aufgelegt, hatte Herbert Grönemeyer am Seaside Festival nicht nur etwas zu singen, sondern auch zu sagen.?Foto:
Blendend aufgelegt, hatte Herbert Grönemeyer am Seaside Festival nicht nur etwas zu singen, sondern auch zu sagen.?Foto:
zvg/Rob Lewis
Der deutsche Superstar zog die Massen nach Spiez.
Der deutsche Superstar zog die Massen nach Spiez.
zvg/Rob Lewis
In Scharen Strömen die Musikfans der Spiezer Bucht entgegen, wo das 3. Seaside Festival über die Bühne geht. Die Sonne vermag sich noch nicht gegen die Wolkendecke durchsetzen.
In Scharen Strömen die Musikfans der Spiezer Bucht entgegen, wo das 3. Seaside Festival über die Bühne geht. Die Sonne vermag sich noch nicht gegen die Wolkendecke durchsetzen.
Jürg Spielmann
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Nachdem Mark Forster am Auftaktfreitag mit einer stadiontauglich inszenierten Popshow für den Höhepunkt gesorgt hatte, war auch am Samstag, der rockigen Klängen der klassischen Art gewidmet ist, ein Deutscher tonangebend: Herbert Grönemeyer, das moralische Gewissen des Deutschrock, aus Bochum. Der unbestrittene Hauptact des dritten Seaside Festival vermochte, blendend aufgelegt, die Erwartungen des Publikums zu erfüllen.

Eine Ode ans Glück

«Wir wollen es ausweiten auf eineinhalb Stunden Glück», rief der 63-Jährige in Anspielung an seinen Opener «Sekundenglück» ins Mikro. Die Songs des jüngsten Grönemeyer-Albums «Tumult» wurden geschickt in ein Best-of-Programm eingebettet, Hits wie «Bochum», «Alkohol» oder «Flugzeuge im Bauch» vielkehlig mitgesungen. Herbert Grönemeyer – er wurde nicht müde, dem «klasse Publikum» zu danken – gab auch den Entertainer: «7 Prozent der Leute kommen wegen der Texte an meine Konzerte, deren 11, weil ich mich tierisch bewege, weitere 17 wegen der Musik und 65 Prozent, weil ich so tierisch gut aus­sehe...»

Doch der Poprock-Gigant hatte keineswegs nur den Klamauk im Sinn. Er erhob unmissverständlich seine Stimme gegen Rechtspopulismus, appellierte an Menschlichkeit und Humanismus. «Kein Millimeter nach rechts...», skandierte er in «Fall der Fälle». Der himmeltraurige Song «Der Weg», welcher den frühen Krebstod seiner ersten Frau Anna thematisiert, bildete gegen das Konzertende den emotionalen Höhepunkt.

Welthits aus England

Vor dem Sänger, Komponisten und Schauspieler waren bereits andere Musiklegenden auf der Seaside-Hauptbühne gestanden. Nach den gefälligen Einheizern Troubas Kater und Wishbone Ash etwa die Briten Procol Harum. Die Altrocker verzückten Jung und Alt zum Finale mit ihrem Welthit «A Whiter Shade of Pale». Der 1967, dem Gründungsjahr der Band, veröffentlichte Song wurde bis heute über zehn Millionen Mal verkauft.

«It’s a Heartache», «Total Eclipse of the Heart» oder «Holding Out for a Hero» – Bonnie Tyler packte alle grossen Hits aus und elektrisierte mit ihrer einzigartigen Energie (und ihrem Glitzer-Outfit, das sie wie eine Disco­kugel strahlen liess). Auch nach fünfzig Jahren auf der Bühne überzeugt Bonnie Tyler immer noch mit ihrer rauchigen, zuweilen aber doch etwas dünnen Stimme. Dem Publikum gefiel es, viele waren einzig wegen der Powerlady gekommen.

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