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Gloors zieht es auf die Insel, Baruas wohl ins Schlosspintli

Nach 18 Jahren verlässt Jürg Gloor das Schlosspintli in Spiez, um mit seiner Familie auf die Kanaren-insel Lanzarote auszuwandern. Die Bellevue-Wirtefamilie Barua dürfte ab April auch das Pintli betreiben.

Pächter Jürg Gloor verabschiedet sich mit seiner Familie aus der selbst ernannten schönsten Bucht Europas. «Wir wandern auf die schönste Insel Europas aus», sagt der langjährige Spiezer Schlosspintli-Wirt. Playa Blanca («weisser Strand») statt grüne Bucht. «Wir gehen aber nicht weg, weil es nicht läuft», betont Gloor. Es sei vielmehr Zeit für einen Neuanfang. Er ist 55-jährig, die Kinder sind im Vorschulalter, «und Lanzarote ist die perfekte Destination», begründet er.

Die Idee, zu neuen Ufern aufzubrechen, ist bei seiner Frau Bettina und ihm während ihrer Winterauszeit auf der Kanaren­insel gereift. Einen Monat wollten sie bleiben, deren zwei sind es geworden. «18 Jahre war ich von Mitte März bis Ende November voll eingespannt, meine Arbeitstage zählten nicht selten 18 Stunden», sagt der Koch. Und: Hätte ihm Eigentümer Manfred Beutler, dem in der Bucht auch der Seegarten gehört, das Schlosspintli verkauft, wäre er geblieben. Es sollte anders kommen.

Anderen Rhythmus leben

Ist Ende April der Haushalt aufgelöst und sind die Koffer gepackt, hebt die Familie mit ihren drei kleinen Mädchen ab. Warum aber ist das Ziel Lanzarote? «Weil es mir a) guttut und dort b) noch ein beachtliches Gastropotenzial schlummert.» Vor allem herrsche auf der Ganzjahres-Ferieninsel ein anderer Rhythmus. Bettina und Jürg Gloor glauben, dieser lasse die Familie und den Job besser miteinander verbinden. Zwar habe er sich in El Golfo einen Betrieb angeschaut, erzählt er, doch dann habe er festgestellt, dass er keinen mehr übernehmen wolle.

«Ich wäre schnell wieder im alten Fahrwasser.» Gloor will vielmehr in einer Küche, womöglich für Kalkulationen, anheuern. Oder in Tophäusern Gäste an Schweizer Wochen bekochen. Bettina Gloor beabsichtigt, eine Stelle als Réceptionistin zu suchen. Erste Jobanfragen seien getätigt.

Das Spiezer Schlosspintli, das nebst dem Restaurant einige einfache Zimmer umfasst, verlässt Jürg Gloor vor allem mit einem lachenden Auge. Er habe seinerzeit praktisch bei null angefangen, heute sei dieses als Restaurant etabliert. «Wir hatten eine grosse Stammkundschaft weit über die Kantonsgrenze hinaus.» Die sei vorab wegen seines Fischs aus dem Thunersee gekommen – gefangen vom Faulenseer Fischer Klopfenstein. Es gebe rund um den See niemanden mehr, der heimischen Hecht zubereite, sagt der scheidende Pächter. Ihm bleibe nichts mehr, als den Gästen Merci und Adieu zu sagen.

Ob sie sich endgültig aus dem Oberland verabschieden werden, wissen Gloors nicht. «Vielleicht bleiben wir für immer, vielleicht sind wir in einem Jahr auch wieder zurück – es wird sich weisen.» Vorerst mietet sich die Familie im Süden von Lanzarote, wo der Ort Playa Blanca liegt, eine Wohnung. Werden sie auf der Vulkaninsel einst sesshaft, ist es das Ziel, ein Häuschen zu kaufen. Solche soll es dort geben wie Sand am Meer.

Ein Neustart im April?

Ein Abschied ist immer auch ein Neuanfang. Welches nächste Kapitel wird im Schlosspintli aufgeschlagen? Was die Spatzen von den Dächern pfeifen, wird beim Blick auf die Website des örtlichen Bellevue erhärtet. «Ab April 2017 bedienen wir Sie zusätzlich zu unserem Hotel Bellevue auch im Schlosspintli in der schönen Bucht», hat die Wirtefamilie Esther und Ripon Barua-Hari unter der Rubrik News geschrieben. Bestätigt wird das offiziell noch nicht: Besitzer Manfred Beutler mag sich auf Anfrage nicht zur Zukunft des Lokals äussern. Es werde weitergehen, sagt er nur.

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