Geht es nun voran mit dem Hochwasserschutz?

Frutigen

Der Frutiger Gemeinderat unternimmt einen zweiten Anlauf zur Realisierung des Hochwasserschutzes an der Engstlige. Ein Infoabend brachte neue Erkenntnisse.

Solche Zustände will die Gemeinde verhindern: Die Engstlige überspülte 2011 den Fussgängersteg beim Tropenhaus.

Solche Zustände will die Gemeinde verhindern: Die Engstlige überspülte 2011 den Fussgängersteg beim Tropenhaus.

(Bild: Archiv)

Der damalige Antrag des Gemeinderates, Nachtragskredite für den Hochwasserschutz von Engstlige und Kander (total 430'000 Franken) durchzubringen, scheiterte im März 2018 am Veto der Gemeindeversammlung. Die Gründe: das finanziell teure Vorgehen des Gemeinderates und die Nichtberücksichtigung einiger möglicher Massnahmen. Damit musste der Gemeinderat nochmals über die Bücher. Am Montagabend informierte er über die nun ausgewählte Variante, das heisst über den Wasserbauplan (WBP) Engstlige, über den das Stimmvolk am 9. Februar an der Urne abstimmt.

Die Phase der Projektoptimierung wurde nach der Rückweisung durch den Souverän vorangetrieben. Dazu gehörte für jeden Fluss eine Begleitgruppe, die sich zu Begehungen und Sitzungen traf, woraus Verbauungsvarianten ausgearbeitet wurden. Für den Flusslauf der Engstlige beteiligten sich Anrainer, Interessierte und Vertreter aus Politik sowie Einsatzkräfte, anwohnende Baufachleute und Vertreter der Aktion Verbauung Engstlige und Seitenbäche. Diese arbeiteten folgende Varianten heraus:

- Geschiebebewirtschaftung Grassi, Ausbau Gerinne

- Geschiebe-/Schwemmholzsammler Grassi

- Vollständiger Ausbau Oberlauf

- Lokale Sicherungsmassnahmen Oberlauf

- Teilweiser Schwemmholzrückhalt

- Einsatz mobiler Elemente zur Ufererhöhung, kombinierbar mit allen Varianten

- Gerinnepflästerung im Bereich der Brücke Kanderstegstrasse oder Hubbrücke

Aus all diesen Massnahmen wurde eine Bestvariante erkoren. Das heisst: Die eigentlich angedachte Variante wurde mit einem teilweisen Schwemmholzrückhalt im Grassi ergänzt, für deren Weiterplanung bis zur Umsetzung nun ein Zusatzkredit von 610'000 Franken nötig ist.

Das Ziel wird erreicht

Für die Zielsetzung, eine möglichst hohe Planungssicherheit und Transparenz zu haben, steckt man momentan in einer zweiten Phase, welche die Planung bis zur Genehmigung beinhaltet. Für die bauliche Umsetzung wird dereinst nochmals eine Urnenabstimmung notwendig sein, was voraussichtlich 2022 der Fall sein dürfte.

Bis zur Genehmigung des Kredites stehen diverse Punkte an. Unter anderem erfolgt nach Baugrunduntersuchungen die bauliche Konstruktion des Schwemmholzrechens. Überdies soll die Wirksamkeit der geplanten Massnahmen zwischen März und Februar des nächsten Jahres in Modellversuchen überprüft werden.

Einem Verpflichtungskredit zur Investitionsrechnung von 329'000 Franken über das Hochwasserschutzprojekt Kander hat die Gemeindeversammlung am 9. Dezember bereits diskussionslos zugestimmt.

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