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Fluss darf sich Weg bahnen

Die Bauarbeiten für die Aufwertung der Simme als Kompensationsmassnahme für die Wasserkraftwerke Fermelbach und Laubegg sind abgeschlossen. Nun darf sich die Simme ihren natürlichen Weg bahnen.

Die Simme soll sich ihren Weg bahnen: Rechts Totholz und der Amphibienbereich als künftiger neuer Lebensraum.
Die Simme soll sich ihren Weg bahnen: Rechts Totholz und der Amphibienbereich als künftiger neuer Lebensraum.
Kerem S. Maurer

Daniel Marbacher, Präsident BKW Ökofonds, erläuterte gestern Dienstag anlässlich einer Begehung in der Bumisey noch einmal die Vorgeschichte des Revitalisierungsprojektes der Simme zwischen Garstatt und Weissenbach in der Gemeinde Boltigen.

Die Entwicklungsziele beinhalten eine Aufwertung und eigendynamische Entwicklung der Simme, die Bildung von neuen Fischlebensräumen, den Erhalt respektive die Förderung der vorhandenen Kleinstrukturen, einen Amphibienbereich und eine Naherholungsmöglichkeit für die Bevölkerung mit Rastplatz.

Zwei Etappen geplant

Dafür waren ursprünglich zwei Bauetappen und Baukosten in Höhe von 1,6 Millionen Franken geplant. Tatsächlich konnten nun die Bauarbeiten in nur einer Bauetappe abgeschlossen werden. Es seien bereits alle Buhnen zum Schutz der Böschung und des Weges sowie als Hochwasserschutz gebaut worden, erklärt Marbacher.

Somit sei die zweite Bauetappe hinfällig geworden. Die Kosten konnten dadurch auf 1,4 Millionen Franken gesenkt werden. Die Simme darf sich nun selber ihren Weg zwischen absichtlich gesetzten Steinhaufen und Fichtenwurzelstöcken bahnen und sich von ursprünglich 15 Metern Breite auf 50 Meter ausdehnen.

Noch ausstehend sind laut Marbacher die Bepflanzungsarbeiten sowie die Erstellung des Rastplatzes. Diese Arbeiten seien für den Frühling 2018 geplant.

Hans Bettler von der Schwellenkorporation Boltigen sowie Beat Rieder, Fischereiaufseher Fischereiinspektorat Kanton Bern, sind sehr zufrieden. «Die Zusammenarbeit hat zwischen allen Beteiligten sehr gut funktioniert, sonst wäre es nicht so gut herausgekommen», lobt Rieder, und Bettler ergänzt: «Es gab harte Diskussionen, aber man blieb immer sachlich.»

Wer den Amphibienbereich oder die Auenlandschaften bewohnen wird, werde der Natur überlassen. «Es werden keine Tiere ausgesetzt», sagt Marbacher. Auf einen vom Aussterben bedrohten Gast darf man sich laut den Verantwortlichen freuen: Es seien in der Bumisey bereits Moorbläulinge gesichtet worden, weiss Beat Rieder.

Für diesen Schmetterling würden eigens Futterpflanzen gepflanzt. Der Grosse Moorbläuling und der Dunkle Moorbläuling sind laut Pro Natura «stark gefährdet.»

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