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«Es braucht jeden Einzelnen von uns»

Wird die Wanderdestination Grindelwald schlecht vermarktet? Ja, sagen die Touristiker – und wollen gemeinsam den Hebel ansetzen.

Wanderer steigen im oberen Bereich der Zybachplatten zur SAC Glecksteinhütte auf. Im Hintergrund ist der Obere Grindelwaldgletscher zu sehen.
Wanderer steigen im oberen Bereich der Zybachplatten zur SAC Glecksteinhütte auf. Im Hintergrund ist der Obere Grindelwaldgletscher zu sehen.
Bruno Petroni
Roger Bischoff ist der Geschäftsführer der Pfingsteggbahn.
Roger Bischoff ist der Geschäftsführer der Pfingsteggbahn.
Anne-Marie Günter
Christian Garbani ist der Präsident des vor zwei Jahren gegründeten Vereins Wandern plus.
Christian Garbani ist der Präsident des vor zwei Jahren gegründeten Vereins Wandern plus.
Bruno Petroni/Archivbild
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Hat Grindelwald ein Luxusproblem? Oder herrscht tatsächlich Handlungsbedarf? Jedenfalls trafen sich am Mittwochabend 26 Vertreter von Hotellerie, Tourismus und Bergbahnen zum gemeinsamen Brainstorming, wie Grindelwald als Wanderdestination gefördert werden könnte.

Gute Zahlen – aber …

Tourismusdirektor Bruno Hauswirth präsentiert zwar fast 1,3 Millionen Logiernächte und eine Bruttobettenauslastung von 60 Prozent im letzten Jahr. Ralph Näf als OK-Chef des seit sieben Jahren erfolgreich durchgeführten Eiger Ultra Trail weiss, dass viele der jährlich 3000 Teilnehmer aus 70 Nationen auch durch das Jahr hindurch zum Trainieren nach Grindelwald zurückkehren. Und auch Johann Kaufmann, Leiter der Bergsportschule Grindelwaldsports, stellt eine enorme Steigerung bei gebuchten und geführten Gletscherwanderungen fest.

Diese erfreulichen Tendenzen täuschen aber nicht darüber hinweg, dass die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Dienstleistungsträgern ungenügend koordiniert ist. «Jeder macht in einem eigenen Werbeprodukt auf sein Angebot aufmerksam, und der Gast ist bei der Vielfalt und mangelnden Übersicht schlicht überfordert», bemängelt der Präsident des vor zwei Jahren gegründeten Vereins Wandern plus, Christian Garbani.

Hotelière Silvia Hauser (Bellevue) wird konkreter: «Wenn mich ein Gast an der Réception fragt, was für Aktivitäten ich ihm empfehlen würde, kann ich ihm bloss 20 verschiedene Flyer und Broschüren in die Hand drücken; denn ich kenne ja seine Erwartungen und Fähigkeiten nicht.»

«Synergien bündeln»

Jetzt beabsichtigen die Grindelwalder also gemeinsame Sache zu machen. «Wir wollen unsere Synergien bündeln und gemeinsam stark werden. Und dafür braucht es jeden Einzelnen von uns», sagt Christian Garbani, der in vierter Generation das Berghotel Faulhorn führt.

Auch Roger Bischoff als Geschäftsführer der Pfingsteggbahn appelliert an die Zusammenarbeit: «Wir müssen unbedingt global denken, über den eigenen Gartenzaun hinaus, und ein politisch neutrales Produkt hinkriegen. Und ich bin überzeugt, dass wir dafür die richtigen Leute an Bord haben. Wir wollen marketingmässig mit der Geschichte gehen, statt uns in überalterten Strategien zu verrennen.»

«Gemeinsam für das ganze Tal. Und zwar dringend.»

Christian Garbani Besitzer Berghotel Faulhorn,Präsident Wandern plus

«Nägel mit Köpfen machen»

Schöne Worte. Aber wie will der Verein Wandern plus seine Pläne in die Tat umsetzen? Vizepräsident Bischoff: «Zunächst geht es darum, in den nächsten Tagen eine Arbeitsgruppe zusammenzutrommeln, welche Nägel mit Köpfen macht und im Detail das weitere gemeinsame Vorgehen bespricht.»

So soll nun möglichst noch vor Beginn der kommenden Sommersaison eine gemeinsame Präsentationsplattform entstehen – auch eine digitale –, auf welcher der Gast vom langen Pfad zur abseits stehenden SAC-Hütte über den einfachen Wanderweg bis hin zu den Bahnverbindungen alles findet: Nicht nur die ganzen 275 Kilometer Wanderwege des Gemeindegebietes, sondern auch die Höhenmeter, Betriebszeiten, Preise, geschichtliche Aspekte und vieles mehr. Garbani: «Gemeinsamkeit ist das Zauberwort. Gemeinsam für das ganze Tal. Und zwar dringend.»

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