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Es begann mit dem Vorderlader

Regierungsrätin Christine Häsler eröffnete die Sonderausstellung «200 Jahre Feldschützen Lauterbrunnen» im Tal- und Sagen-Museum.

Zufriedene Vernissage-Gäste (v. l.) Fähnrich und OK Präsident Martin Schmid, Regierungsrätin Christine Häsler und Hans-Peter von Allmen, Gestalter der Sonderausstellung
Zufriedene Vernissage-Gäste (v. l.) Fähnrich und OK Präsident Martin Schmid, Regierungsrätin Christine Häsler und Hans-Peter von Allmen, Gestalter der Sonderausstellung
Peter Wenger

«In unserer Talschaft hat das Schiesswesen seit über 200 Jahren eine grosse Bedeutung. An die zwanzig Schiessstände – viele von ihnen sind noch heute in Betrieb – zählt das Lauterbrunnental», beschreibt Hans-Peter von Allmen die Vielfalt des Schiesswesens in der Gemeinde Lauterbrunnen.

«Bedingt durch die vielfältige Topografie war und ist es zeitlich kaum möglich, den Schiesssport an ein paar wenigen zentralen Schiessständen auszuüben.» So wird in Stechelberg, wo die Feldschützen dieses Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiern, noch wie in den Gründerzeiten geschossen und jeder Schuss wird durch die «Zeiger» im Scheibenstand mit der «Chelle» angezeigt.

Die Lauterbrunner Feldschützen jedoch, die nun ihr 200-Jahre-Jubiläum feiern, leisteten sich 1969 als erste Gesellschaft in der Schweiz in ihrem neuen Schiessstand eine elektronische Trefferanzeige.

Lebendige Geschichte

In einer Sonderausstellung im Talmuseum Lauterbrunnen wird die Geschichte der ältesten Schützengesellschaft im Tal dokumentiert.

Martin Schmid, OK-Präsident des Jubiläums, Hans-Peter von Allmen und sein Vater Paul «Schützepaul» von Allmen haben zusammen mit Rico Molitor aus Wengen die Ausstellung zusammengestellt.

«Leider ist die Geschichte der ersten hundert Jahre nur sehr spärlich dokumentiert. Doch verschiedene Anekdoten lassen erahnen, welche Bedeutung das Schiesswesen im Tal hatte», sagt Hans-Peter von Allmen.

Eine legendäre Gestalt war der Scharfschütze Peter Wyss von Isenfluh. Hans-Peter von Allmen meint zur Legende: «In der Schlacht bei Neuenegg kämpfte er 1798 erfolgreich. Peter Wyss war ein so vorzüglicher Schütze, dass sieben Mann ihm Gewehre luden, und bei jedem Schuss soll ein Feind gefallen sein.»

Wertvolle Auszeichnungen dokumentieren den Erfolg der Schützen. Gezeigt wird die Entwicklung vom einfachen Vorderlader bis hin zu den Präzisionswaffen, mit denen heute hervorragende Resultate geschossen werden.

«Friedlicher Wettkampf»

An der Vernissage der Ausstellung nahm auch Regierungsrätin Christine Häsler teil. Die Burglauenerin erinnerte an die Novelle «Das Fähnlein der sieben Aufrechten» von Gottfried Keller.

Darin lenke der Dichter und Denker – er wurde wie die Feldschützen im Lauterbrunnental im Jahr 1819 geboren – den Blick «liebevoll, tiefgründig auf die Schweiz». Hintergrund der Geschichte war ein Schützenfest in Aarau: «Ein Fest, das schon damals die Schweizer zusammenführte.

Ein friedlicher Wettkampf wie das Feldschiessen, das bis heute den Zusammenhalt in der Gesellschaft fördert.»

Die Ausstellung im Tal- und Sagen-Museum Lauterbrunnen ist vom 15. Juni bis 6. Oktober jeweils Dienstag und Freitag bis Sonntag von 14 bis 17.30 Uhr geöffnet.

Das Jubiläumsschiessen der Feldschützen Lauterbrunnen findet statt an den Wochenenden 15./16. Juni und 22./23. Juni 2019.

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