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Englischer Garten: Alles neu oder gar nichts

Nach den Sturmschäden von 2011 wurde die Erneuerung des englischen Gartens in Interlaken geplant. Diese Pläne nur stückweise umzusetzen, lehnte der Grosse Gemeinderat nun ab.

Beim bestehenden Bootslandeplatz sieht das neue Projekt eine breite Treppe vor, die bis ans Wasser reicht.
Beim bestehenden Bootslandeplatz sieht das neue Projekt eine breite Treppe vor, die bis ans Wasser reicht.
Bruno Petroni

Der englische Garten zwischen Ostbahnhof und Aare ist nur noch ein Schatten des stolzen Parks, der in der Belle Epoque rund um ein Denkmal des Jungfraubahnpioniers Adolf Guyer-Zeller angelegt worden war. Nach Sturmschäden an Baumbestand und Ufermauern 2011 plante die Gemeinde Interlaken deshalb eine Erneuerung, die sowohl auf historische Strukturen als auch auf aktuelle Bedürfnisse von Einwohnern und Touristen Rücksicht nimmt.

Zugang zur Aare

Neben der Ergänzung des Baumbestandes und langen, geschwungenen Holzbänken ist vor allem ein besserer Zugang zum Wasser geplant. Dafür sind eine Treppe beim bestehenden Bootslandeplatz und kleine Plattformen an der Ufermauer vorgesehen. Die Plattförmchen dienen zugleich als Versteck für junge Fische, die auch im Fluss neue Ruheplätze bekommen.

Für die Menschen am Ufer werden die Rasenflächen im Park als Spiel- und Liegewiesen hergerichtet. Und beim ARA-Pumpwerk, das seit seiner Sanierung nicht mehr stinkt, soll es auf Wunsch der Arbeitsgruppe für den öffentlichen Raum einen Grill geben und einen Spielplatz, der so gesichert ist, dass die Kinder nicht ins Wasser plumpsen.

«Mit dem attraktiven Zugang zum Wasser kann Interlaken endlich auch seine lange vernachlässigte Aare-Seite ‹bespielen›», sagte Gemeinderat Kaspar Boss, der das Projekt am Dienstagabend im GGR vorstellte. Schliesslich habe sich der Tourismus schon lange gewünscht, dass die Gäste direkt im Ort den Fluss geniessen könnten, dessen Ursprünge in Schnee und Eis sie auf Ausflügen oder schon vom Hotelzimmer aus bewunderten.

Ganz oder «light»?

Wegen der Kosten von 1,7 Millionen Franken wurde das Projekt allerdings auf die lange Bank geschoben. Damit die bereits einmal verlängerte Baubewilligung 2019 nicht verfällt, hatte Ge­meindeparlamentarierin Antonie Meyes Schürch (SVP) 2017 das Postulat eingereicht, nur Teile des Projekts, insbesondere die Treppe zum Wasser, umzusetzen.

Der Gemeinderat beantragte an der GGR-Sitzung vom Dienstag, das Postulat für nicht erheblich zu erklären. Kaspar Boss ­verwies auf die komplizierte Planung, die Ufer- und Hochwasserschutzvorschriften ebenso erfüllen muss wie die Vorgaben der Denkmalpflege. Deshalb könne man kaum einzelne Teile aus dem Projekt herauslösen. Antonie Meyes Schürch plädierte einmal mehr für die Wahl zwischen dem Gesamtprojekt und einer «Light-Version». Der GGR folgte dem Antrag des Gemeinderates mit 14 zu 8 Stimmen.

Sponsorensuche geht weiter

Damit die Gemeinde das Projekt trotz engem Budget möglichst bald umsetzen kann, sucht sie weiterhin Sponsoren, wie Kaspar Boss berichtete. Unterstützt wird sie dabei vom Uferschutzverband Thuner- und Brienzersee (UTB), der Ende 2017 Zusagen für 300'000 Franken präsentierte.

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