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Einsicht kam zu spät – Raser bestraft

Ein Luzerner Motorradfahrer, der auf dem Sustenpass massiv zu schnell unterwegs war, erhält eine bedingte Freiheitsstrafe.

Der Raser war 73 km/h zu schnell unterwegs.
Der Raser war 73 km/h zu schnell unterwegs.
iStock

Ein heute 40-jähriger Luzerner befuhr im Sommer 2018 von Innertkirchen herkommend mit seiner Yamaha den Abschnitt Wyler–Nessental. Dort ist die Geschwindigkeit auf 80 Kilometer pro Stunde begrenzt. Die Polizei mass für den Töfffahrer eine Geschwindigkeit von 153 Kilometer pro Stunde, das heisst 73 mehr als erlaubt.

Wenn ausserorts die zulässigen 80 Kilometer pro Stunde um mehr als 60 überschritten werden, gilt dies als Raserdelikt. Dann wird der Fall automatisch der Staatsanwaltschaft zur Beurteilung überwiesen. Diese klärt den Sachverhalt ab und formuliert die Anklageschrift. Die Staatsanwältin betonte gestern vor dem Regionalgericht Oberland in Thun nochmals, wie gefährlich die Strecke sei, werde die Passstrasse doch gleichzeitig von Autos, Motorrädern und Wanderern benutzt, und es gebe dort kein Trottoir.

Erschrocken ob des Tempos

Der Luzerner war im ganzen Verfahren geständig, und er ist auch nicht vorbestraft. Der Sachverhalt sei korrekt wiedergegeben, sagte er gestern vor Gericht. Er sei sehr erschrocken, als er gesehen habe, wie viel zu schnell er gefahren sei, und er sei sich auch nicht bewusst gewesen, dass sich daraus ein Gerichtsverfahren mit Befragung durch die Staatsanwältin und einer Hauptverhandlung entwickeln würde. Weil sich der Pflichtverteidiger und die Staatsanwältin bereits vor der Hauptverhandlung auf die Höhe der Strafe einigten, kam es gestern in Thun zu einem abgekürzten Verfahren.

14 Monate bedingt

In einem abgekürzten Verfahren geht es nur noch darum, dass der Gerichtspräsident sich bestätigen lässt, dass der Motorradfahrer den ihm gemachten Vorwurf anerkennt und er die dafür vorgesehene Strafe akzeptiert. Der Richter prüft auch, ob die Strafe angemessen ist oder zu hoch oder zu tief ausfällt. Ist der Täter geständig und die Strafe dem Vorwurf angemessen, wird die Anklageschrift zum Urteil erhoben.

Der Einzelrichter fällte deshalb folgendes Urteil: Der Beschuldigte wird wegen qualifiziert grober Verletzung von Verkehrsregeln zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten verurteilt. Die Probezeit wird auf zwei Jahre festgelegt. Er muss zudem die Kosten der Untersuchung und der Gerichtsverhandlung von 2200 Franken bezahlen. Dazu kommen noch die Anwaltskosten, die rund 2000 Franken betragen.

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