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Einer muss über die Klinge springen

Die Kriminalgeschichte «Über d Klinge springe» von Ernst Hunziker erlebte ihre Uraufführung beim Krimi-Dinner, inszeniert im Waldhotel Unspunnen.

«Über d Klinge springe» muss eine Person aus dem Kreis der Verdächtigen beim Krimi-Dinner der Mattner Spielleute: (v.l) Michael Horn, Gisela Laternser, Marcel Wullschleger, Thomas Lüthi (Regie), Daniela Fuchs und Judith Lüthi.
«Über d Klinge springe» muss eine Person aus dem Kreis der Verdächtigen beim Krimi-Dinner der Mattner Spielleute: (v.l) Michael Horn, Gisela Laternser, Marcel Wullschleger, Thomas Lüthi (Regie), Daniela Fuchs und Judith Lüthi.
Peter Wenger

Der Speisesaal im Waldhotel Unspunnen in Matten wird zur Bühne. Alle Tische sind bis auf den letzten Stuhl besetzt. 70 Gäste erwarten ein gediegenes Dinner mit vier Gängen. Doch noch mehr gespannt sind alle auf das neuste Werk von Ernst Hunziker aus Matten.

Und dieser, wie könnte es anders sein, sitzt unruhig auf seinem Stuhl, denn er sieht sein Stück live zum ersten Mal. An keiner Probe war er dabei, und selbst über die Inszenierung von Thomas Lüthi ist kein Sterbenswörtchen nach aussen gelangt. «Ich bin überrascht, wie professionell und authentisch mein Stück, das ich eigentlich nur vom Schreiben her kenne, umgesetzt wurde», sagt ein zufriedener Ernst Hunziker, Mundart-Schriftsteller und Autor zahlreicher Bühnenstücke, nach der Vorstellung. «Frisch, prägnant und mit viel Einfühlungsvermögen werden die Rollen umgesetzt. Besser hätte ich es mir nicht vorstellen können.»

Wie er sind auch die Gäste von der Inszenierung sehr angetan. Man fühlt sich mittendrin und fragt sich ständig: «Wer ist der Verbrecher? Ja sitzt die Mörderin vielleicht sogar an unserem Tisch?»

Es ist angerichtet

Gut, dass man wenigstens den echten Patron vom Waldhotel Unspunnen kennt: Stefan Schneider, er ist noch am Leben. Und seine Crew in der Küche und im Service schafft es trotz angespannter Lage, ein ausgezeichnetes Menü auf den Tisch zu bringen. Leichte Kost, kein Bissen bleibt im Halse stecken. «Das Timing ist eine besonders knifflige Sache. Die Suppe muss heiss sein, bevor der Ermordete kalt ist. Und der Hauptgang sollte nicht wie der schusselige Kommissar hinterherhinken», achtet Stefan Schneider in «Schnadis» Restaurant auf jedes Detail.

Schon seit vier Jahren bereitet er im Frühling den Speisesaal nach den Wünschen der Spielleute vor. Schaut, dass sich die Verdächtigen und der Kommissar nicht zu früh in die Quere kommen. «Als Thomas Lüthi vor Jahren mit der Idee aufkreuzte, rechnete ich mit etwa 30 Gästen. Nun sitzen über 70 Personen im Saal, mehr geht einfach nicht», sagt er. «Gut, dass bei dieser Inszenierung der Leichnam auf der Strasse liegt, denn allzu viel Platz hätte er im Saal nicht gefunden…», freut sich Stefan Schneider über den gemeinsamen Erfolg.

Kein Stück von der Stange

«Wir sind keine Profis. Doch man kennt sich, und viele unserer Zuschauer sind zu Serientätern geworden», sagt Thomas Lüthi, Regisseur und Präsident des Vereins Kulturbeutel Matten. «Gemeinsam mit uns fiebern sie mit und sind gespannt, ob das neue Krimi-Dinner gelingt.»

Als er seinen Kollegen Ernst Hunziker so nebenbei gefragt habe, ob er ein Stück auf Lager hätte, sei dieser nach drei Wochen mit einer frisch geschriebenen Rohfassung dahergekommen. «Nun, damit war die Sache klar: Gemeinsam würden wir ‹Über d Klinge springe› – so der Titel des neuen Krimis – auf die Bühne bringen», sagt Lüthi.

Doch nicht nur das Stück und seine Rollen, auch jeder Spielort sei eine Herausforderung und zugleich eine neue Chance. Jeder Raum – ob ein klassischer Speisesaal, eine heimelige Gaststube oder ein Seerestaurant mit Panorama-Fensterfront –, jedes Lokal verlangt seinen bestimmten Auftritt. Das mache es auch nach all den Jahren spannend, findet Lüthi.

«Ich rechne übrigens schwer damit, dass von der Handlung nicht mehr verraten wird, als in unserer Werbung zu lesen war», mahnt er mit erhobenem Finger. «Denn schliesslich werden bei den Vorstellungen in Isenfluh und in der Beatenbucht noch über 200 Zuschauer gespannt auf die Pointe warten», sagt er und verweist auf ein paar nicht verkaufte Plätze am Freitag,29. März, im Restaurant Waldrand in Isenfluh.

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