Zum Hauptinhalt springen

Eine Holzbüste als Gastgeschenk

Die Brienzer Partnerstadt Meishan in China hat zu einer Schnitzausstellung geladen. Hotelier Peter Huggler und Bildhauerin Clarissa Kessler reisen mit einer Büste im Gepäck dorthin.

Der Brienzer IFAB-Präsident und Hotelier Peter Huggler mit Bildhauerin Clarissa Kessler und das Steingussmodell der Büste des chinesischen Dichters Su Dongpo.
Der Brienzer IFAB-Präsident und Hotelier Peter Huggler mit Bildhauerin Clarissa Kessler und das Steingussmodell der Büste des chinesischen Dichters Su Dongpo.
Monika Hartig

«Seit zwei Jahren ist die Stadt Meishan in Südwestchina Partnerstadt der IFAB. Wir hatten bereits zweimal eine Delegation aus China zu Besuch», sagt der Brienzer Hotelier Peter Huggler. Er ist Präsident des Vereins International friendship association Brienz (IFAB), der Kontakte mit Partnerstädten, etwa auch in Japan, Bulgarien, Spanien und Brienzauls CH pflegt.

Ausstellung in Meishan

Im August bekam die IFAB eine Einladung zur International Meishan-Bamboo-Industry-Fair-Ausstellung vom 26. bis zum 28. September. «Die Frage war, was will man dort machen?», erklärt Huggler. «Es wurde entschieden, die Vielfalt der Brienzer Holzbildhauerei zu zeigen.» Die Idee war, eine Holzbüste des «chinesischen Goethes», des Dichters, Malers, Kalligrafen und Politikers Su Dongpo (1037–1101) zu gestalten. Dieser wurde in Meishan geboren und hat nebst seiner wechselhaften Karriere in der Politik etwa 2700 Gedichte geschrieben.

Für die Gestaltung der Büste von Su Dongpo fiel die Wahl auf Bildhauerin und Industriedesignerin Clarissa Kessler (48), die seit drei Jahren in Brienz ihr Atelier Con Tempo betreibt. Huggler: «Sie hat spontan zugesagt.»

Clarissa Kessler liess sich von Bildern chinesischer Frisuren inspirieren und modellierte in zweiwöchiger Arbeit eine Büste des berühmten Dichters aus Steinguss. «Es gibt ja kein Modell, wie Su Dongpo wirklich ausgesehen hat», meint die Künstlerin. «Ich habe ihn frei nach meiner Interpretation gestaltet, das ging wie von selbst.» Mit dem Steingussmodell im Gepäck werden Huggler und Kessler am 24. September in die 3,5-Millionenstadt Meishan reisen.

Holzschnitzen vor Ort

«Die Bamboo-Ausstellung in Meishan hat ein Riesenprogramm», sagt Huggler. «Dort stellt man uns einen Stand mit Brienz-Bildern und Hobelbank zur Verfügung.» Vor den interessierten Augen der chinesischen Ausstellungsbesucher wird Clarissa Kessler den Dichterkopf aus weichem Lindenholz schnitzen.

Als Gastgeschenk erhält Meishan eine Holztafel, geschnitzt von Hansjörg Ernst. Foto: PD
Als Gastgeschenk erhält Meishan eine Holztafel, geschnitzt von Hansjörg Ernst. Foto: PD

Ein Gastgeschenk an die Partnerstadt, der man auch eine Holztafel mit dem IFAB- und Meishan-Wappen, geschnitzt von Hansjörg Ernst, mitbringen wird. Auf einem grossen Bildschirm zeigt man Bilder vom Berner Oberland und der Brienzer Schule für Holzbildhauerei.

Einladung für 2020

Huggler: «Nebst der Pflege der Freundschaft möchten wir Kontakte zu chinesischen Bildhauern aufbauen und sie an das Holzbildhauersymposium 2020 in Brienz einladen.» Dafür suche man noch Familien, die bereit seien, für eine Woche einen Gast aufzunehmen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch