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Eine flotte Flotte für 40 Millionen

Die BLS plant, ihre Flotte auf dem Thuner- und Brienzersee wieder flottzu­machen. Dafür will sie in den nächsten 20 Jahren über 40 Millionen Franken investieren.

Die BLS-Flotte auf den beiden grossen Oberländer Seen – im Bild Teile des Thunersees – ist nicht mehr ganz taufrisch.
Die BLS-Flotte auf den beiden grossen Oberländer Seen – im Bild Teile des Thunersees – ist nicht mehr ganz taufrisch.
zvg

Schon von weitem ist der Lärm zu hören. Auf der Baustelle für die neue Werfthalle am Lachenkanal wird gehämmert, gesägt und gebohrt, was das Zeug hält. Arbeiter wieseln umher. «Wir sind im Zeitplan», sagt Claude Merlach, Leiter der BLS-Schifffahrt. Bereits am 20. Dezember ist die Halle bezugsbereit. Über den Jahreswechsel hinweg wird das Bauwerk auf Herz und Nieren geprüft, bevor es am 11. Januar offiziell eingeweiht wird. Er sei mächtig stolz darauf, was in den letzten Monaten entstanden sei, so Merlach gestern vor den Medien.

Stolz will Merlach künftig auch noch vermehrt auf seine Flotte sein. Um sie wieder auf Vordermann zu bringen, wird aber mehr als ein Kübel Farbe nötig sein. Rund 40 Millionen Franken möchte die BLS in den nächsten 20 Jahren ausgeben. «Ohne die Unterstützung des Kantons wird es nicht gehen», sagte Merlach.

«In der Vergangenheit fehlte eine klare Flottenstrategie.»

Claude MerlachLeiter BLS-Schifffahrt

Kleiner, flexibler, moderner

Und wie sieht Merlachs Flotte der Zukunft aus? Kurz und knapp: Sie soll kleiner, flexibler und moderner werden. «In der Vergangenheit fehlte eine klare Flottenstrategie», sagte Merlach. Deshalb seien die Gelder nicht immer sinnvoll eingesetzt worden. «Es wurde überall etwas gemacht, aber nirgends richtig.»

Vierzehn Schiffe – neun auf dem Thunersee, fünf auf dem Brienzersee – schippern seit Jahrzehnten teilweise mehr oder weniger im gleichen Zustand über die Seen. Das seien zu viele, so Merlach. Die BLS will sich deshalb von vier Schiffen trennen: ganz sicher von der Niederhorn, der Interlaken und der Iseltwald, weiter entweder von der Bubenberg oder der Stadt Bern. Bei diesen Schiffen herrsche immenser Investitionsbedarf, sagte Ralph Darmstädter, Leiter Technik und Infrastruktur der BLS-Schifffahrt. Noch gross Geld auszugeben, mache keinen Sinn.

Bald ein neues Flaggschiff?

Weiter will die BLS auf der MS Schilthorn so weit klar Schiff machen, dass diese sowohl im Sommer als auch im Winter vielseitig eingesetzt werden kann. Die MS Beatus und die MS Stockhorn sollen ebenfalls wintertauglich gemacht werden. Kernpunkt der gesamten Strategie ist aber zweifellos der Bau eines neuen Flaggschiffs für den Brienzersee mit dem Fantasienamen MS 500. Für ein Kommen und Gehen in der Flotte sorgt auch ein kleines Bijou: Die Revaporisierung des «Spiezerli» sei auf Kurs, sagte Darmstädter. Bereits nächsten Winter läuft das Schiff voraussichtlich unter Dampf aus.

«Wir können nicht in die Glaskugel sehen.»

Claude MerlachLeiter BLS-Schifffahrt

«Wir können nicht in die Glaskugel sehen», sagte Merlach weiter. Er sei aber überzeugt, dass die BLS-Schifffahrt nun für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet sei. Apropos Zukunft: Diese hat bereits begonnen. Nicht nur mit dem Bau der neuen, topmodernen Werfthalle (wir berichteten).

Das erste Schiff, welches darin ein Facelifting erhält, ist Anfang Jahr das Motorschiff Berner Oberland. Rund 40 000 Betriebsstunden hat der Motor des 21-jährigen Schiffes auf dem Buckel. «Das genügt», sagte Darmstädter. Die BLS nützt zudem die Gelegenheit, eine Russpartikelanlage einzubauen. Eine knappe Million wird das gesamte Sanierungsprojekt kosten. Daneben investiert die BLS in die Modernisierung von vier weiteren Schiffen – darunter befindet sich auch das Dampfschiff Lötschberg. Diese Arbeiten schlagen dabei mit rund 1,5 Millionen Franken zu Buche.

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