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Ein 507 Meter langes Seil für den Skywalk

Zwischen dem kleinen Rugen und der Heimwehfluh soll die längste Fussgängerhängebrücke der Welt entstehen. Mithilfe eines Helikopters wurde ein Seil gespannt, um zu zeigen, wie die Brücke dereinst daherkommt.

Zwischen dem Pavillon im kleinen Rugen und der Heimwehfluh (im Hintergrund) soll eine 507 Meter lange Hängebrücke entstehen.
Zwischen dem Pavillon im kleinen Rugen und der Heimwehfluh (im Hintergrund) soll eine 507 Meter lange Hängebrücke entstehen.
Christoph Buchs
Kevin Lauber von Swissrope spannt auf der Heimwehfluh das Seil an.
Kevin Lauber von Swissrope spannt auf der Heimwehfluh das Seil an.
Christoph Buchs
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Es ist ein ganz ordentliches Projekt, das die Firma Swissrope aus Frutigen bei der Heimwehfluh realisieren will. Theo und Kevin Lauber wollen hier nichts weniger als die längste Fussgänger-Hängebrücke der Welt bauen.

Damit würde Swissrope ihren eigenen Rekord schlagen. Es ist erst ein paar Monate her, seit die Gemeinde Randa im Wallis stolz ihre 494 Meter lange Hängebrücke eingeweiht hat – ebenfalls gebaut von der Frutiger Firma von Vater und Sohn Lauber. Bereits ihre Brücke im österreichischen Reutte, eröffnet 2014, hatte es mit ihren 404 Metern Länge ins «Guinnessbuch der Rekorde» geschafft.

Nun ist also ein Weltrekord auf dem Bödeli geplant: 507 Meter lang wird die Hängebrücke namens Skywalk Interlaken, die den Vorplatz des Restaurants Heimwehfluh mit dem kleinen Rugen verbinden soll. Für dieses Projekt fanden gestern erstmals Arbeiten im Gelände statt. «Die Baueingabe ist erfolgt», sagt Kevin Lauber.

«Nur geringfügige Eingriffe»

Wichtig für die Realisierung sei eine Prüfung, ob die Brücke mit dem Landschaftsschutz kompatibel ist. Lauber entschied sich, das Bauvorhaben zu veranschaulichen: Gestern transportierte ein Helikopter eine Stahlstütze an den geplanten Standort des östlichen Endes der Brücke, leicht oberhalb des Ringeweg-Pavillons am kleinen Rugen. Anschliessend liessen die Bauherren ebenfalls per Helikopter ein über 500 Meter langes Stahlseil spannen. «Solche mit Bauprofilen vergleichbaren Aktionen sind in Planungsverfahren von Hängebrücken nicht üblich», sagt Kevin Lauber. «So etwas machen wir zum ersten Mal.»

Ihre Brücken wurden bisher vor allem an höher gelegenen Stellen platziert. Eine Hängebrücke an einer touristisch derart exponierten Stelle sei auch für Swissrope eine Premiere, sagt Lauber. Es seien nur geringfügige Eingriffe in die Natur erforderlich. Das Dossier zur Kompatibilität des Projekts mit dem Landschaftsschutz wurde an die Pro Natura, an das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) sowie an die kantonale Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK) gesandt.

Parkieren beim Jungfrau-Park

Massgeblich beteiligt bei der Planung der Hängebrücke ist der Mattner Touristiker Erich Balmer (u. a. «Balmer’s Herberge»), der sich auf dem Bödeli eine neue touristische Attraktion wünscht. «Die Aussicht von der Brücke auf das Bödeli, auf den Harder, beide Seen sowie Eiger, Mönch und Jungfrau wäre phänomenal», schwärmte Balmer gegenüber dieser Zeitung bereits im März, als das Projekt erstmals öffentlich bekannt gemacht wurde.

Inzwischen haben Swissrope und Erich Balmer am Projekt weitere Details erarbeitet. Angedacht ist beispielsweise ein «Park and Ride»-System: Besucher ­sollen die Parkplätze beim Jungfrau-Park nutzen und per Shuttlebus zur Hängebrücke transportiert werden. «Für dieses ­Erschliessungskonzept haben bereits gute Gespräche stattge­funden», so Balmer.

Die Attraktion zwischen der Heimwehfluh und dem kleinen Rugen soll Tagestouristen anlocken, aber auch zu spontanen Ausflügen anregen. «Sie kann auch als Schlechtwetteralternative genutzt werden», steht im Projektbeschrieb. Und: Die Hängebrücke ist ein Ganzjahresangebot. Allerdings nicht 24 Stunden am Tag: «Ab 22 Uhr wird die Brücke geschlossen», so Erich Balmer. Der Zutritt erfolgt übrigens mit Drehkreuzen. Tickets (voraussichtlich für 5 Franken) gibt es online oder bei Kassenautomaten auf beiden Seiten der Brücke.

Nach der Mitwirkung von AGR, OLK und Pro Natura erfolgt das standesgemässe Baubewilligungsverfahren. Das Ziel der ­Initianten ist es, die Hänge­brücke Skywalk Interlaken im ­Sommer 2018 zu eröffnen. Bis dahin müssen neben den politischen Hürden jedoch auch noch weiter Punkte geklärt werden. So gibt es noch kein Detailkonzept zur ­Finanzierung des 3-Millionen-Bauprojekts.

Und auch das Betriebskonzept steckt noch in den Kinderschuhen: Eine AG soll den Betrieb von Skywalk Interlaken führen. «Diese AG soll aus einer Interessengemeinschaft heraus entstehen», so Erich Balmer. Ob er selber im Verwaltungsrat Einsitz nehmen wird, lässt er offen.

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