Doppelturnhalle ist abstimmungsbereit

Grindelwald

Im Herbst soll an der Urne über den 12,53-Millionen-Kredit für eine Doppelturnhalle Graben abgestimmt werden. Schule und Vereine warten schon lange.

Diese Projektskizze zeigt, wie die Doppelturnhalle in Grindelwald dereinst aussehen könnte.

Diese Projektskizze zeigt, wie die Doppelturnhalle in Grindelwald dereinst aussehen könnte.

(Bild: PD)

Der Bau einer zweiten Turnhalle ist in Grindelwald eine fast unendliche Geschichte. Standorte wie Endweg oder im Talgrund wurden diskutiert. Eine Teilnehmerin an der Informationsversammlung vom Dienstagabend erinnerte sich, dass vor rund 30 Jahren ihre Eltern enttäuscht heimkamen, weil die Grindelwalder ein Turnhallenprojekt abgelehnt hatten.

«2012 wurde eine Petition mit 600 Unterschriften eingereicht», begründete Christian Anderegg den neuen Anlauf, der mit einer Arbeitsgruppe und unter Beizug des Fachmanns Martin Strupler sorgfältig angegangen worden ist.

«Der einzige vernünftige Standort ist Graben», sagte Anderegg. Am 14. Juni hat die Gemeindeversammlung die Überbauungsordnung, auch auf Wunsch aus der Nachbarschaft, noch geringfügig angepasst.

«Der einzige vernünftige Standort ist Graben.»Christian Anderegg, Gemeindepräsident Grindelwald

Geplant ist der Bau einer Doppelturnhalle, die im rechten Winkel zum bisherigen Kongress- und Turnhallengebäude gebaut wird. Ihr Dach wäre auf dem Niveau des Parkplatzes, sodass zwanzig zusätzliche Parkplätze darauf platziert werden könnten.

Gemeinderat Thomas Ruoff stellte das Projekt im Detail vor: Bauvolumen 18578 Kubikmeter, 33 Meter breit, 45 Meter lang, Doppelturnhalle, Gymnastikraum, ein Laubengang, von dem aus man in die Turnhallen schauen kann.

Die Kosten betragen 12,53 Millionen Franken, Beiträge können erwartet werden. Gerechnet wird mit einer jährlichen Belastung von 780000 Franken. Weil aber auf 2020 der amtliche Wert der Grundstücke erhöht wird, erwartet die Gemeinde 1,86 Millionen Franken mehr Steuern und beabsichtigt trotz Turnhalle eine Steuersenkung.

Mehr Mehrzweck

Eine ehemalige Petitionärin hätte sich mehr Räume, auch für die Durchführung von Sportwettbewerben oder ein Café, gewünscht. Ruoff stellte klar, dass die Doppelturnhalle für den Bedarf der Schule gebaut wird. Anderegg stellte fest, dass sie nur so den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde entspreche. Graben wird mehr und mehr Zentrum der Grindelwalder Schule.

Der zuständige Gemeinderat Peter Bohren zeigte auf, wie sich die Schule entwickelt. Auf das Schuljahr 2020/21 werden in Grindelwald nicht mehr wie bisher drei Jahrgänge, sondern nur noch zwei in der gleichen Klasse unterrichtet.

Im Mühlebachschulhaus und im Schulhaus Bussalp gibts keinen Unterricht mehr. Auf 2024/25 ist vorgesehen, dass auch Burglauenen und Wärgistal wegfallen, sodass Grindelwald nur noch die Schulstandorte Graben und Endweg hat.

Ruoff ist klar, dass solche Prozesse immer Emotionen auslösen. Das Turnhallenprojekt und die Änderung der Schulstrukturen hätten aber nichts miteinander zu tun. Grindelwald hat am Rand des Turnhallenprojekts abgeklärt, ob Turn- und Kongresshalle abgebrochen werden und ein Gesamtprojekt realisiert werden soll, was aus Kostengründen nicht infrage kommt.

Hingegen ist angedacht, aus der bisherigen Turnhalle vier neue Klassenzimmer mit entsprechenden Nebenräumen zu machen. Dieser Umbau ist nicht im Turnhallenkredit enthalten. Bohren versicherte auf Anfrage aus der Versammlung, dass der Baugrund sorgfältig untersucht worden ist und die Bauweise so gewählt wurde, dass das Hotel Sunstar nicht ins Wanken kommt.

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