Die Signale für drei Sportanlagen sind auf Grün gestellt

Kandersteg

Die Gemeindeversammlung Kandersteg bewilligte hohe Kredite und Beiträge.

Das Schwimmbad von Kandersteg kann für zwei Millionen Franken saniert werden. Foto: Corina Kobi

Das Schwimmbad von Kandersteg kann für zwei Millionen Franken saniert werden. Foto: Corina Kobi

«Welche Rolle Kandersteg in Zukunft im Tourismus spielen wird, können Sie heute Abend mitbestimmen.» Mit diesen Worten begrüsste Gemeindepräsidentin Barbara Jost die 112 (12,8 Prozent) am Freitagabend an der Gemeindeversammlung anwesenden Stimmberechtigten. In der Tat ging es um eine wichtige Weichenstellung mit weitreichenden finanziellen Konsequenzen. Das vorweg: Für keines der Geschäfte war Gegenwind spürbar.

«Bei Ablehnung droht Aus»

Den grössten Brocken bildete zweifelsohne der Rahmenkredit von zwei Millionen Franken für die Sanierung des Schwimmbades, für welche sich Gemeinderat Anton Kummer ins Zeug legte. Die technischen Anlagen des 1961 in Betrieb genommenen und 1987 totalsanierten Schwimmbads hätten die Lebensdauer überschritten, wurde ausgeführt.

Aufgrund einer Sanierungsstudie mit mehreren Optionen hat der Gemeinderat einen Massnahmenmix gewählt, der die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde bestmöglich berücksichtigt. «Bei einer Ablehnung droht über kurz oder lang die Schliessung der Badi», mahnte Kummer. Nach kurzer Diskussion wurden die Sanierung des Schwimmbads über zehn Jahre und der Rahmenkredit von zwei Millionen Franken einstimmig genehmigt.

Weitere Unterstützungen

Finanziell nicht auf Rosen gebettet ist die Kunsteisbahngenossenschaft Kandersteg (KEB). Aus verschiedenen Gründen kommt eine Übernahme der KEB durch die Gemeinde nicht infrage. Sie sei jedoch bereit, den für die Gemeinde und die Region wichtigen Betrieb auch in Zukunft zu unterstützen, führte Gemeinderätin Barbara Rüegsegger aus.

Der Verwaltungsrat beantragte deshalb eine Verlängerung des Betriebsbeitrags sowie dessen Erhöhung von 100'000 Franken auf jährlich 150'000 Franken. Nach einem halben Dutzend Anregungen und Fragen bewilligte der Souverän für die Jahre 2020 bis 2024 den beantragten jährlichen Betriebsbeitrag und stimmte dem Erlass der Verzinsung (circa 4'000 Franken pro Jahr) des Langzeitdarlehens mit grosser Mehrheit zu.

Auf Unterstützung angewiesen sei auch das Nationale Nordische Skizentrum Kandersteg, sagte Gemeinderatspräsident Urs Weibel. Diskussionslos wurde der Weiterführung des jährlichen Betriebsbeitrags für die Jahre 2020 bis 2024 von je 40'000 Franken zugestimmt.

Die von Gemeinderätin Barbara Rüegsegger erläuterte Jahresrechnung 2018 schliesst im Gesamthaushalt bei einem Aufwand von 7,161 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 136'372 Franken oder um 251'772 Franken besser als budgetiert ab. «Die Besserstellung gegenüber dem Budget ist unter anderem auf Mehreinnahmen bei den Steuern zurückzuführen», begründete Rüegsegger. An Nettoinvestitionen sind 995'534 Franken getätigt worden.

Der Bilanzüberschuss (vorher Eigenkapital) beläuft sich auf 1,482 Millionen Franken. Aus der Mitte der Versammlung wurden angesichts der vorgängig bewilligten Kredite und Beiträge sowie der Nettoschulden von rund 4'000 Franken pro Einwohner Befürchtungen um eine Steuererhöhung laut.

«Eine solche ist nicht vorgesehen», beruhigte die Gemeinderätin. Die Jahresrechnung 2018 und ein Nachkredit aufgrund der Wertberichtigung auf dem Darlehen an die KEB von 112'000 Franken wurden mit grosser Mehrheit genehmigt.

Schulsozialarbeit definitiv

Im Weiteren wurde der Weiterführung der Schulsozialarbeit in Kander- und Engstligental als ein ständiges Angebot zugestimmt und der dafür notwendige Verpflichtungskredit von 250'000 Franken bewilligt.

Schliesslich erfuhren auch die Teilrevision des Personalreglements, die eine moderate Erhöhung der Entschädigungen für die Mitglieder des Kandersteger Gemeinderats beinhaltet, und ein Reglement über die Vorfinanzierung von Infrastrukturen des Verwaltungsvermögens Zustimmung.

Informiert wurde über die Bewegungen am Spitzen Stein, das ehemalige Munitionsdepot Mitholz und die Sanierung des Lötschberg-Scheiteltunnels.

Seinen Rücktritt auf Ende Jahr angekündigt hat Gemeinderat Thomas Weibel.

Berner Oberländer

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt