Zum Hauptinhalt springen

Die Privatisierung der Berge kann eine Chance sein

Ein Kommentar von Philippe Müller, Leiter Kantonsressort, zu den Investitionen von Milliardären in heimische Bergbahnen.

«Die Investoren springen dort ein, wo die Gemeinden finanziell an Grenzen stossen. Davon profitiert insgesamt der Schweizer Tourismus», schreibt Philippe Müller.
«Die Investoren springen dort ein, wo die Gemeinden finanziell an Grenzen stossen. Davon profitiert insgesamt der Schweizer Tourismus», schreibt Philippe Müller.

Gemeinden, die ihre Anteile an den Bergbahnen an Private verkaufen: Das dürfte für viele Bergromantiker der Gipfel des Kapitalismus und deswegen ein rotes Tuch sein. Und es gibt sie tatsächlich, die stossenden Beispiele, die keinesfalls Schule machen dürfen: Wenn etwa der Schönrieder Hausberg Rellerli – bis vor kurzem mit einer Gondelbahn für jedermann erschlossen – künftig im Winter nur noch für Gutbetuchte mit Schneemobilen erreichbar sein wird, ist der Aufschrei in der Bevölkerung mehr als nur nachvollziehbar.

Der eigentlich weithin geschätzte Unternehmer Ernesto Bertarelli riskiert mit seinem Projekt einer exklusiven Luxuslounge, dass sich die Einheimischen ausgeschlossen fühlen.

Dass ein Milliardär einen Berg kauft und diesen vor allem für sich sowie andere Schöne und Reiche nutzt, ist im Berner Oberland bislang die Ausnahme. Demgegenüber stehen mehrere Beispiele von reichen Bergliebhabern, die Millionen in oft marode Bergbahnen stecken und diese für die Öffentlichkeit in Schuss halten. Zu ihnen gehört übrigens auch der zuvor gescholtene Bertarelli, der mithalf, die Bergbahnen-Destination Gstaad zu retten. Diese Investoren springen dort ein, wo die Gemeinden finanziell an Grenzen stossen.

Davon profitieren die einheimischen und ausländischen Skifahrer, die lokale Gastronomie und Hotellerie sowie insgesamt der Schweizer Tourismus. Denn diese Skigebiete und Bergbahnen haben feste Betriebszeiten, sind oft topmodern und tragen dazu bei, dass das Berner Oberland als Alpendestination konkurrenzfähig bleibt. Und dagegen kann eigentlich niemand einen Einwand haben.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch