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Die knifflige Sache mit der Flugangst

Die Lehrlinge sind gefordert: Das Wettbewerbsthema an der 41. Gstaader Messe von Donnerstagabend bis Sonntag heisst Flugangst. Was lässt sich daraus machen?

Das Restaurant (Bild von 2017) im Höhenflug als beliebter Treffpunkt an der Gstaader Messe.
Das Restaurant (Bild von 2017) im Höhenflug als beliebter Treffpunkt an der Gstaader Messe.
PD

Die Gstaader Messe ist alle zwei Jahre ein grosser Publikumsmagnet. «Sie übernimmt für ein verlängertes Wochenende eine Art Shoppyland-Funktion», erklärt Jürg von Allmen die gesellschaftliche Anziehungskraft, die der Anlass ausübt. «Man kommt, um zu ‹dorfen›, bleibt hängen, isst und schafft es manchmal kaum, den ganzen Rundgang zu machen», erzählt der OK-Präsident.

Dieses Jahr sticht zusätzlich das Thema Flugangst als Anziehungspunkt ins Auge. Damit sind die Lehrlinge konfrontiert worden, die am Lehrlingswettbewerb teilnehmen – einem wichtigen Teil der Gstaader Messe, die heute ab 18 Uhr bis Sonntag um 17 Uhr zum 41. Mal über die Bühne geht. Schliesslich soll der Nachwuchs präsentieren, was er kann. Hat ein Betrieb einen Lehrling, der ein bemerkenswertes Stück präsentiert, kommt der Lehrlingswettbewerb einer guten Werbeplattform für den Betrieb gleich.

Seit zehn Jahren OK-Präsident der Gstaader Messe: Jürg von Allmen. Foto: PD
Seit zehn Jahren OK-Präsident der Gstaader Messe: Jürg von Allmen. Foto: PD

«Ein Wortspiel machen»

Der Gewerbeverein als Organisator des Lehrlingswettbewerbs hat sich also eine knifflige Herausforderung für die künftigen Berufsleute ausgedacht. Konkret haben Marc Walker, Jasmin Käser und Valerie Ludi als Verantwortliche für den Lehrlingswettbewerb mal die Bereiche um Phobie und Angst als Vorthema in die Runde gegeben. Ein Brainstorming mit den Lehrlingen im Juni ergab, dass sie sich konkret mit der Flugangst auseinandersetzen wollen. «Flugangst kann auch mit zu wenig Selbstvertrauen zu tun haben.»

Das sagt Valerie Ludi, selbstständige Geschäftsfrau der Mollia GmbH Polsterei und Raumgestaltung in Grund bei Gstaad: «Man kann damit auch ein Wortspiel machen. Oder die Flugangst so interpretieren, dass sie zum Beispiel in den Aktienbereich einer Bank hineingeht. Wichtig ist dabei auch das Verkaufen der Idee des Lernenden in der Dokumentation. Das bringt auch sehr viel.» Konkret meint Valerie Ludi: «Ein schönes Stück ist viel wert. Kannst du das Stück aber nicht mit Worten in der Dokumentation der Jury schmackhaft machen, ist es halb so gut.»

Für die ausgeprägt handwerklichen Berufe wurde der Anspruch an die Flächenvorgaben flexibler ausgelegt: «Die Stücke dürfen maximal 1 Meter mal 1 Meter als Fläche haben und 2 Meter hoch sein. Diese Flächenangabe besteht schon einige Jahre. Nun habe ich den Lernenden einen Input gegeben, dass sie nicht die ganze Fläche nützen müssen. Etwas Kleines ist mal was anderes.» So Valerie Ludi.

Auch die Banker pröbeln

12 Einzelteilnehmer wirken mit, und 9 Teams treten an. Dabei sind eine Drogistin, eine Kauffrau, eine Architekturzeichnerin, ein Interaktiv-/Mediendesigner, ein Schreiner, ein Zimmermann, ein Polygraf, ein Elektroinstallateur, ein Bauspengler, eine Sozialpädagogin HS, je eine Fachfrau Betreuung und Gesundheit. Von heute Abend an wird man die Werke und Präsentationen bestaunen können. Die Jury sass gestern zusammen, um zu bewerten und zu entscheiden.

Am Samstag um 17 Uhr findet die Rangverkündigung des Lehrlingswettbewerbs statt. Jürg von Allmen als Direktor der Saanen-Bank verrät nur so viel: «Unsere Lehrlinge machen bei den Teams auch mit. Sie pröbeln an einer neuen Kundenkarte als zusätzlicher Dienstleistung für Flugangst.» Was die Neugier weckt und durchaus zusätzliche Fragen auslöst.

Die Jugend soll auch mit der Lehrstellenbörse am Samstag (sie dauert bis 14 Uhr) angesprochen werden, die nach 2017 zum zweiten Mal durchgeführt wird. Da werden auch weitere 15 Anbieter aus der Region, die keine Fixstände haben, präsent sein. «Das ist eine Riesenchance für Lehrlinge und die Lehrbetriebe», sagt von Allmen. «Das ermöglicht den Jungen, für eine Schnupperlehre abzumachen und mit der Branche direkt in Kontakt zu kommen.»

Letztes Jahr führte der Gewerbeverein die Lehrstellenbörse im Oberstufenzentrum Gstaad durch, sodass die Lehrstellenbörse – von Allmen hat sie vom Spiezer Oberstufenzentrum Längenstein auf Saaner Verhältnisse adaptiert – nun jedes Jahr stattfinden kann. An der Gstaader Messe wird ab 11 Uhr auch eine Podiumsdiskussion durchgeführt.

Unter der Moderation von Frank Müller (Müller Medien AG) beteiligen sich: Christoph Däpp vom Gymer Gstaad, Christoph Romang vom Schuhhaus Romang (Ausbildner), Svenja Brand, KV-Stift im zweiten Lehrjahr auf der Gemeinde Saanen, Marc Matti von der Wirtschaftsschule Thun/Gstaad und Berufsberaterin Sylvia Thoma.

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