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Die bunteste Zeit im Alpengarten

An den sonnigen Wildheuhängen und im schattigen Schneetälchen, an Felsen und auf kargen Geröllhalden blühen Bergblumen aus der ganzen Schweiz.

Die Vielfalt im botanischen Alpengarten ist sowohl Natur als auch Kultur: Praktikantin Olivia und Chefgärtnerin Jasmin Senn pflanzen selbst gezogene Setzlinge an passenden Standorten im Garten.
Die Vielfalt im botanischen Alpengarten ist sowohl Natur als auch Kultur: Praktikantin Olivia und Chefgärtnerin Jasmin Senn pflanzen selbst gezogene Setzlinge an passenden Standorten im Garten.
PD

Im üppigen Grün am Übergang zwischen der produktiven Milchkrautweide und der überdüngten Lägerflur packen Chefgärtnerin Jasmin Senn und Praktikantin Olivia eben Transportkisten, Hacke, Schaufel und Giesskanne zusammen. Sie haben ein paar neue Alpen-Zieste gesetzt. «Die Art kommt im Garten zwar schon vor; aber sie passt gut an diesen Standort und wird mit den feinen, weinroten Blütenquirlen an langen Stängeln zwischen den breiten Blättern ihrer Nachbarn hier dekorativ wirken», sagt Jasmin Senn. Vor der nächsten Arbeit zeigt sie Olivia noch schnell Hallers Rapunzel – eine der wenigen Blumen, die fast schwarz blühen.

Fasziniert von alpiner Vielfalt

Die junge Biologiestudentin aus Oxford arbeitet schnell und geschickt – sie hat Übung von Freiwilligeneinsätzen für den National Trust, der in England historische Gärten pflegt. Die Berner Oberländer Landschaft kennt und liebt sie von früheren Besuchen, und weil sie sich speziell für Alpenpflanzen interessiert, hilft sie nun eine Woche im botanischen Garten auf der Schynige Platte.

Die angehende Pflanzenwissenschafterin ist fasziniert von der Vielfalt unterschiedlicher Lebensräume in den Alpen. Ganz besonders haben es ihr die ganz kargen Standorte angetan, die zu den artenreichsten Lebensräumen überhaupt gehören – etwa die Blaugrasrasen, deren dünne Humusschicht die Felsen kaum bedeckt, und die Rostseggenhalden, die in den Alpen traditionell fürs Wildheuen genutzt werden.

700 Arten aus Jura und Alpen

Im Alpengarten, der seine 700 Pflanzenarten wo immer möglich in ihren natürlichen Pflanzengesellschaften präsentiert, blühen derzeit so bekannte Arten wie das Edelweiss und die Alpenaster, und in der Rostseggenhalde leuchten die rosa Kugelorchis und die hellen Blütenkugeln des Allermannsharnischs, eines alten Heilkrauts, dem sagenhafte Schutzkräfte zugeschrieben wurden.

Neben diesen Arten, die in der Jungfrauregion von Natur aus vorkommen, sind im Alpengarten auch Bergblumen aus anderen Regionen zu sehen – etwa die wilde Pfingstrose, die man in der Schweiz nur im südlichsten Tessin findet, die Alpen-Akelei aus dem Wallis, das Drachenmaul aus Graubünden oder auch verschiedene Arten aus dem Jura, die auf der Schynige Platte wegen der höheren Lage meist erst gegen Ende Sommer blühen.

Führungen jeden Sonntag

Zugänglich ist der Alpengarten während der Vegetationszeit frei – und neu auch hindernisfrei, seit der zweite Zugangsweg letzte Woche fertig geworden ist und sofort für das Publikum geöffnet wurde.

Öffentliche Führungen bietet das Gartenteam jeden Sonntagnachmittag an, Kindernachmittage bis Mitte August jeden Mittwoch.

Mehr Infos: www.alpengarten.ch.

pd/hau

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