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«Der schönste Umzug aller Zeiten»

Trotz vieler Grossanlässe in den vergangenen Wochen gab es am Läsetsunntig keine Müdigkeitserscheinungen. Oder lag es an der Tradition und dem Wissen, dass das grösste Winzerfest seine Fans mit Darbietungen überraschen würde?

Der Lötschbergplatz voller Leben: Kinder und Rösslispiel dürfen an keinem Läset-Sunntig fehlen.
Der Lötschbergplatz voller Leben: Kinder und Rösslispiel dürfen an keinem Läset-Sunntig fehlen.
Guido Lauper
Immer wieder ein beliebtes Fotosujet: Das voll besetzte Spiezer Zügli.
Immer wieder ein beliebtes Fotosujet: Das voll besetzte Spiezer Zügli.
Guido Lauper
Das Schloss Spiez ist untrennbar mit den Reben verbunden.
Das Schloss Spiez ist untrennbar mit den Reben verbunden.
Guido Lauper
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«Das ist der schönste Umzug aller Zeiten», staunte eine begeisterte Zuschauerin mit bester Sicht auf das Geschehen rund um das Karussell auf dem Kronenplatz.

Das muss was heissen, sei sie doch jedes Jahr wieder hier. Von dieser Begeisterung müssen auch die Wettergötter angesteckt worden sein, die nach zaghaftem Regen zu Beginn des sonntäglichen Läset-Umzuges die Regenwolken verscheuchten.

Fast so spannend wie die bildhafte Umsetzung des diesjährigen Themas «Mir fiire 75 Jahr Räbbou Spiez» waren die Interpretationen des Gezeigten in den Zuschauerreihen. So stellte eine Frau laut die Frage, ob der Rebbau mit der Traubenernte durch kletternde Kinder am Niesen die Klimaerwärmung übe...

Immer neue Überraschungen

Geschickt hatte Umzugsleiterin Vreni Landolt die Bilder thematisch gemischt, was das Motto eher unterstrich denn störte. Die bunte Schar kleiner und grosser Blumenkinder vom Schloss Spiez entsprangen der beliebten Kreidolf-Ausstellung; doch das alljährliche Aufblühen der Natur ist schliesslich hüben wie drüben überlebensnotwendig.

Den eben begonnenen Läset im Rebberg symbolisierten die Traubenkinder der Kita, die alljährlich mit neuen Ideen über­raschen. Die Fröhlichkeit dazu unterstrichen gleich mehrere Musikgesellschaften, Sängergruppen, Trommler und Trychler. Mal volkstümlich, mal Marschmusik, mal ohrenbetäubend, aber immer einstudiert und hochstehend.

«Rauchen die Bewohner, oder brennt die Hütte?» Die ernsten Aufgaben des Pikettzuges im Alltag arteten am Umzug einmal mehr in Galgenhumor aus. Die Sehnsucht nach Nostalgie in einer hektischen elektronischen Welt befriedigte ein ganzes Kutschentrio. Mit Spiezer Persönlichkeiten und der Gotthardpost.

Wiederum schön verteilt, damit sich die Pferde nicht gegenseitig verunsicherten und die geschmückten Traktoren nicht im Chor tuckerten. Und schliesslich: Was wäre ein Umzug ohne Trachten? Hier zeigte sich einmal mehr, wie begeisterungsfähig für Althergebrachtes auch die Jugend ist.

Miteinander macht froh

Das Thema «Miteinander» prägte den gut besuchten ökumenischen Gottesdienst in der Schlosskirche. «Nur dadurch sind 90 Jahre Rebbau und 75 Jahre Rebbau-Genossenschaft erst möglich geworden», sagte Theologin Gaby Bachmann, die auf den historischen Rebbau am Thunersee verwies, der einst so gross gewesen sei wie alle heutigen Berner Reben zusammen.

Pfarrerin Susanna Schneider Rittiner beschrieb «gemeinsam» als schön und schwierig zugleich. Und sie erinnerte an das Weinwunder im Neuen Testament, das Gemeinschaft erhalten und Fröhlichkeit geschaffen habe.

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