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Der alte Gemeinderat ist auch der neue

Die für den 12. November angesetzten ­Gemeindewahlen finden nicht statt. Weil nicht mehr Vorschläge eingereicht wurden, als Sitze zu vergeben sind, ist der neue Gemeinderat der gleiche wie der alte. Einer ist enttäuscht.

Er wird weiter Gemeinderatspräsident von Zweisimmen bleiben: Ernst Hodel (BDP).
Er wird weiter Gemeinderatspräsident von Zweisimmen bleiben: Ernst Hodel (BDP).
Markus Hubacher

Gestern am frühen Nachmittag konnte Gemeindeschreiber Urs Mathys mitteilen: Die für den 12. November vorgesehene Zweisimmner Gemeindewahlen finden nicht statt. Bis um 12 Uhr lief die Frist dafür, noch allfällige Listenbereinigungen bekannt zu geben oder Vorgeschlagene auf den Listen zu streichen. Es gab – was zwar offiziell nicht kommuniziert wird – ein paar neue Namen, die aber dann in einer internen Ausmarchung der Parteivorsitzenden nach 11 Uhr zurückgezogen wurden.

Somit war klar: Der alte Gemeinderat ist auch der neue. Denn alle Bisherigen hatten sich bereit erklärt, nach einer ersten Legislatur noch eine zweite anzuhängen und sich somit als wiederwählbar erklären zu lassen (siehe Kasten). Die Vorgeschlagenen sind nun vom Gemeinderat ohne Wahlverfahren respektive im stillen Wahlverfahren zu wählen, wie der Gemeinderat gestern mitteilte. Das wird nach den Worten von Urs Mathys voraussichtlich an der nächsten Gemeinderatssitzung am 10. Oktober der Fall sein.Bis letzten Freitag um 17 Uhr konnten Wahlvorschläge eingereicht werden.

Was bis zum Schluss offenblieb, war dann geklärt: Hans-Jörg Pfister, FDP-Grossrat und ehemaliger Zweisimmner Gemeinderat, meldete sich fürs Rennen ums Gemeinderatspräsidium nicht an. Der 71-Jährige hatte in der Ausgabe dieser Zeitung vom 19. August noch offengelassen, ob er zu einer Kampfwahl gegen den bisherigen Präsidenten Ernst Hodel antreten wolle. FDP-Parteipräsident Kurt Trachsel sagte gestern auf Anfrage, dass «Pfister das für sich als Privatperson mit einem eigenen Komitee machen wollte» und das Pfisters Entscheidung gewesen sei. «Wir hatten ihm nicht davon abgeraten und ihm erklärt, dass sich die FDP bei einem allfälligen Wahlkampf neutral verhalten würde.»

Hans-Jörg Pfister enttäuscht

«Meine Enttäuschung gilt den Parteien», nahm Hans-Jörg Pfister gestern zu seinem Verzicht auf eine Kandidatur fürs Gemeinderatspräsidium Stellung. Die Parteien («die brauchen wir nicht mehr») hätten sich für den Gemeinderat auf ein stilles Wahlverfahren geeinigt. Da machte es für ihn keinen Sinn mehr, sich einer Kampfwahl fürs Ratspräsidium zu stellen – «obwohl es Leute gab, die Unterschriften für mich sammelten. Ich hätte mich gerne zur Verfügung gestellt, um der Bevölkerung meine Erfahrungen zurückzugeben.»

Er wirft der gegenwärtigen Behörde vor, sich zu wenig fürs Spital in Zweisimmen einzusetzen. «Es geht um 80 Arbeitsplätze.» Er sei traurig darüber, dass die freie Meinungsäusserung beschnitten werde. «Wer einen eigenen Betrieb führt, bekommt dies zu spüren.» Damit spricht er auch die von ihm gegründete Gartenbaufirma Animaflor AG an, die von seinen Söhnen Benno und Stefan geführt wird. Es erstaune ihn nicht, dass es immer schwieriger werde, Gewerbetreibende für die Politik zu motivieren.

«Es können auch drei sein»

Der bestätigte Gemeinderatspräsident Ernst Hodel zeigte sich gestern gut gestimmt: «Ich bin sehr froh. Wir sind ein gutes Team und können so etwas erreichen». Ob er es in der neuen Legislatur bei zwei Jahren belassen werde, wir er dies im August angekündigt hatte – darauf wollte er sich gestern nicht explizit festlegen. «Es können auch drei sein», meinte er. Es komme darauf an, wie sich die aufgegleisten Geschäfte abschliessen liessen.

Die im Bau befindliche Markt- und Veranstaltungshalle mit Feuerwehrmagazin im Gwatt werde im Frühling 2018 eröffnet werden können. Wichtig ist ihm auch das Projekt einer Sporthalle, die im Dezember mit einem Baukredit vor den Souverän kommt und die zwischen Ende 2018 und Mitte 2020 umgesetzt werden soll. Weitere Ziele sind das Grossprojekt Bahnhof und das Bahnhof-parking Ost, «das wir abschliessen möchten». Dann geht es um Leitungsverträge mit diversen touristischen Anbietern.

Zentrales Thema bleibe aber das Spital: «Als Standortgemeinde wollen wir konstruktiv für ­Lösungen einstehen.» Hodel spricht von Konsens- und Kooperationslösungen: «Jede Verzögerung des Spitals verschärft die Situation.»

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