Dem «Ghüder» geht es an den Kragen

Gadmen

Rund um die SAC-Trifthütte wurden 300 Kilo Müll eingesammelt. Eine Hinweistafel beweist, dass die Alpinisten früher zum Wegwerfen animiert wurden.

Viel Müll kommt zum Vorschein.

Viel Müll kommt zum Vorschein.

(Bild: PD/Nicole Müller)

Bruno Petroni

«Büchsen und Abfälle nordwestlich vom Brunnen über Felsen hinaus werfen». Dieses Hinweisschild fand Hüttenwartin Nicole Müller im vor 113 Jahren erbauten, inzwischen sanft renovierten Nebengebäude der SAC-Trifthütte vor.

Seit 5 Jahren betreibt Müller zusammen mit ihrem Lebenspartner Artur Naue und ihren gemeinsamen zwei Buben die Trifthütte, 2520 Meter über Meer. An guten Ideen fehlte es dem Hüttenwartspaar dabei nie. Eine Clean-up-Aktion war auch eine solche: In früheren Jahren war die Entsorgung des Abfalls aus dem Hüttenbetrieb und von Alpinisten in der Umgebung der SAC-Hütten gang und gäbe. Entsprechend viel Müll ist auch heute noch in den Bergen zu finden, denn «früher gab es noch keine Hüttenversorgung per Helikopter und keine Umweltgesetz­gebung», sagt Nicole Müller.

Vor weiterer Aufräumaktion

Jetzt hat Müller in Zusammenarbeit mit dem SAC-Zentralverband, ihrem Hüttenteam und Mitgliedern der Umweltkommission der SAC-Sektion Bern während dreier Tage eine Aufräumaktion durchgeführt. Und so kamen im steinigen Gelände rund um die Hütte zahlreiche Blechbüchsen, Töpfe, Baumaterialen und andere Dinge wie zum Beispiel eine 30 Jahre alte, immer noch fein duftende Sonnencreme zum Vorschein.

Freiwillige Helfer durchsuchen jede Ritze und Spalte zwischen den Felsen unterhalb der SAC-Trifthütte. Bild: PD/Nicole Müller

Auch alte Nagelschuhe und gar ein halber Ofen wurden gefunden. «Wir stiessen nebst all diesen Abfällen auch auf vergrabene Müllhalden, deren Ausmass wir immer noch nicht ganz abschätzen können», so Müller. Es verbleibe jedenfalls immer noch genügend Arbeit, um auch im nächsten Sommer eine weitere Aufräumaktion zu starten.

Ob da noch etwas zu retten ist? Bild: PD/Nicole Müller

Den Abtransport der rund 300 Kilo gesammelter Abfälle konnten die Trift-Hüttenwarte mit einem Versorgungsflug kombinieren. Die Mehrkosten für den Flug zur Entsorgungsstelle wurden von der Firma Swiss Helicopter übernommen. Das Material wurde im Innertkirchler Entsorgungshof Stocki entsorgt; diese Kosten trägt die Einwohnergemeinde Innertkirchen.

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