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Bernische Denkmalpflege zeigt Apfelschuss in Gsteig bei Gstaad

Bei einer Bauuntersuchung im Jahr 2014, kamen in einem Bauernhaus in Gsteigt alte Wandmalereien mit Willhelm Tells Apfelschuss zum Vorschein. Diese wurden nun restauriert und werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Apfelschussszene Südwand, Gessler hoch zu Pferd, in der  Mitte die Burg Küssnacht, rechts Tell mit Sohn Walter.
Apfelschussszene Südwand, Gessler hoch zu Pferd, in der Mitte die Burg Küssnacht, rechts Tell mit Sohn Walter.
zvg/Partner AG Restauratoren
Chevalier, dem Betrachter zuprostend, Westwand.
Chevalier, dem Betrachter zuprostend, Westwand.
zvg/Partner AG Restauratoren
Weinranken und Blumen im Eingangskorridor.
Weinranken und Blumen im Eingangskorridor.
zvg/Partner AG Restauratoren
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Eine reich dekorierte Bilderwelt gibt es in einem bäuerlichen Wohnhaus in Gsteig bei Gstaad zu bestaunen. Die Wandmalereien kamen 2014 zum Vorschein. Nach einer umfangreichen Restauration werden sie am 20. Oktober erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Das teilte die bernische Denkmalpflege am Montag mit. Restaurator Michael Fischer und zwei weitere Experten werden die anderthalbstündige Führung durchs Haus leiten.

Im Sockelgeschoss waren die Wandmalereien bis vor kurzem nur als Fragmente zu erkennen. Die Wände des ehemaligen Heizungsraums waren geschwärzt, die Motive kaum sichtbar. Die Bauuntersuchung 2014 brachte dann den Schatz zum Vorschein.

Chevalier und Apfelschuss

Nach einer sorgfältigen Reinigungsaktion gelang es den Restauratoren, die Themenkreise der Darstellungen aufzuschlüsseln. Bereits im gewölbten Eingangskorridor wähnt man sich in einem Garten Eden mit Weinranken, Blumen und Puten, der in einen festlich geschmückten Raum überleitet.

Auf dessen Westwand schreitet ein Chevalier durch den Garten und prostet dem Betrachter zu. In der Bildmitte der Südwand ist Küssnacht mit der Gesslerburg zu erkennen, flankiert vom übergross dargestellten Gessler hoch zu Ross auf der einen und der Apfelschuss-Szene auf der anderen Seite.

Tell hat die Armbrust angelegt. Sohn Walter steht mit dem Apfel auf dem Kopf vor einem Baum. Bei Tell sieht man den demonstrativ eingesteckten zweiten Pfeil deutlich.

Aus dem 17. Jahrhundert

Die bernische Denkmalpflege geht davon aus, dass die Malereien Mitte des 17. Jahrhunderts entstanden sind. Nicht eindeutig kann sie die Frage beantworten, welchen Zweck der bemalte Raum ursprünglich hatte, wie aus einem Bericht der Denkmalpflege hervorgeht.

Am ehesten sei von einer Schenke auszugehen oder von einer Sust, also einem Güterumschlagplatz zur Zeit des Säumerwesens. Der imposante Bau befinde sich ja an den bedeutenden Handelsrouten über den Sanetschpass und den Col du Pillon. Künftig wird der Raum nur noch sanft genutzt und an einzelnen Tagen zugänglich gemacht.

Öffentliche Führung am Donnerstag, 20. Oktober.Treffpunktum 18 Uhr am Müligässli 4 in Gsteig. Die Führung wird geleitet von Michael Fischer (Restaurator), Matthias Trachsel (Architekt FH) und Fabian Schwarz (Denkmalpflege des Kantons Bern). Dauer: Rund 1,5 Stunden.

SDA/tpu

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