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Bei 17'800 Skifahrern ist künftig Schluss

In den Skigebieten von Grindelwald und Wengen wird in einem Jahr eine Personenbegrenzung eingeführt. Aus einem ganz bestimmten Grund: «für eine Topqualität», wie Direktor Urs Kessler sagt.

Jürg Spielmann / SDA
Wintersportler im Skigebiet Grindelwald-First. Auch hier wird ab der Saison 2020/2021 die Begrenzung der Anzahl Skifahrer und Snowboarder greifen.
Wintersportler im Skigebiet Grindelwald-First. Auch hier wird ab der Saison 2020/2021 die Begrenzung der Anzahl Skifahrer und Snowboarder greifen.
Bruno Petroni

«Mit der Männlichenbahn und dem Eigerexpress wird die Nachfrage steigen», sagte Urs Kessler am Sonntag auf Anfrage. «Darum werden wir das ab Winter 2020 auch konsequent durchziehen.» Die Jungfraubahnen wollen in einem Teil des Skigebiets die Zahl der Ski- und Snowboardfahrer limitieren. Auf den Pisten oberhalb von Wengen und Grindelwald sollen künftig maximal 17'800 Menschen pro Tag herumfahren.

Kessler, der Direktor der Jungfraubahnen, gab die Begrenzung in einem Interview mit dem «SonntagsBlick» bekannt. Diese Absicht gründe nicht nur auf Überlegungen des Umweltschutzes, sondern auch auf solchen des Marketings, sagte er. Je knapper ein Gut sei, desto wertvoller sei es. «Wir setzen auf Topqualität», betonte er.

Das Thema ist bei den Jungfraubahnen nicht neu: Schon seit 2009 begrenzen sie die Zahl der Gäste auf dem Jungfraujoch. Maximal 5500 Personen können heute pro Tag das Ausflugsziel besuchen. So soll verhindert werden, dass an Schönwettertagen in den Zügen hinauf aufs Joch und auf dem Jungfraujoch selber das Gedränge zu gross wird.

Wie viele Skifahrer sind es?

Die Begrenzung wird in den Skigebieten Grindelwald-Wengen und Grindelwald-First zur Anwendung kommen. Das sagte Kathrin Naegeli, Mediensprecherin der Jungfraubahnen, am Sonntag auf Anfrage. Die Beschränkung auf 17'800 Personen soll in einem Jahr eingeführt werden, zu Beginn der Saison 2020/2021, wenn der neue Eigerexpress vom Terminal Grindelwald zur Station Eigergletscher eröffnet wird. «Bei einem guten Skitag gehen wir von 15'000 bis 16'000 Skifahrern aus», so Kessler.

Im Winter 2017 habe man an einem absoluten Spitzentag einmal 20'300 Ersteintritte gezählt. «Das ist zu viel. Der Skifahrer soll ausreichend Platz auf der Piste vorfinden.» Mit der Limitierung gehe es darum, den Leuten Qualität zu bieten, sagte Kessler weiter. Die Gäste sollten das Erlebnis geniessen können.

Wie der Jungfraubahnen-Chef weiter erklärt, hätte es in den letzten Wintern «einzelne Tage» gegeben, in welchen für die Gebiete Grindelwald-Wengen und First «ausverkauft» vermeldet worden wäre. Laut Kathrin Naegeli wird die Regulierung bei den Tagesgästen greifen, die Abonnementsbesitzer werden nicht betroffen sein. «Wir werden in der ersten Saison sehen, wie sich die Gäste verteilen, und je nachdem werden wir bei der Limitierung Anpassungen vornehmen», ergänzte sie.

Kritik an SBB

Das Interview in der Sonntagspresse mit Urs Kessler drehte sich um die Frage, ob sich Investitionen in den Schneesport weiterhin lohnen. Er bejahte diese Frage resolut. Der 57-Jährige sagte, die Jungfraubahnen investierten viel Geld, damit die Skigebiete besser mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar würden.

Auf die Frage, ob er mit der Qualität der SBB als Zubringerin zufrieden sei, meinte Urs Kessler: «Also ... wenn ich mich als Chef mit Mittelmass zufriedengebe, dann gibt sich auch mein Team mit Mittelmass zufrieden. Wir müssen aber immer besser werden.»

Verbesserungspotenzial beim Zugang zu den Skigebieten des Oberlands sieht Kessler beim Bahnhof Interlaken-Ost: Die Wege beim Umsteigen seien zu lang. Am kommenden Wochenende weihen die Jungfraubahnen zusammen mit der Männlichenbahn und der Berner-Oberland-Bahn (BOB) in Grindelwald Grund einen neuen Bahnterminal ein.

An der neuen BOB-Station «Grindelwald Terminal» werden Bahnpassagiere ab diesem Tag direkt auf die Männlichenbahn umsteigen können, die ins Skigebiet Grindelwald-Wengen führt. Der Bau des Terminals gehört zum V-Bahn-Projekt der Jungfraubahnen, die dafür mit der Männlichenbahn 470 Millionen Franken investieren.

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