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Aus drei Gletscherpfützen wuchsen richtige Seen heran

Vor einem Jahr brach der Favergesee letztmals aus. Aber schon vorher sorgten die drei Plaine-Morte-Seen für Aufregung.

Rekordniveau wie hier vor drei Jahren wird der See nicht mehr haben.
Rekordniveau wie hier vor drei Jahren wird der See nicht mehr haben.
Bruno Petroni
Vor einem Jahr sorgten die Fluten für Schäden im Rotenbach (rechts).
Vor einem Jahr sorgten die Fluten für Schäden im Rotenbach (rechts).
zvg
Der Strubelsee an der Nordseite verhält sich seit Jahren konstant.
Der Strubelsee an der Nordseite verhält sich seit Jahren konstant.
Bruno Petroni
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Gletscherseen auf dem 2740 Meter über Meer gelegenen Plateaugletscher Plaine Morte an der Kantonsgrenze zum Wallis sind nichts Neues, stauten sich dort oben doch bereits vor 23 Jahren drei kleine Pfützen. Vor acht Jahren gewannen diese jedoch plötzlich entscheidend an Volumen. Der unmittelbar über dem Rezligletscher am nördlichen Rand des Gletschers entstandene Strubelsee machte damals als Erster von sich reden, weil er sich innert kurzer Zeit zweimal spontan entleerte, auf den Alpweiden des Rezlibergs für Überschwemmungen sorgte und unter den Simmenfällen 8000 Kubikmeter Geschiebe ablagerte.

Ein Jahr später wurden der Strubelsee (Volumen 100'000 Kubikmeter), der Vatseretsee (40'000) unter dem Plaine-Morte-Gipfel und der Favergesee (200'000) im Osten erstmals während der Sommermonate mit Sonden und Kameras überwacht. Schon damals ortete der Zürcher ETH-Glaziologe Martin Funk im Favergesee die grösste Gefahr: «Wenn dieser plötzlich unterirdisch abfliesst und noch von den anderen Seen unterstützt wird, könnte es an der Lenk unten langsam kritisch werden.»

Im Jahr 2014 wuchs der Favergesee dann auf das bedrohliche Volumen von zwei Millionen Kubikmetern an. In der Folge entleerte er sich mehrmals, jedoch fast nie aus randvollem Zustand. Trotzdem bescherte er den Lenker Gemeindeverantwortlichen 20'000 Kubikmeter Geschiebe in der Simme – und sehr viel Räumarbeit.

Am Abend des 27. Juli letzten Jahres brach der Favergesee abermals aus; innert weniger Stunden entleerte er sich komplett. Bei den Simmenfällen wurde ein Fliessvolumen von 28 Kubikmeter Wasser pro Sekunde mit Spitzen von fast 60 Kubik gemessen; im Dorf Lenk waren es wegen des Zuflusses der Seitenbäche deren 55. Die für solche Fälle vorbereiteten Überflutungsgebiete funktionierten zwar, jedoch drang das Wasser im Bereich des Rotenbachquartiers über den Flussdamm und füllte die Keller von einem Dutzend Gebäuden. In einer Tiefgarage wurden mehrere Autos Opfer der Fluten. Die Schäden beliefen sich allein im Rotenbach auf 1,5 Millionen Franken.

Zurzeit ist der Favergesee mit 900'000 Kubikmetern nur halb voll, der Vatseretsee praktisch leer, und der Strubelsee verhält sich seit mehreren Jahren konstant im Volumenbereich zwischen 100'000 und 200'000 Kubikmetern. Trotzdem ist an der Lenk zurzeit ein Wasserbauprojekt zum Schutze der Wohngebiete und Infrastrukturen in Arbeit. Im Rotenbach haben vereinzelte Hausbesitzer in diesen Tagen ihre Eingänge zu Kellern und Parterrewohnungen zum Schutz vor einem allfälligen erneuten Hochwasser mit Sandsäcken und Schalungsbrettern verbarrikadiert.

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