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«Aufrichte» für den neuen Garten

In seinen Grundzügen steht der «neue» Englische Garten. So luden die Gemeinde Interlaken und der Uferschutzverband Thuner- und Brienzersee UTB am Mittwoch zur «Aufrichte».

Neben den am Projekt Beteiligten nahmen auch etliche Nachbarn die Einladung zur «Aufrichte» des Englischen Gartens in Interlaken an und besichtigten die Neuerungen. Fotos: Sibylle Hunziker
Neben den am Projekt Beteiligten nahmen auch etliche Nachbarn die Einladung zur «Aufrichte» des Englischen Gartens in Interlaken an und besichtigten die Neuerungen. Fotos: Sibylle Hunziker

Die beiden neuen Zugänge zum Wasser sind gebaut, die jungen Bäume gepflanzt. Damit ist das Wesentliche des renovierten Englischen Gartens bereits sichtbar. Zugleich stehen die ganze Feinarbeit sowie die Ausstattung mit Sicherheitsschranken und Bänken, mit Brunnen und Grill noch bevor. «Die Eröffnung können wir voraussichtlich im Sommer zugleich mit dem sanierten Brunnen auf dem Bahnhofplatz feiern», sagte Gemeinderat Kaspar Boss bei der «Aufrichte» am Mittwoch.

Alt und Neu nebeneinander

Grundsätzlich bleibt der Englische Garten so erhalten, dass sich auch künftig die Geschichte der letzten 200 Jahre daran ablesen lässt. Zur Grundstruktur gehört etwa die Ländte am Westende der Anlage; früher wurde sie von den Schiffsleuten genutzt, die eine Konzession für die Transporte auf dem Brienzersee ersteigert hatten. Erhalten bleiben auch die Mauern der Aarekorrektion von 1855, die den Grundstein für den Park am Aareufer legte. «Die Mauern aus Ringgenberger Kalk sind in gutem Zustand und mussten nur wenig ergänzt werden», sagte die Architekturhistorikerin Johanna Strübin, die für denkmalpflegerische Fragen beigezogen wurde.

Um den Zugang zum Wasser zu verbessern, wurde im Ostteil des Gartens die denkmalgeschützte Ufermauer zurückversetzt und eine Plattform gebaut.
Um den Zugang zum Wasser zu verbessern, wurde im Ostteil des Gartens die denkmalgeschützte Ufermauer zurückversetzt und eine Plattform gebaut.

Im östlichen Teil des Parks wurde nun ein Teil der Mauer zurückversetzt. Davor führen ein paar Treppenstufen hinunter auf eine Plattform knapp über dem normalen sommerlichen Wasserstand. Gleich wie die breite neue Treppe auf der alten Schiffländte lädt die Plattform Einheimische und Gäste ein, an heissen Tagen mit den Füssen im kühlen Aarewasser zu planschen. «Im Gegensatz zu den alten Natursteinmauern sind die neuen Elemente aus Beton», sagte die zuständige Landschaftsarchitektin Beatrice Friedli. «Damit wird klar markiert, was alt und was neu ist.»

Flanieren und grillieren

Als ökologischer Ausgleich für den Beton wurden in der Aare Verstecke für junge Äschen und andere Fische aus Felsbrocken und Ästen eingerichtet. Dazu kommen Fledermauskästen in den Parkbäumen. Die alten Bäume werden während der Bauarbeiten gut geschützt. So kann man auch künftig in ihrem Schatten auf mäandernden Wegen vom Ostbahnhof zur Beau-Rivage-Brücke flanieren und sich in der Belle Epoque wähnen. In die Lücken, die Stürme in den letzten Jahrzehnten in den Baumbestand gerissen haben, wurden junge Bäume gepflanzt.

Hinter der ARA-Pumpstation, wo die BLS ein Stück Land für eine Erweiterung des Parks abgetreten hat, entsteht ein Spiel- und Brätliplatz mit Wasser und Gasgrill. «Gas deshalb, weil die Anlage keine Nachtbuben anlocken soll», sagte Kaspar Boss. «Das Gas wird abends abgestellt.»

Spenden weiter willkommen

Landschaftsarchitektin Friedli findet besonders schön, dass der Park künftig zur Strasse hin einladend offen ist. Und besonders interessant ist das Projekt für sie wegen der ungewöhnlich engen Verzahnung von technischen mit denkmalpflegerischen und ökologischen Aufgaben.

Landschaftsarchitektin Beatrice Friedli erläutert am Beispiel der Betontreppe auf der Natursteinländte, wie im Englischen Garten Neu und Alt kombiniert werden.
Landschaftsarchitektin Beatrice Friedli erläutert am Beispiel der Betontreppe auf der Natursteinländte, wie im Englischen Garten Neu und Alt kombiniert werden.

Gemeinderat Boss danke allen, die sich für das Projekt eingesetzt haben oder es jetzt ganz praktisch umsetzen, speziell aber dem UTB und seinem Präsidenten Andreas Fuchs, der für die Anschubfinanzierung 300'000 Franken gesammelt hat. Fuchs seinerseits freut sich, dass die Idee, die 2008 aus einer Potenzial-Analyse des UTB für die Bödeli-Aare entstanden ist, so schöne Formen annimmt. «Die Unterstützung von Projekten, die der Allgemeinheit dienen, gehört zu den Aufgaben des UTB», sagte Fuchs. Und er wies diskret darauf hin, dass Spenden für die Renovation des Englischen Gartens weiterhin willkommen sind.

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