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Altlasten am Hüsenbach werden sortiert

Die alte Deponie, die bei der Revitalisierung des Auengebietes Sytenwald zum Vorschein kam, wird in diesen Wochen ausgehoben und fachgerecht ­entsorgt.

Schicht um Schicht trägt ein Bagger den belasteten Boden ab. Video: Sibylle Hunziker

IIm Sytenwald bei Meiringen wurde in den letzten Monaten viel gebaggert – unter anderem für die Verlängerung des Hüsenbachs, mit der die Schwellenkorporation Meiringen zur Revitalisierung des Auengebietes beiträgt. Doch jetzt, auf den letzten paar Dutzend Metern vor der neuen Mündung in die Aare, ist manches anders. Hier wird die alte Deponie mit militärischen Abfällen ausgehoben, die im Winter überraschend zum Vorschein kam.

Deponieren oder waschen

Der Bagger arbeitet in einem eingezäunten Gebiet. Vorsichtig trägt er Schicht um Schicht des Bodens ab. Und er wird auf Schritt und Tritt von einem Mann in einem weissen Schutzanzug begleitet.

Im Schutzanzug steckt der Altlastenexperte Florian Klingenfuss von der Kellerhals und Haefeli AG. Als Triageverantwortlicher entscheidet er, auf welchen der verschiedenen Haufen das Material in der Baggerschaufel geleert wird – oder ob es in einen der Container versorgt wird, die auf dem temporären Bauplatz bereitstehen.

«Bis jetzt gehörte fast alles Material zum Typ B – so, wie wir es hier am östlichen Ende der alten Deponie erwartet haben», stellt Jürg Jakob zufrieden fest. Der Geologe von der Kellerhals und Haefeli AG hat die Altlast im Winter zusammen mit Experten des Militärdepartements (VBS) untersucht und das Sanierungsprojekt ausgearbeitet.

Florian Klingenfuss, Spezialist für Altlasten. Foto: Sibylle Hunziker
Florian Klingenfuss, Spezialist für Altlasten. Foto: Sibylle Hunziker

Typ B heisst der am schwächsten belastete Aushub, der in der Region deponiert werden kann. Im Mittelteil, der in den nächsten Wochen an die Reihe kommt, ist gemäss den Proben aus den ­Vorsondierungen Typ E oder noch stärker belastetes Material zu erwarten, das ins Bodenannahmezentrum Rubigen verfrachtet wird. Dort kommt es je nach Art der Belastung in eine überwachte Deponie oder wird zur Aufbereitung in Bodenwaschanlagen weitergeschickt.

Gut kontrolliert

Bevor es so weit ist, muss Florian Klingenfuss vor Ort alles richtig sortieren. Dabei helfen ihm die Triagekriterien, die nach den Sondierungsgrabungen und den ersten Laboruntersuchungen festgelegt wurden. Hinweise auf besondere Belastungen geben etwa Benzingeruch, Batterien oder grünliche Verfärbungen, die auf Kupfersalz hinweisen. Zudem werden noch einmal Proben ins Labor geschickt. Auch Faserzementplatten werden noch genauer untersucht, da sie Asbest enthalten könnten.

«Anhand von Begleitscheinungen lässt sich jede Ladung von hier bis zur Entsorgung genau nachverfolgen und kontrollieren.»

Jürg Burkart

Bewilligungsbehörde für die Sanierung der Altlast ist das VBS, die Kosten übernimmt die Armasuisse, und Bauherrschaft ist – gleich wie bei der Revitalisierung – die Schwellenkorporation Meiringen. Für den Transport und die Behandlung des stark belasteten Materials hat die Schwelli nach einer öffentlichen Ausschreibung die Luzerner Entsorgungsfirma Ebiox ausgewählt.

«Anhand von Begleitscheinungen lässt sich jede Ladung von hier bis zur Entsorgung genau nachverfolgen und kontrollieren», erklärt Jürg Burkart, der als Bauleiter für das Aufwertungsprojekt Sytenwald und zugleich für die Altlastensanierung zuständig ist. Auch sonst wird Sicherheit im Umgang mit dem alten Abfallgemisch grossgeschrieben: So wurde etwa der Boden in der trockenen letzten Aprilwoche mit Wasser besprüht, damit sich beim Baggern kein belasteter Staub in der Umgebung verteilte.

Kein seltener Fall

Für die Altlastenspezialisten von Kellerhals und Haefeli ist die alte Deponie nicht ungewöhnlich. «Deponien dieser Art und Grösse kommen überall in der Schweiz hin und wieder zum Vorschein», sagt Jürg Jakob. Denn die Aufnahmen für den Altlastenkataster begannen erst 1998.

Für viele kleinere Deponien gab es keine Aufzeichnungen; und wo sich niemand daran erinnerte und auch Hilfsmittel wie Flugaufnahmen nicht halfen, werden sie nur nach und nach durch Zufall entdeckt. Positiv findet Jakob in diesem Fall, dass der Verursacher noch da war und dass das VBS die Sanierung speditiv in die Wege geleitet hat.

Einweihung im Herbst

Damit kann auch die Aufwertung des Sytenwaldes noch diesen Sommer abgeschlossen werden. Für die Einweihung will die Schwellenkorporation Ende Sommer die Öffentlichkeit einladen. «Aber schon jetzt bekommen wir von Spaziergängern immer wieder positive Rückmeldungen», freut sich Jürg Burkart.

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