Zum Hauptinhalt springen

Absturz mit Gleitschirm: Die Ursache ist unklar

Im Dezember 2016 stürzte eine Gleitschirmpilotin ab und verletzte sich schwer. Die Untersuchung ergab keine Klarheit darüber, ob Turbulenzen eines Helikopters eine Rolle spielten.

Die Ursache vom Absturz der Gleitschirmpilotin konnte noch nicht zweifelsfrei ermittelt werden. (Bild: Symbolbild/I Stock)
Die Ursache vom Absturz der Gleitschirmpilotin konnte noch nicht zweifelsfrei ermittelt werden. (Bild: Symbolbild/I Stock)

Es geschah Ende Dezember 2016 beim Güggel, einem Gleitschirm-Startplatz oberhalb von Oberdiessbach: Das Fluggerät einer Gleitschirmpilotin wurde kurz nach dem Start etwa 50 Meter über Grund instabil, der frontale Bereich klappte ein. Der Frau blieb keine Zeit, den Notschirm zu ziehen.

Sie prallte auf eine steil abfallende Wiese und wurde dabei schwer an der Hand und am Rücken verletzt, wie einem kürzlich veröffentlichten Bericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) zu entnehmen ist.

Ein erster Flug der Pilotin mit mehrjähriger Erfahrung und eines noch erfahreneren Kollegen war laut dem Bericht ruhig verlaufen, das Wetter war «sonnig und windschwach». Zum Zeitpunkt des zweiten Flugs war in derselben Gegend ein Helikopter für einen privaten Rundflug unterwegs.

Der Gleitschirmpilot, der sich noch am Startplatz befand, nahm den Heli wahr und informierte seine schon gestartete Kollegin über Funk. Diese sah den Helikopter daraufhin ebenfalls. Wenige Sekunden später begann ihr Schirm instabil zu werden, worauf es zum Absturz kam. Der Helikopterpilot gab später an, zu keinem Zeitpunkt einen Gleitschirm wahrgenommen zu haben.

Alle kannten das Gebiet

Die Sust-Untersuchung ergab, dass alle Beteiligten die lokalen Gegebenheiten gut kannten. Hinweise auf technische Probleme an Gleitschirm oder Helikopter fanden sich keine. Die seitliche Distanz zwischen den beiden Fluggeräten betrug «etwa 100 Meter oder mehr».

Natürliche Phänomene, die eine starke Turbulenz hätten erzeugen können, erscheinen laut Bericht aufgrund der meteorologischen Verhältnisse als unwahrscheinlich. In der Untersuchung wurde insbesondere ein möglicher Einfluss von Rotorabwind und Wirbeln – sogenannte Nachlaufturbulenz – des Helis abgeklärt.

Die unmittelbare Wirkung des Rotorabwinds könne als Ursache ausgeschlossen werden – dafür sei die Distanz zu gross gewesen. «Die Nachlaufturbulenz ist nicht sichtbar und kann noch mehrere Minuten nach dem Zeitpunkt, an dem ein Luftfahrzeug eine bestimmte Stelle passiert hat, eine Gefahr für ein nachfolgendes Luftfahrzeug darstellen», heisst es im Sust-Bericht weiter.

Nicht zweifelsfrei

Es sei denkbar, dass die vom Heli erzeugten Turbulenzen durch den schwachen Wind in den Bereich des Gleitschirms verfrachtet worden seien.

Aber: «Der Einfluss von Nachlaufturbulenz des Helikopters auf das Einklappen des Gleitschirms konnte weder ausgeschlossen noch nachgewiesen werden.» Die Ursache habe nicht zweifelsfrei ermittelt werden können. Sicherheitsempfehlungen leitet die Sust aus dem Unfall keine ab.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch