Junge Kunst auf vier Etagen

Interlaken

Rund 50 junge Kunstschaffende der Region gestalten das 5. Art Festival im Blago Bung in Interlaken. Am Sonntag geht das Festival zu Ende.

Drei von insgesamt zwölf OK-Mitgliedern des Art Festival 2019: Lia Näpflin, Ausstellerin Livia Gertsch und Andrea Weibel.

Drei von insgesamt zwölf OK-Mitgliedern des Art Festival 2019: Lia Näpflin, Ausstellerin Livia Gertsch und Andrea Weibel.

(Bild: Monika Hartig)

«Auf vier Etagen warten Malerei, Fotografie, Installationen, Kunst und Musik von etwa 50 jungen Kunstschaffenden der Region auf Publikum», so wird das Art Festival 2019 angekündigt. Die Ausstellung findet auch dieses Jahr wieder im ehemaligen Hotel Touriste, dem heutigen Blago Bung, an der Rugenparkstrasse statt und dauert noch bis am Sonntag, 15. September. In den ehemaligen Hotelzimmern konnten junge Frauen und Männer ihren kreativen Ideen freien Lauf lassen.

Auch das 12-köpfige OK gestaltete mit. «Wir haben im Innen- und im Aussenbereich vieles neu dekoriert», sagt OK-Mitglied Lia Näpflin. So wurde etwa am Gebäudeeingang mit schwarzen Tüchern und Puppen ein «Awarenessgang», ein Raum der Wahrnehmung, geschaffen. Schriftsätze in goldenen Rahmen sollen die Betrachter ansprechen. Das Foyer ist neu mit Silberfolie an Decke und Wänden dekoriert. Grafitti im Treppenhaus und an den Etagenwänden zeigen explosive Kreativität.

Ein Gruselkabinett in Schwarz mit Totenköpfen und düsterer Ambientemusik hat Maturand Sebastian Dyhrenfurt (19) aus Ringgenberg gestaltet: «Die Atmosphäre soll Angst machen und die dunkle Seite des Zuschauers ansprechen.» Auch Themen wie etwa Konsum, Ausbeutung anderer Kulturen, Selbstakzeptanz oder Gegensätze haben die jungen Frauen und Männer umgesetzt. «Diese Welt überfordert mich extrem mit allen Reizen», so Studentin Aline Brossard (19) aus Bern, die eine Wand mit bunten Papiercollagen zum Thema Reizüberflutung kreiert hat. Jasmina Zarlenga (18) aus Matten und Sarah Brügger aus Unterseen haben einen Raum zum Thema Selbstliebe gestaltet, mit einer Meinungswand, wo Besucher sich äussern können. Dominik Amacher (22) aus Matten hat ein Wandbild zum Thema «Ressourcen in Afrika ausbeuten» gemalt.

Wachstum und Finanzen

Nebst Poetry-Slam und Theater können Festivalbesucher im Kulturlokal Blago Bung vielerlei Musik von Bands der Region erleben. So etwa von Fuchs & Porzellan, Soukey, der Chaostruppe oder den Rehbellen. Und am Sonntag findet ab 11 Uhr eine offene Jamsession statt.

Das Art Festival wird Jahr für Jahr grösser und kommt gut an. «Wir bekamen letztes Jahr praktisch nur positive Rückmeldungen», sagt OK-Mitglied Livia Gertsch. Die Ausstellung macht keinen Gewinn, alle Einnahmen werden reinvestiert. «Die Finanzierung basiert auf Kollekten und Beiträgen der umliegenden Gemeinden», sagt Lia Näpflin.

2018 kamen so knapp 6500 Franken zusammen, es ergab sich ein Minus von 2000 Franken. Heuer rechnet das OK mit Einnahmen von etwa 5500 Franken. Musikschaffende treten teils zu tieferen Gagen auf, da sie das Festivalkonzept schätzen. Für die Zwischennutzung des Gebäudes, das der Basler Immobilienfirma Varem AG gehört, fallen nur die Nebenkosten von knapp 10'000 Franken pro Jahr an. Wann die Gebäudezeile abgerissen werden soll, ist noch offen.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt