Interlaken

Der Altmeister musste vier Zugaben spielen

InterlakenMusikalisches Highlight im Festprogramm «125 Jahre Interlaken»: Altmeister Hanery Amman gab mit seiner Band ein rezitales Instrumentalkonzert, einen Mix aus diversen Musikstilen, und Zugaben mit Gesang.

Ganz in Schwarz konzertierte Altmeister Amman.

Ganz in Schwarz konzertierte Altmeister Amman. Bild: Monika Hartig

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«Heute hört ihr Instrumentalmusik, mehr bedächtig und nicht direkt zum Tanzen», sagte Altmeister Hanery Amman zu Konzertbeginn am Samstagabend. Viel Volk hatte sich im Festdorf «125-Jahre Interlaken» versammelt, um den erfolgreichen Musiker und seine Band live zu erleben. Hanery am Piano, Samuel Jungen (b), Mägi Koch (g), Timo Wüthrich (dr) Dani Hächler (perc) und Andy Maurer (g) nahmen das Publikum mit auf eine musikalische Reise.

«Die Songs sind Fusionen von Einflüssen aus diversen Musikstilen wie etwa volkstümlich, intellektuell oder fast klassisch. Die Stilistik ist nicht immer erkennbar, doch die Lieder spiegeln klar meine Identität und sind zu 100 Prozent Amman», erklärte der Künstler im Interview nach Konzertende.

Gelassene Atmosphäre

Doch zunächst liess sich das Pu­blikum von der lässigen, eher zeitlosen Musik, die zum Teil an hymnische Filmmelodien erinnerte, davontragen.

Perlende Pianokaskaden, coole Gitarrenriffs, nicht zu wilde Drums: Die Musiker waren in ihrem Element und spielten harmonisch, wie aus einem Guss.

Zu Stücken wie etwa «Cumulus», «Primavera» oder «Indigo» wiegten sich die Konzertbesucher im Takt, wie in leichter Trance, ganz hingerissen. «Es ist tolle Musik zum Träumen, die innere Bilder hervorruft – jazzig, phasenweise fast klassisch», fand ein Konzertbesucher.

Auch einige rockige Stücke waren dabei, so etwa der bisher unveröffentlichte Song «Miserables» im Latinstil von Carlos Santana, der so gut ankam, dass es Zwischenapplaus gab.

Hanery Amman, der viel bewunderte Virtuose am Piano, wandte sich immer wieder direkt ans das Publikum und fragte: «Gehts euch gut?» Jubel, Pfiffe und Applaus waren die Antwort.

Mit Wehmut gesungen

Als erste Zugabe spielte die Band das melancholische «Tristessa», «ein altes Instrumentalstück aus der Rumpelstilzeit», so Amman. Nach der zweiten Zugabe liessen die immer noch zahlreichen Konzertbesucherinnen und -besucher die Band jedoch noch lange nicht gehen.

Minutenlanges «Zugabe»-Rufen, Trommeln und Pfeifen brachte die Musiker schliesslich auf die Bühne zurück. Zur Freude des Publikums sang Hanery Amman, mit Wehmut in der Stimme, den Klassiker «Rosmarie.»

Danach liess die Formation mit dem Stück «Rächti Liebi, die brönnt heiss», 1985 komponiert von Polo Hofer und Hanery Amman, das fast zweistündige Konzert sanft und endgültig ausklingen. (Berner Oberländer)

Erstellt: 15.08.2016, 08:04 Uhr

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