Zwischen den Perrons wirds eng

Langenthal

Eine breitere Bahnhofunterführung soll nicht nur die beiden Stadtteile besser miteinander verbinden, sondern auch das Sicherheitsempfinden der Passanten erhöhen. Herausforderungen beschäftigen die Planer auch überirdisch.

Zu schmal und zu tief: Perron 2/3 muss umgebaut werden. Neben einer Erhöhung für den behindertengerechten Zugang zu den Zügen ist auch eine ­Verbreiterung vorgesehen. Das hat Auswirkungen auf die Gleise.

Zu schmal und zu tief: Perron 2/3 muss umgebaut werden. Neben einer Erhöhung für den behindertengerechten Zugang zu den Zügen ist auch eine ­Verbreiterung vorgesehen. Das hat Auswirkungen auf die Gleise.

(Bild: Thomas Peter)

Kathrin Holzer

Sie bildet ein Kernstück des Entwicklungsschwerpunkts Bahnhof Langenthal: die neue Passage, die dereinst zwei ebenfalls aufgewertete Bahnhofplätze Nord und Süd miteinander verbinden soll. Nicht nur, dass in der ausgebauten Unterführung auch Platz vorhanden sein soll für den Veloverkehr.

In der neuen Passage, so ein erklärtes Ziel der Planer, sollen sich die Passanten auch sicherer fühlen als im bestehenden, ebenso schmalen wie düsteren Durchgang unter den Gleisanlagen. «Die Passage soll gut beleuchtet sein und wird durch die Breite auch besser überblickbar», sagt Stadtpräsident Reto Müller (SP). «Damit verbessert sich aus Sicht der Planenden auch das Sicherheitsempfinden.»

Zugfahrer wie Passanten, die die Unterführung regelmässig nutzen, dürfte das freuen – ruft der heutige Zustand hier und dort doch immer wieder mulmige Gefühle hervor. Bis die Passage tatsächlich in neuem Glanz erstrahlt, wird es allerdings noch etwas dauern.

Wie der Gemeinderat letzten Herbst orientierte, werden derzeit die Vorprojekte für die beiden Bahnhofplätze sowie die Unterführung erstellt. Eine Umsetzung ist im dritten Agglomerationsprogramm der Stadt ab 2019 vorge­sehen.

Zugang für alle

Auch überirdisch stehen weite­re Bauarbeiten an. Das Behin­dertengleichstellungsgesetz verlangt bis Ende 2023 für alle Menschen den barrierefreien Zugang zum öffentlichen Verkehr. Auch in Langenthal müssen die Perrons der SBB deshalb angepasst werden, sodass die Spalte zwischen Perron und Fahrzeug auf ein Minimum reduziert wird.

Schon 2013 wurden die Perrons entlang und zwischen den Gleisen 1, 12 und 13 entsprechend erhöht. Mit der Anpassung des viel genutzten Perrons zwischen den Gleisen 2 und 3 indes wurde bewusst zugewartet, weil diese in Abstimmung mit dem Passagenprojekt erfolgen soll.

Ein Gleis muss weichen

Noch sind allerdings auch beim Perronprojekt Fragen offen. Wie 2015 bekannt wurde, reicht eine Erhöhung allein nicht aus, um den gesetzlichen Anforderungen Rechnung zu tragen. Zumindest beim Perron zwischen den Gleisen 2 und 3 verlange das Bundesamt für Verkehr zudem auch eine Verbreiterung, bestätigt SBB-Mediensprecher Reto Schärli.

Ob auch die bereits erhöhten Perrons noch verbreitert werden müssen und die Verbreiterung Auswirkungen haben wird auf die Gleisanlagen, könne er zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht sagen. Diese Punkte seien Teil der laufenden Abklärungen.

Konkreter wird die Stadt. Mit dem behindertengerechten Umbau werde der Mittelperron 2/3 erhöht und verbreitert, damit er den langfristigen Anforderungen an das erwartete Personenaufkommen gerecht werde, sagt Stadtpräsident Müller. Tatsächlich müsse die SBB aufgrund von Platzmangel zudem ein Gleis entfernen. Eine vertiefende Objektstudie der SBB soll im Herbst vorliegen.

Im Austausch

Einfluss auf den geplanten Ausbau der Unterführung habe das Perronproblem aber nicht, bekräftigt Müller. Die Auswirkungen bezögen sich nur auf die Rampe und die Treppen zum Perron, welche wegen der breiteren Unterführung ohnehin neu gebaut werden müssen. Sie würden nun entsprechend angepasst und koordiniert im Passagenprojekt aufgenommen. Die Planungen von Bahn und Stadt seien durch eine gemeinsame Steuergruppe verbunden, der Austausch erfolge laufend.

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