Huttwil

Zu schön, um wahr zu sein

HuttwilDie Rechnung der Einwohnergemeinde schliesst um eineinhalb Millionen ­Franken besser ab als budgetiert. Die Verantwortlichen freut das nur bedingt.

<b>Eineinhalb Millionen Franken</b> besser als budgetiert: Die Verantwortlichen freut das aber nur bedingt.

Eineinhalb Millionen Franken besser als budgetiert: Die Verantwortlichen freut das aber nur bedingt. Bild: Thomas Peter

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Ich bin froh, dass wir unsere ­Finanzen seit Jahren über den Selbstfinanzierungsgrad führen und kontrollieren», sagt Huttwils Gemeinderat mit Ressort Finanzen, Marcel Sommer (SVP). «Denn dieser zeigt unsere Finanzlage ungeschönt auf.»

Das heisst: So betrachtet ist der Abschluss ungenügend. 3,8 Millionen Franken netto investierte die Gemeinde Huttwil vergangenes Jahr. Nur 63,2 Prozent davon konnte sie aus selbst erarbeiteten Mitteln finanzieren.

Der eigentliche Abschluss der Jahresrechnung zeigt ein anderes Bild: Eine Million Franken ­beträgt der Ertragsüberschuss. Budgetiert war ein Minus von einer halben Million.

Vor al­lem schenkte ein, dass bedingt durch das neue Rechnungsmodell HRM2 das Eigenkapital der gemeindeeigenen Industriellen Betriebe AG innerhalb von 16 Jahren erfolgswirksam abgeschrieben werden muss.

Etwa 9 Millionen Franken beträgt dieses und schönt damit die Gemeinderechnung noch längere Zeit um eine halbe Million Franken. Weil die Regel in Huttwil erst spät bekannt wurde, musste dieses Jahr sogar der doppelte Betrag verbucht werden.

Anschlussgebühren

Die hohen Investitionen haben vor allem mit der Bautätigkeit zu tun. Doch davon kommt auch ­etwas zurück: Weil Anschluss­gebühren fällig wurden, stehen die Spezialfinanzierungen Wasser, Abwasser und Abfall sehr gut da. Hier kündigt der Gemeinderat denn auch Gebührensenkungen an.

Ob die Bautätigkeit sich dereinst auch in einem höheren Steuerertrag niederschlagen wird, steht dagegen noch in den Sternen. Dazu müssten die erstellten Wohnungen noch bezogen werden, und zwar mit guten Steuerzahlern. Im letzten Jahr stiegen die Steuereinnahmen zwar leicht an, aber nicht im ­budgetierten Rahmen. Nach wie vor fehle im steuerfinanzierten Haushalt etwa ein Steuerzehntel, hält Marcel Sommer fest.

Neben Sparmassnahmen erwägt der Gemeinderat auch Mehreinnahmen. Zu Letzteren zählt die bereits angekündigte Prüfung von Gebühren auf den grossen Parkplätzen. Nicht ausschliessen kann Marcel Sommer aber ebenso eine Steuererhöhung. «Wenigstens würde sie durch die Gebührensenkung teilweise kompensiert.» (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 16.05.2018, 20:10 Uhr

Artikel zum Thema

Jetzt schlägt sich der Bauboom in Investitionen nieder

Huttwil Die Huttwiler Gemeinde­rechnung schliesst schlechter ab als das Budget. Allerdings nicht ganz so viel, wie es auf den ersten Blick scheint. Mehr...

Mit neuen Plänen die Lücke schliessen

Huttwil Das Konzept für den Coop-Neubau hat Bauherrin HRS Real Estate überarbeitet. Statt für Modegeschäfte und Gastronomen will sie über dem Laden Wohnungen bauen. Doch das dauert noch. Mehr...

Im Juni läuft die Baubewilligung ab

Huttwil Wie geht es mit dem Neubau für Coop beim Bahnhof weiter? Der Grossverteiler drängt auf einen baldigen Baubeginn, beharrt aber auf der Belegung des Erdgeschosses. Bauherr HRS Real Estate braucht dafür zuerst genügend Mieter. Mehr...

Paid Post

Nachhaltig investieren lohnt sich

Bei Privatanlegerinnen und -anlegern ist nachhaltiges Investieren noch wenig verbreitet. Dabei bringt es einen doppelten Gewinn.

Kommentare

Blogs

Welttheater Hallo, schöne Frau …

Geldblog So nutzen Anleger den Wettbewerb

Abo

Die ganze Region. Im Digital-Light Abo.

Die BZ Langenthaler Tagblatt digital im Web oder auf dem Smartphone nutzen. Für nur CHF 17.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Alle Bienen bitte hier entlang: In blumiger Tracht laufen Teilnehmer eines Umzuges anlässlich des Pfingsttreffens der Siebenbürger Sachsen durch das deutsche Dinkelsbühl. (20. Mai 2018)
(Bild: DPA/Timm Schamberger) Mehr...