Langenthal

Zeichen gegen Dunkelheit

LangenthalRentner haben Passanten beim Spitalplatz in Langenthal Lichter mitgegeben, um den Fussgängerstreifen zu überqueren. Die Aktion ist ein leiser Protest zur Strassenbeleuchtung.

Seit Jahren soll dieser stark frequentierte Kreisel der Stadt schlecht beleuchtet sein, finden die Aktionäre.

Seit Jahren soll dieser stark frequentierte Kreisel der Stadt schlecht beleuchtet sein, finden die Aktionäre. Bild: Daniel Fuchs

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Bald funkeln im Stadtzentrum die Lichterketten von Strassenlaternen und Bäumen. Dann erscheint der Spitalplatz wieder hell erleuchtet. Es mag daher überraschen, dass Christoph Blum gerade jetzt sagt: «Es ist hier zu dunkel.» Nicht unbedingt in der Adventszeit, aber sonst das Jahr hindurch, wenn draussen kein Weihnachtsschmuck hängt. Dem pensionierten Arzt sind einige schlecht beleuchtete Fussgängerstreifen in Langenthal ein Dorn im Auge, aber besonders jener beim Spitalplatz, der direkt vor das Geschäftshaus führt. 

«Schon seit Jahren finde ich, Fussgänger sind bei dieser Überquerung kaum sichtbar», sagt Blum und ist damit nicht alleine. Am letzten Freitag machten fünf Rentner, darunter auch Aktivist André Masson, auf das aus ihrer Sicht nach wie vor bestehende Problem aufmerksam. Während einer Stunde gaben sie den Passanten beim Abendverkauf Lampions und Kerzen mit auf den Weg, um ihnen die Strasse zu erhellen. «Gerade Familien fanden unsere Aktion eine gute Sache», sagt Blum – und ist froh, ein kleines Zeichen gesetzt zu haben. Die grösste Angst verspürten viele Passanten aber nicht auf dem Zebrastreifen, sondern eher dann, wenn sie selber am Steuer sässen. Die Angst, beim Autofahren einen Passanten zu übersehen.

Bereits 2003 analysiert

Die Rentner fühlen sich umso mehr bestätigt, als letzten Freitag auf dem Kreisel lediglich eine von den vier Strassenlampen gebrannt habe. Gemäss Unterlagen, die Christoph Blum vorweisen kann, hat die Stadt schon im Jahr 2003 am Spitalplatz den stark frequentierten Fussgängerstreifen in Langenthal analysieren lassen und als ungenügend beleuchtet empfunden. Massnahmen sollten im Rahmen einer Kreiselsanierung umgesetzt werden, hiess es weiter. Passiert ist allerdings seither offenbar nichts.

Letztes Jahr traf sich Blum mit Judith Voney, Vorsteherin des Amtes für öffentliche Sicherheit. Ihr ist der Vorwurf der Rentner bekannt. Deren Beharrlichkeit zeigt nun Wirkung. Voney bestätigt auf Anfrage: «Wir sind mit Herrn Blum in Bezug auf den Fussgängerstreifen beim McDonald’s-Kreisel in Kontakt.» Da es sich um eine Kantonsstrasse handelt, ist das Tiefbauamt für den Fall zuständig. «Es ist bereits vorgesehen, zusammen mit dem Kanton vor Ort eine Besichtigung zu machen, um die Lage zu beurteilen», sagt Voney weiter. Dies sei während der Sommermonate wegen der langen Helligkeit nicht möglich gewesen.

Messungen geplant

Die Stadt geht davon aus, dass sie vor Jahresende mit dem Tiefbauamt eine Beurteilung vornehmen kann. Grundsätzlich seien die Fussgängerstreifen auf der Kantonsstrasse bereits in den letzten Jahren bezüglich Verkehrssicherheit überprüft worden, sagt der Oberaargauer Strasseninspektor Alfred Hutmacher. Dabei habe man unterschieden zwischen sicheren Übergängen, solchen, die akut gefährdet seien und Sofortmassnahmen benötigten, oder solchen, die Mängel aufwiesen und mittelfristig verbessert werden sollen. «Auf der St.-Urban-Strasse ist eine Sanierung geplant, mit der wir auch die Fussgängerstreifen auf den neusten Stand bringen wollen», sagt Hutmacher. 

Die Projektierung dafür ist derzeit im Gang. Das Tiefbauamt hat gemäss Hutmacher vor, in diesem Bereich demnächst eine Beleuchtungsmessung zu machen, um zu sehen, ob das Teilstück von der Norm abweicht. «Somit können wir überprüfen, ob die Situation tatsächlich derart schlimm ist.» Eine erste Begehung sei im Laufe dieses Monats vorgesehen. Der Zeitrahmen für das Projekt besteht erst in groben Zügen. Wenn aber alles nach Plan verläuft, möchte der Kanton Bern ab 2021 mit den Bauarbeiten beginnen. (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 08.11.2018, 06:22 Uhr

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