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Verseuchte Mails machen die Runde

Derzeit werden gefälschte Nachrichten im Namen der Gemeinde Oberbipp und deren Angestellten verschickt. Im Anhang lauert ein Virus.

Die Fachstelle rät zu Misstrauen gegenüber E-Mails. Es gelte, nicht nur bei Nachrichten von unbekannten Personen kritisch zu sein, sondern auch bei vermeintlich bekannten Absendern Vorsicht walten zu lassen.
Die Fachstelle rät zu Misstrauen gegenüber E-Mails. Es gelte, nicht nur bei Nachrichten von unbekannten Personen kritisch zu sein, sondern auch bei vermeintlich bekannten Absendern Vorsicht walten zu lassen.
iStock/Symbolbild

Ein digitales Horrorszenario hat das beschauliche Oberbipp erreicht: Falsche E-Mails mit Absendern der Gemeinde und sogar deren Angestellten machen derzeit die Runde. Darüber informiert die Gemeindeverwaltung auf ihrer Website. Inhaltlich geht es bei den Nachrichten um Rechnungen oder Mahnungen.

Tatsächlich wird im Anhang aber ein Virus mitgeschickt. Die Verwaltung ruft dazu auf, die Anhänge nicht zu öffnen und solche Mails sofort zu löschen. Die Gemeinde Oberbipp verschicke Rechnungen und Mahnungen nach wie vor mit der Post.

«Wir haben diese Woche durch Rückmeldungen aus der Bevölkerung davon erfahren», sagt Gemeindeschreiber Adrian Obi auf Anfrage. Betroffen seien nicht nur Einwohnerinnen und Einwohner von Oberbipp, sondern auch externe Geschäftspartner.

«Wir sind machtlos und können das Verschicken der Mails nicht stoppen.»

Adrian Obi, Gemeindeschreiber

Sofort hat die Verwaltung beim IT-Anbieter nachgefragt, ob das eigene System gehackt worden sei. «Das ist zum Glück nicht der Fall», sagt Obi. Einerseits sei es beruhigend, dass niemand in das System eingedrungen sei, «andererseits sind wir so machtlos und können das Verschicken der Mails nicht stoppen.» Die Gemeinde hat die Kantonspolizei sowie die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) über die Vorfälle informiert.

Die Nadel im Heuhaufen

Oberbipp ist zum ersten Mal mit einem solchen Szenario konfrontiert. «Die Absender haben offenbar unsere Website analysiert und dort ihre Adressaten gefunden», sagt der Gemeindeschreiber. Obwohl die Verwaltung nichts dafür könne, fühle man sich doch mitverantwortlich. «Wir wollen deshalb aktiv kommunizieren», betont Obi. Man werde die Vorfälle weiter beobachten, die Untersuchungen von Kapo und Melani laufen.

«Die Stellen haben uns aber wenig Hoffnung gemacht.» Da die Mails von überall her verschickt werden könnten, gestalte sich die Suche nach dem Absender etwa so wie jene nach der Nadel im Heuhaufen. Zudem variiert der Text von Nachricht zu Nachricht.

Die Melde- und Analysestelle rät zu Misstrauen gegenüber E-Mails. Es gelte, nicht nur bei Nachrichten von unbekannten Personen kritisch zu sein, sondern auch bei vermeintlich bekannten Absendern Vorsicht walten zu lassen.

Falls versehentlich ein Link oder ein Virus geöffnet wurde, sollte der Computer neu aufgesetzt oder von einer Fachperson angeschaut werden. Adrian Obi hofft, dass dies der einzige Fall in Oberbipp bleibt. «Sonst müssen wir lernen, wie wir uns besser gegen solche Betrüger schützen und auch wehren können.»

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