Langenthal

Tokjo muss sich neu finanzieren

LangenthalWegen des kantonalen Entlastungspakets fehlen der regionalen Jugendarbeit ab 2019 rund 100 000 Franken. Nun sollen die Gemeinden in die Bresche springen.

<b>Viel Präsenz im öffentlichen Raum:</b> Der 2013 eingeführte Spielwagen ist nur eines von zahlreichen Angeboten der hiesigen Jugendarbeit.

Viel Präsenz im öffentlichen Raum: Der 2013 eingeführte Spielwagen ist nur eines von zahlreichen Angeboten der hiesigen Jugendarbeit. Bild: Marcel Bieri

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Die Sparmassnahmen des Kantons gehen auch an der Jugendarbeit in der Region um Langenthal nicht spurlos vorbei. Mit dem vom Grossen Rat im Dezember beschlossenen Entlastungspaket werden Praktika in der offenen Kinder- und Jugendarbeit künftig nicht mehr über den Lastenausgleich finanziert. Spätestens 2019 würden damit «einschneidende Veränderungen» auf die offene Kinder- und Jugendarbeit Oberaargau (Tokjo) zukommen, schrieb Stellenleiter Thomas Bertschinger in seinem jüngsten Jahresbericht.

Die Sparmassnahme bedeute auch den «Verlust von innovativen und motivierten jungen Leuten», welche die Angebote der ­Jugendarbeit mit ihren Ressourcen mitgestaltet hätten. Strategische und strukturelle Diskussionen hätten 2017 daher die Zusammenarbeit auf der Fachstelle geprägt. Denn die Praktikumsstellen sind für das Angebot von Tokjo in seiner heutigen Form essenziell.

Jede dritte Stelle

Jährlich vier bis fünf Praktikanten sind von Tokjo in den letzten Jahren jeweils ausgebildet worden. Die Zahl der Plätze entspricht damit knapp einem Drittel des Gesamtstellenetats, den die Jugendarbeit heute für die Sicherstellung ihrer Angebote einsetzt.

Fallen die Praktikumsbeiträge in der Höhe von insgesamt rund 100 000 Franken weg, müsste demnach auch das Angebot der Kinder- und Jugendfachstelle in ähnlichem Umfang reduziert werden, bezieht sich die ­Exekutive von Wynau als eine der zehn Trägergemeinden in ihren «Neuigkeiten aus dem Gemeinderat» auf ein aktuelles Schreiben der Fachstelle. Darin ersucht diese die Trägergemeinden um zusätzliche Beiträge für Praktikumsstellen, mit denen die wegfallenden Kantonsgelder wenigstens teilweise kompensiert werden sollen.

Pakete erhalten

Konkret ersucht Tokjo die ­Gemeinden um Beiträge von 9.75 Franken pro Kind und Jugendlichen, die zu den heutigen Beiträgen von rund 30 Franken pro ebensolchen dazukämen. Bei knapp 6800 Personen kämen so jährlich rund 66 000 Franken zusammen. Zwei Drittel also der bisherigen Gelder für Praktikumsstellen.

Anpassungen, sagt Stellenleiter Bertschinger, seien damit zwar nach wie vor nötig. Allerdings würden diese nur leichte Reduktionen insbesondere bei den Öffnungszeiten oder etwa bei der Durchführung einer Disco zur Folge haben. Die einzelnen Angebotspakete von der Kinderanimation über offene Turnhallen und niederschwellige Beratungen bis hin zu den dezentralen Treffs in allen Gemeinden könnten indes weitergeführt werden. Ihr Konzept, mit dem die Jugendarbeit seit Jahren erfolgreich fährt, müsste sie nicht neu er­finden.

Nur mit allen Gemeinden

Während der Wynauer Gemeinderat dem Finanzierungsantrag an seiner letzten Sitzung bereits zugestimmt hat, steht die politische Diskussion in den meisten Gemeinden erst noch an. Auf keine 900 Franken würde sich der Mehraufwand etwa in Obersteckholz mit seinen nur rund 90 Kindern und Jugendlichen belaufen. Fast 28 000 Franken wären es hingegen in Langenthal. Es werde denn auch in der Kompetenz des Stadtrats liegen, den zusätzlichen Beitrag zu genehmigen, sagt der Vorsteher des Amtes für Bildung, Kultur und Sport, Daniel Ott.

Entscheidend wird sein, ob alle Kommunen bereit sind, den Mehraufwand auf sich zu nehmen. «Das ganze Prinzip von Tokjo basiert auf der Solidarität zwischen den Gemeinden», sagt Thomas Bertschinger. Dass Praktikanten nur in einzelnen Gemeinden eingesetzt würden, die diese auch bezahlten, sei nicht denkbar – zumal der Grossteil der Leistungsangebote ohnehin regional ausgerichtet sei. Der vorliegende Finanzierungsvorschlag sehe daher eine Beteiligung aller Gemeinden vor. Käme er nicht zustande, so werde man erneut über die Bücher gehen müssen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.04.2018, 16:48 Uhr

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